Korrektur bei US-Aktien

Prof. Dr. Bernd Meyer, Berenberg
Prof. Dr. Bernd Meyer / Bild: Berenberg
Nachdem die Aktienmärkte lange Zeit die gestiegenen Zinsen ignoriert hatten, kam es zuletzt vor allem für US-Aktien zu einer Korrektur. Der S&P 500 fiel letzten Donnerstag das erste Mal seit Mitte Januar unter den wichtigen 200-Tage-Durchschnitt, belastet durch zunehmende Probleme im US-Bankensektor und im Krypto-Bereich. Das könnte ein erstes Anzeichen dafür sein, dass sich die nachgelagerten Effekte der restriktiven Geldmarktpolitik langsam auch in der Realwirtschaft zeigen. Die spannende Frage bleibt, wie die Fed in den nächsten Monaten auf das ambivalente Bild eines bis dato robusten US-Arbeitsmarkts bei zeitgleich schwächelnden Häusermarkt und weiter hohen Inflationsraten reagieren wird. Der Markt preist zwei weitere Zinserhöhungen der Fed bis zum Sommer ein, ehe dann für den Winter die ersten Zinskürzungen erwartet werden. Wir bleiben breit und diversifiziert positioniert, mit einem leichten Aktienuntergewicht. Es dürfte dieses Jahr noch bessere Gelegenheiten geben, um Risikoanlagen wieder hochzufahren.

Kurzfristiger Ausblick: Geldpolitik im Fokus

In den nächsten zwei Wochen wird es geldpolitisch spannend. Am 16. März tagt die EZB, am 22. März die Fed und am 23. März die BoE. Die größte Zinsanhebung erwartet der Markt von der EZB mit 50 Basispunkten (Bp). Bei der Fed dürften es eher 25 als 50Bp und bei der BoE 25Bp sein. Diesen Dienstag stehen die Arbeitsmarktdaten für Großbritannien (Jan.), die Industrieproduktion (Jan.) für Italien und die US-Inflationsdaten (Feb.) an. Am Mittwoch werden die Industrieproduktion (Feb.) der Eurozone und von China, die chinesischen Einzelhandelsumsätze (Feb.), der US-Einkaufspreisindex (Feb.), der Empire State Index (Feb.) und die US-Einzelhandelsumsätze (Feb.) veröffentlicht. Die US-Häusermarktdaten (Feb.) und der Philadelphia Fed Index (Feb.) folgen am Donnerstag. Am Freitag werden die US-Industrieproduktion und -Verbraucher-vertrauen (Feb.) veröffentlicht. In der Folgewoche stehen der ZEW-Index (Mär.), die UK-Inflationsdaten (Feb.) und das Eurozonen-Verbrauchervertrauen an (Mär.).
  • Der für Dezember eingepreiste Leitzins stieg seit Ende Januar für die Fed und die EZB deutlich an. Jüngst preisten die Märkte wegen der Krise regionaler US-Banken allerdings einen Großteil dieser Zinserhöhungen wieder aus.
  • Ob dies wirklich die Kehrtwende in der Zentralbankpolitik markiert, bleibt allerdings fraglich, denn das Inflationsproblem scheint noch nicht gelöst. Die Vorfälle im Bankensektor zeigen allerdings, dass höhere Zinsen nicht ohne Folgen bleiben. Wir haben uns zuletzt entsprechend etwas vorsichtiger positioniert.

Ausgewählte Asset-Klassen

  • In den letzten Wochen kam es zunächst mit den weiter falkenhaften Zentralbanken zum Risk-Off an den Märkten. Zuletzt dominierten die Sorgen um regionale Banken in den USA.
  • Lediglich Gold, der US-Dollar und die Euro-Übernachteinlage (also Kasse) verzeichneten positive Renditen.
  • Die größten Verluste erlitten zyklische Segmente wie EM-Aktien, Industriemetalle und REITs.
  • Aktien gaben über den letzten Monat in der Breite nach.
  • So ist beispielsweise YTD-Gewinn beim S&P 500 von in der Spitze 9 Prozent auf nur
    noch etwa 1 Prozent gesunken.
  • Am stärksten traf es US Small Caps. Zunächst litten sie unter dem trüberen Konjunkturausblick. Jüngst wurde der Abverkauf allerdings zusätzlich durch die Krise um die Silicon Valley Bank (SVB) verstärkt.
  • