Langfristige Momentum-Signale für Öl und US-Staatsanleiherenditen

Prof. Dr. Bernd Meyer, Berenberg
Prof. Dr. Bernd Meyer / Bild: Berenberg
Steigende Anleiherenditen geben den Takt an den Märkten vor und sorgen für höhere Volatilität über alle Anlageklassen hinweg. Die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen überschritt vergangene Woche temporär gar die Marke von 1,6 Prozent. Einige Anleger flüchteten sich in Geldmarkt-Vehikel. Am Aktienmarkt kam es zu einer ausgeprägten Rotation. Die relativen Gewinner waren Zykliker und Value-Sektoren wie Finanzen und Energie, während defensive Branchen wie Versorger und hochbewertete Wachstumstitel litten. Auch wenn die Anleiherenditen bereits stark gestiegen sind, sodass es auch mal zu Gegenbewegungen kommen kann, dürften diese Trends über die nächsten Wochen tendenziell anhalten. Die langfristigen Momentum-Signale von systematischen Strategien haben gerade erst für Öl und US-Staatsanleiherenditen gedreht und dürften stärker werden. Schließlich hatte Öl seinen Tiefpunkt letztes Jahr im April. Und auch die Renditen der US-Staatsanleihen hatten zumindest einen temporären Tiefpunkt im April.

Kurzfristiger Ausblick: Volkskongress in China

China stellt die Weichen für die Zukunft: Am 4. und 5. März findet der Nationale Volkskongress statt, an dem über den 14ten Fünfjahresplan abgestimmt wird. Im Fokus dürften neben der wirtschaftlichen Autarkie und Technologieführerschaft die ökologischen Ziele stehen. Geldpolitisch wird es am 11. März spannend. An diesem Tag trifft sich die EZB zur monatlichen Sitzung. Der geldpolitische Umgang mit der aktuellen Euro-Stärke und die steigenden Anleiherenditen dürften Themen sein. Am heutigen Dienstag werden die vorläufigen Inflationsdaten (Feb.) für die Eurozone veröffentlicht. Der Mittwoch steht im Zeichen des gebeutelten Dienstleistungssektors, es wird der Service-PMI für die Eurozone und USA bekanntgegeben. Zusätzlich werden die deutschen Einzelhandelsumsätze (Jan.) publiziert. Nach den US-Auftragseingängen am Donnerstag folgen am Freitag die US-Arbeitsmarktdaten.
  • Der starke Anstieg des Ölpreises und der US-Staatsanleiherenditen hat dazu geführt, dass das 12-Monatsmomentum nun für beide Anlagen gedreht hat.
  • Die kurz- und langfristigen Signale von Momentum-Strategien sind nun positiv für Öl und negativ für Anleihen.
  • Da die Signale in den nächsten Wochen aufgrund des Basiseffekts eher noch stärker werden dürften, dürften die Trends (steigender Ölpreis, fallende Anleihen) von systematischen Anlagestrategien unterstützt bleiben.

Ausgewählte Assetklassen

  • Ein knappes Angebot sowie eine steigende Nachfrage beflügeln Brentöl und Industriemetalle. Seit Jahresbeginn legten beide Rohstoffsegmente mehr als 11 Prozent in Euro zu.
  • Stark steigende Anleiherenditen belasten hingegen weiterhin Staatsanleihen und Gold. Seit Jahresbeginn und über die letzten vier Wochen weisen die sicheren Häfen eine negative Rendite auf.
  • Der zügige Renditeanstieg führt zu einer ausgeprägten Rotation innerhalb von Aktien. Die Investoren trennen sich tendenziell von defensiven Aktien sowie hochbewerteten Tech-Titeln und investieren in Zykliker.
  • Britische Aktien gehören seit Jahresbeginn zu den relativen Gewinnern. Finanzunternehmen und Rohstoffsektoren, die sich dieses Jahr positiv entwickelt haben, sind in dem Aktienindex stark vertreten.
  • Seit Jahresbeginn ist nun nur noch ein Anleihesegment im grünen Bereich: Hochzinsanleihen. Die verhältnismäßig kurze Duration und die Jagd nach Rendite im Niedrigzinsumfeld unterstützen.
  • Staatsanleihen kamen in den letzten vier Wochen regelrecht unter die Räder. Die Anleiherenditen 10-jähriger USStaatsanleihen stiegen um 34 Basispunkte im Februar.
Prof. Dr. Bernd Meyer ist Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg.
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Datum: 15. Februar 2021.

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