Die Bedeutung von Dividenden bleibt ungebrochen

Werner W. Rehmet, MyDividends
Werner W. Rehmet / Bild: MyDividends
Die Ausbreitung des Coronavirus stellt die Welt auf den Kopf. Die Auswirkungen in wirtschaftlicher Hinsicht sind immens. Die Bedeutung der Dividende für den langfristigen Erfolg eines Investments in Aktien bleibt aber unverändert hoch.

Achterbahnfahrt an den Börsen

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hat alles auf den Kopf gestellt. Die damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen haben das öffentliche Leben zum Erliegen gebracht und die Weltbörsen kamen ins Taumeln. Mit umfangreichen Hilfspaketen versuchen die Regierungen und die Notenbanken, die Finanzmärkte zu stabilisieren. Börsianer benötigen in dieser Phase gute Nerven. Keiner kann vorhersagen, wie es weitergehen wird und es braucht schon eine gewisse Portion Mut, um nun in den Aktienmarkt einzusteigen. Auf der anderen Seite zeigt ein Blick in die Historie, dass die aktuelle Situation auch Chancen bietet. Über kurz oder lang hat die Börse jeden Crash wieder aufgeholt. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber, dies gilt an der Börse genauso wie im Leben. Investoren sollten versuchen einen kühlen Kopf zu bewahren.
 
Natürlich sind die ökonomischen Folgen gravierend und je länger das wirtschaftliche Leben lahmgelegt ist, desto schwieriger wird es, den Motor wieder ins Laufen zu bringen. Hier hilft ein Blick nach China. Nachdem das dortige Leben praktisch 6 Wochen stillstand, läuft die Wirtschaft nun wieder an. So arbeitet die Automobilbranche in China fast wieder im Normalbetrieb. Die Kaffeehauskette Starbucks teilte am 24. März mit, dass der Konzern mittlerweile wieder 95 Prozent seiner Läden in China, die zeitweise geschlossen waren, wieder geöffnet hat. Starbucks-Chef Kevin Johnson erwartet eine ähnliche Entwicklung in den USA. Der dortige Präsident drängt bereits auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Geht es nach Donald Trump, soll sich das Geschäftsleben in den USA bis Ostern wieder normalisieren. Präsident Trump fürchtet wohl auch um seine Wiederwahl, sollte es zu einer langen Unterbrechung kommen.

Einige Konzerne streichen die Dividende

Das Herunterfahren des öffentlichen Lebens hat in Europa und auch in Deutschland gravierende Konsequenzen. In wirtschaftlicher Hinsicht betrifft dies fast jede Branche. Firmen aus der Touristik- und Luftfahrindustrie wie Lufthansa, Tui oder auch Airbus stehen vor immens hohen Herausforderungen. Der Flughafenbetreiber Fraport gab vor wenigen Tagen bekannt, dass sich die Verkehrsrückgänge in Frankfurt mittlerweile auf bis zu 95 Prozent summieren. Da ist es nur verständlich, dass der Konzern auf die Auszahlung einer Dividende verzichtet. Neben Lufthansa und Airbus will auch der DAX-Konzern MTU die Dividende streichen (vorbehaltlich der weiteren Entwicklung). Zahlreiche Firmen stellen die Ausschüttung unter Vorbehalt. Auch der stationäre Einzelhandel erleidet immense Einbußen. Eine Kürzung oder Streichung der Dividende haben beispielsweise Bijou Brigitte oder Deutsche EuroShop angekündigt.

