29. September 2008: Der Dow Jones verliert fast 800 Punkte an einem Tag

Oleg Schantorenko, DJE Kapital AG
Oleg Schantorenko / Bild:  DJE Kapital AG
Nachdem am 29. September 2008 auf den Tag genau vor 15 Jahren das US-amerikanische Repräsentantenhaus ein 700 Milliarden US-Dollar schweres Rettungspaket des Finanzministeriums abgelehnt hatte, mit dem die US-Banken vor dem Zusammenbruch bewahrt werden sollten, gerieten die Märkte in Panik. Der Dow Jones fiel daraufhin um 6,98 Prozent oder fast 800 Punkte. Gemessen in Punkten war dies der bis dato höchste Kurseinbruch in der Geschichte der New York Stock Exchange  und übertraf sogar noch die Verluste nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.
Dass Volatilität und Kurseinbrüche am Aktienmarkt Teil des täglichen Geschäfts an den globalen Finanzplätzen in New York, London, Hong Kong oder Frankfurt sind, ist nicht nur eingefleischten Börsianern längst bekannt. Für viele Anleger ist diese Volatilität aber auch ein Grund zur Sorge und für manche sogar der entscheidende Grund, den Märkten komplett fern zu bleiben.

Allerdings war Angst noch nie ein guter Ratgeber. Trotz der mittlerweile optisch wieder höheren Zinsen erleiden Anleger bei den aktuellen Inflationsdaten von zuletzt 6,1 Prozent in Deutschland noch immer Realverluste – vom Sparen bzw. nicht anlegen ganz zu schweigen. Beispielsweise benötigt man bei einer Anlage von 100.000 Euro eine Rendite von mehr als 6.000 Euro pro Jahr, um allein die Inflation auszugleichen. Doch mit aktuellen Festgeld- und Tagesgeldangeboten von verschiedenen Banken von lediglich 4,86 Prozent Zinsen lässt sich ein Betrag von gerade einmal 4.860 Euro erzielen. Was als Zins erstmal wieder gut aussieht, reicht in der Realität zumindest alleine nicht für einen Inflationsausgleich. Ein Blick auf die Aktienmarktentwicklung zeigt zumindest über große Zeiträume, dass die Börsen langfristig stets gestiegen sind, auch wenn es kurzfristig immer wieder zu Schwankungen kam.

Aktien: Auf lange Sicht mit Gewinn

Historisch betrachtet hat der S&P 500 bzw. der Vorläufer-Index in den letzten 100 Jahren etwa 6,5 Prozent im Durchschnitt pro Jahr in Kursgewinnen erwirtschaftet. Die Inflation dagegen kam durchschnittlich auf 2,9 Prozent pro Jahr. Und dabei ist die durchschnittliche Dividende von 2,9 Prozent pro Jahr noch nicht berücksichtigt.

Dieser Gewinn wurde trotz zahlreicher Einbrüche wie der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren, dem Zweiten Weltkrieg, der Energiekrise in den 1970er Jahren, der Dotcom-Blase in den Nuller Jahren, der Insolvenz der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers und jüngst der Covid-19-Pandemie erwirtschaftet. Langfristig gesehen jedoch stiegen die globale Wirtschaftsleistung und unser Wohlstand – getrieben vom Bevölkerungswachstum, unternehmerischen Investitionen und neuen Technologien.

Schnelle Erholung nach Einbrüchen

Auf Unsicherheiten reagieren alle Akteure entsprechend ihrer eigenen Erwartungen, handeln direkt oder passen Kursziele und Limits an. Oftmals erholen sich Kapitalmärkte nach Einbrüchen aber wieder schnell. Die Geschichte zeigt immer wieder, dass es oftmals besser ist, in schwankenden Märkten Ruhe zu bewahren und von Panikverkäufen abzusehen. Schließlich kann man solche Zeiträume auch nutzen, um von Erholungsphasen zu profitieren. Und nicht zuletzt sind aktives Management, Diversifikation und Flexibilität in der Asset-Allokation dabei der zentrale Grundstein, um Volatilität abzufedern.

Grundsätze im Umgang mit der Volatilität

  • Märkte werden immer wieder schlechte Tage, Wochen, Monate oder Jahre erleben. Die historische Entwicklung zeigt jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Realverlust eines gut gestreuten Portfolios über lange Anlagehorizonte gering ist.
  • Diversifikation und aktives Management können die Volatilität stark mildern. Ein breit aufgestelltes Portfolio aus unterschiedlichen Assetklassen wie Anleihen, Aktien und beispielsweise Gold schwankt wesentlich weniger als ein geographisch oder auf wenige Branchen konzentriertes Aktienportfolio.
  • Gewinne und Volatilität gehen Hand in Hand: Wer höhere Gewinne erwirtschaften will, muss oft auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen.
  • Je länger der Anlagehorizont ist, desto mehr Zeit steht zur Verfügung, um kurzfristige Schwankungen auszusitzen.
  •  Märkte entwickeln sich zukunftsgerichtet und orientieren sich dabei an den derzeitigen Erwartungen der Marktteilnehmer. Deshalb setzt die Markterholung häufig früher ein als die Erholung der Wirtschaftsaktivität. Umgekehrt erholen sich Märkte oft nach schlechten Nachrichten wieder schnell, da die Lage nach näherer Betrachtung weniger dramatisch erscheint und sich die Erwartung der Marktteilnehmer daran anpasst.

Kurzes Kursbeben

Übrigens: Der Dow Jones schloss bereits am Tag nach dem historischen Kursbeben, am 30. September 2008, mit einem Plus von 4,68 Prozent oder einem Zuwachs von 480 Punken gegenüber dem Beginn des Handelstages
Oleg Schantorenko ist CFA, Client Portfolio Manager bei der DJE Kapital AG
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