Dividendenwerte aus der zweiten Reihe

Werner W. Rehmet, MyDividends
Werner W. Rehmet / Bild: MyDividends
Auf der Suche nach Dividendenwerten finden sich auch in der zweiten Reihe interessante Unternehmen. Trotz schwieriger Marktbedingungen erhöhten viele Konzerne auch in diesem Jahr ihre Ausschüttung.

Auch ohne DAX-Aufstieg – Symrise weiter in der Erfolgsspur

Mitte August gab die Deutsche Börse bekannt, dass der Essenslieferdienst Delivery Hero den insolventen Zahlungsabwickler Wirecard im Leitindex DAX ersetzen wird. Im Vorfeld galt auch Symrise als aussichtsreicher Kandidat. Symrise gehört zu den weltweit größten Firmen für Düfte und Aromen. Der Konzern mit Sitz in Holzminden ist in mehr als 40 Ländern in Europa, Afrika und dem Nahen sowie Mittleren Osten, in Asien, den USA sowie in Lateinamerika vertreten.
Die Wachstumsstory von Symrise ist ungebrochen, denn Aromastoffe sind gefragt. Selbst während der weltweiten Corona-Pandemie hat der im MDAX gelistete Konzern den profitablen Wachstumskurs fortgesetzt. Im ersten Halbjahr 2020 legte der Umsatz um 7,6 Prozent auf 1,82 Mrd. Euro zu. Auf organischer Basis (ohne Akquisitions- sowie Wechselkurseffekte) nahm der Umsatz in den ersten 6 Monaten um 3,4 Prozent zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 11,9 Prozent auf 393 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge kletterte um 0,8 Prozentpunkte auf 21,6 Prozent.

Unter dem Strich erhöhte sich der Periodenüberschuss auf 169 Mio. Euro nach 153 Mio. Euro im Vorjahr. Symrise zeigte sich optimistisch und erhöhte vor dem Hintergrund der starken Geschäfts- und Profitabilitätsentwicklung im ersten Halbjahr den Ausblick für die EBITDA-Marge von bislang über 20 Prozent auf eine Spanne von 21 bis 22 Prozent. Dabei will Symrise im Gesamtjahr 2020 erneut schneller als der Markt wachsen. Schätzungen zufolge soll das Marktwachstum etwa 3 bis 4 Prozent betragen. Die Mittelfristziele bleiben unverändert bestehen. Das Unternehmen will den Umsatz bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 2025 auf 5,5 bis 6,0 Mrd. Euro steigern (2019: 3,41 Mrd. Euro). Den Anstieg will Symrise mit einem jährlichen organischen Wachstum von 5 bis 7 Prozent sowie ergänzenden Akquisitionen erreichen. Die Profitabilität soll sich mittelfristig in einem Zielkorridor von 20 bis 23 Prozent bewegen.

Die Entwicklung der Dividende kann sich ebenfalls sehen lassen. In diesem Jahr wurde die Dividende das insgesamt zehnte Jahr in Folge erhöht. Zu den Haupt-Wettbewerbern gehören die Schweizer Firma Givaudan oder auch International Flavors & Fragrances aus den USA.

Corona treibt Stratec-Aktie auf Rekordhoch

Sehr erfreulich läuft es auch bei dem im SDAX gelisteten Medizintechniker Stratec. Der Konzern aus dem württembergischen Birkenfeld nahe Pforzheim beschäftigt über 1.300 Mitarbeiter. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2020 konnte Stratec den Konzernumsatz um 9,9 Prozent auf 119,4 Mio. Euro steigern. Bereinigt um Währungskurseffekte entspricht dies einem organischen Umsatzanstieg von 8,8 Prozent. Dabei erhöhte sich der Umsatz mit Analyse-Systemen im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 30,6 Prozent, während das Geschäft mit Serviceteilen und Verbrauchsmaterialien um 20,6 Prozent zulegen konnte. Insbesondere im zweiten Quartal zeigte sich eine erhöhte Nachfrage nach in-vitro-diagnostischen Produkten zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie. Das adjustierte EBIT verbesserte sich in den ersten sechs Monaten 2020 um 43,8 Prozent auf 18,4 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die adjustierte EBIT-Marge kletterte um 360 Basispunkte auf 15,4 Prozent (Vorjahr: 11,8 Prozent). Das adjustierte Ergebnis je Aktie der fortzuführenden Geschäftsbereiche (unverwässert) stieg um 49,4 Prozent auf 1,30 Euro nach 0,87 Euro im Vorjahr.