Konjunktursensitiv ist auch die Aktie von BASF. Aber BASF weist auch eine schön e Dividendenhistorie auf. Der Ludwigshafener Konzern schüttete für die Geschäftsjahre 2008 bis 2019 (inklusive der geplanten Dividende für 2019) insgesamt 31,95 Euro an Dividenden aus (ohne Berücksichtigung von Steuern). Anfang 2009 stand der Aktienkurs bei 25,66 Euro. Wer also damals in BASF investierte, hat in der Zwischenzeit mehr als seinen ursprünglich investierten Einsatz wieder über die Dividende zurückbekommen! Die Vergangenheit ist natürlich keine Garantie für die Zukunft. Bei anhaltenden wirtschaftlichen Problemen kann auch bei BASF die Dividende unter den Prüfstand kommen

Hersteller von Hygieneartikeln profitieren

Besser sieht es bei Firmen aus, die in weniger konjunkturabhängigen Branchen tätig sind. In den USA zählen vor allem Konsumgüterhersteller wie Kimberly-Clark oder Clorox zu diesen Kandidaten. Die Aktien sind auch deshalb gefragt, da beide Firmen Hygieneartikel herstellen, ein ruhiger Hafen in einem stürmischem Aktiengewitter. Aber für Dividendenjäger waren diese Firmen schon immer interessant. Kimberly-Clark hat die Dividende im Januar das 48. Jahr in ununterbrochener Folge angehoben. Seit über 85 Jahren werden bereits Dividenden bezahlt. Clorox hat in den letzten 42 Jahren (seit 1977) seine Dividende jedes Jahr angehoben. Damit gehört Clorox ebenso wie Kimberly-Clark zu den Dividendenaristokraten. Dies sind Unternehmen, die seit mindestens 25 Jahren in Folge ihre Ausschüttung anheben.
 
Auch Nahrungsmittelhersteller gehören zu den Firmen mit einer langen Historie an Dividenden-Ausschüttungen. Der amerikanische Lebensmittelkonzern Hormel Foods zahlt seit dem Börsengang im Jahr 1928 eine Dividende aus. Während der letzten 54 Jahre wurde die Dividendenzahlung jedes Jahr erhöht. Hormel Foods ist bekannt als Produzent von Frühstücksfleisch der Marke Spam. Der Konzern wurde 1891 von George A. Hormel, einem Sohn deutscher Immigranten, gegründet. Zum Portfolio zählen überwiegend Fleischprodukte oder auch Teigwaren.

An der Bedeutung der Dividende für den langfristigen Erfolg eines Investments in Aktien hat sich auch im Angesicht der aktuellen Krise nichts geändert. Zahlreiche Studien zeigen, dass Dividenden einen hohen Anteil an der Wertentwicklung einer Aktie ausmachen. Dies gilt vor allem, wenn die Dividende wieder reinvestiert wird. Nachdem die aktuelle Krise überwunden ist, dürften Aktien und vor allem auch die Dividende wieder stärker in den Fokus der Investoren rücken. Wer über einen längeren Anlagehorizont verfügt, kann auf dem aktuellen Kursniveau den ein oder anderen soliden Dividendenwert durchaus ins Auge fassen.
PS: Wer sich näher für das Thema Dividende interessiert, dem steht in Kürze auf der Seite der Börse München das neue Sonderheft MyDividends Dividendenchampions 2020 zum Download zur Verfügung. Außerdem gibt es täglich die Dividenden-News auf der Website der Börse München.
Werner W. Rehmet ist der Gründer und Herausgeber von MyDividends. Nach seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium durchlief er mehrere Stationen bei renommierten Bankhäusern. In langjährigen Aufenthalten an der Wall Street und an wichtigen Finanzzentren wie Zürich setzte er sich intensiv mit verschiedenen Börsenthemen auseinander. Hier folgten auch erste Medienauftritte und Publikationen zu zahlreichen Börsenthemen. Seine umfangreichen Kenntnisse im Börsengeschäft führten schließlich zur Gründung der Börsenplattform MyDividends.de, die sich ausschließlich dem Thema Dividenden widmet, unter dem Motto „der Ertrag zählt“.
Hinweis: Werner W. Rehmet kann Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten und somit kann ein möglicher Interessenskonflikt bestehen.

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Clorox Co. Rg 141,15 1,55%
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Kimberly-Clark Rg 114,85 0,00%
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