Dr. Apple, Prof. Google

Thomas Rappold
Thomas Rappold
Die Silicon Valley Internet Titanen Apple, Google und Facebook aber auch die beiden Ostküsten Wettbewerber Amazon und Microsoft sind ständig auf der Suche nach dem „Next-Big-Thing“.  Bekanntlich vereinen Google und Facebook den Löwenanteil an digitalen Werbeeinnahmen und Apple steht für fast 90 Prozent der Profite bei Smartphones. Diese monopolartige Dominanz lässt sich kaum noch steigern und ruft inzwischen die Wettbewerbsbehörden und Politiker in Washington auf den Plan, die großen Digitalkonzerne mit Auflagen zu belegen. Was liegt also näher sich neue Betätigungsfelder außerhalb des Kerngeschäfts zu suchen.

Die Finanzbranche und der Gesundheitsmarkt locken

Einer der großen Märkte ist die Finanzindustrie. Apple mit seiner kürzlich gestarteten Kreditkarte, Facebook mit seiner neuen Payment Lösung Facebook Pay und dem Kryptoökoystem Libra und Google mit dem Einstieg ins Bankkontogeschäft sprechen für die Ambitionen von BigTech im Bereich FinTech. Doch die Begehrlichkeiten bei Apple und Google sind noch viel höher. Apple Chef Tim Cook gab zuletzt unumwunden zu, dass sich der Smartphone Markt im Vergleich zum Gesundheitsmarkt klein ausnimmt. Nach Schätzungen der Unternehmensberatung Deloitte soll der globale Markt an Gesundheitsdienstleistungen die schier unvorstellbare Summe von zehn Billionen Dollar bis zum Jahr 2022 erreichen. Entsprechend groß war auch der Aufschrei in der vergangenen Woche, als das Wall Street Journal meldete, dass rund 150 Google Mitarbeiter Zugriff auf mehrere zehnmillionen Patientendaten haben. Die Datensätze beinhalten Laborresultate, Diagnosen, Patientennamen und Geburtsdaten.

Suchmaschine und Health-App

Googles Strategie beruht wie im Suchmaschinengeschäft auf Massendaten, um in der Folge mit Methoden der künstlichen Intelligenz medizinische Verbesserungsvorschläge zu liefern. Apple verfolgt mit seiner Health-App über die man seine persönlichen Gesundheitsdaten wie Medikamente, Impfungen und Laborergebnisse ablegen kann einen anderen Ansatz: Der Nutzer sammelt seine persönlichen Daten und kann sie dann seinem Arzt oder Krankenhaus zur Verfügung stellen. Mit der EKG-Funktion in der Apple Watch wird diese zum persönlichen Gesundheitsassistenten des Kunden. Apple ist mit einem Wachstum von zuletzt 42 Prozent mit 14 Mio. verkauften Einheiten mit großem Abstand die Nummer eins im lukrativen Smartwatch Markt. Folgerichtig ist die Milliardenschwere Akquisition von Fitbit durch Google zu sehen. Beide Strategien machen Sinn und können Anlegerherzen zukünftig höher schlagen lassen.
Thomas Rappold, geboren 1971, ist Internetunternehmer und Investor. Bereits mit 14 Jahren erlernte er die ersten Programmiersprachen im Selbststudium auf dem damaligen Kultcomputer Commodore C64. Als einer der ersten Absolventen des europaweit ersten Studiengangs Medieninformatik trug er als Mitarbeiter der Strategiegruppe Internet bei Allianz SE maßgeblich zu damals bahnbrechenden neuen Finanzportalen für Privat- und Geschäftskunden bei.
Seit über zehn Jahren erfolgreicher Unternehmer einer Internet-Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft und Gründer von zahlreichen Internet-Start-ups ist Thomas Rappold ein profunder Kenner des Silicon Valley und dort als Investor an verschiedenen Start-ups beteiligt. Mehr über Thomas Rappold und das Silicon Valley finden Sie auf seiner Homepage www.silicon-valley.de.
Im Finanzbuchverlag München veröffentlichte Thomas Rappold jüngst "Silicon Valley Investing. Investieren in die Superstars von heute, morgen und übermorgen".

       


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