Der Laborgerätehersteller geht nun davon aus, dass die derzeit durch die COVID-19-Pandemie bedingten Mehrbedarfe der Kunden, sich auch im dritten und vierten Quartal deutlich positiv auf die Umsatzentwicklung auswirken werden. Somit wird nun für das Geschäftsjahr 2020 ein um Währungskurseffekte bereinigtes organisches Umsatzwachstum im Bereich von 14 bis 18 % (Umsatz 2019: 214,2 Mio. Euro) erwartet. Für die adjustierte EBIT-Marge wird ein Wert von etwa 15,5 bis 16,5 % (2019: 13,7 %) prognostiziert. In diesem Jahr haben die Aktionäre seit Aufnahme der Dividendenzahlung im Jahr 2004 das 16. Mal in Folge eine höhere Dividende erhalten.

Ende August erreichte die Aktie ein neues Rekordhoch. Allerdings muss man beachten, dass die Konkurrenzrisiken erheblich steigen. So steht der von Abbott Laboratories entwickelte Covid-19-Test vor der Zulassung. Dies könnte zu einem Nachfragerückgang führen. Die Experten von Warburg Research sprachen daher im August eine Verkaufsempfehlung für die Aktie von Stratec aus.

IT-Dienstleister Bechtle profitiert vom Trend zum Homeoffice

Die im MDAX notierte Firma Bechtle gehört zu den Profiteuren der Coronakrise. Die Schwaben profitieren vom Digitalisierungsschub durch Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Homeoffice sowie der steigenden Nachfrage nach IT-Infrastruktur und -dienstleistungen. Von April bis Juni 2020 ist der Umsatz um 3,9 Prozent auf 1,3 Mrd.  Euro gestiegen. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich um 4,3 Prozent auf 59,5 Mio. Euro. Zum 30. Juni 2020 beschäftigte Bechtle insgesamt 11.955 Mitarbeiter. Bechtle hat die Zielsetzung, den Umsatz und das Ergebnis in diesem Jahr um mindestens 5 Prozent zu steigern. Seit dem Börsengang im Jahr 2000 wird eine Dividende bezahlt. Dabei kletterte die Ausschüttung von 0,125 Euro auf 1,20 Euro. In diesem Jahr wurde die Dividende das zehnte Jahr in Folge angehoben.
Werner W. Rehmet ist der Gründer und Herausgeber von MyDividends. Nach seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium durchlief er mehrere Stationen bei renommierten Bankhäusern. In langjährigen Aufenthalten an der Wall Street und an wichtigen Finanzzentren wie Zürich setzte er sich intensiv mit verschiedenen Börsenthemen auseinander. Hier folgten auch erste Medienauftritte und Publikationen zu zahlreichen Börsenthemen. Seine umfangreichen Kenntnisse im Börsengeschäft führten schließlich zur Gründung der Börsenplattform MyDividends.de, die sich ausschließlich dem Thema Dividenden widmet, unter dem Motto „der Ertrag zählt“.
Hinweis: Werner W. Rehmet kann Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten und somit kann ein möglicher Interessenskonflikt bestehen.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Givaudan N 2.463,00 N.A.
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Bechtle I 58,18 0,97%
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Wirecard I 0,1752 -0,06%
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UC MDAX 34.413,08 0,71%
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UC DAX 15.595,65 0,86%
Delivery Hero 111,60 0,18%
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STRATEC N 127,40 3,24%
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Symrise I 114,35 -0,04%
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Abbott Laborator Rg 101,95 1,04%
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Intl Flavors&Fra Rg 127,70 2,61%
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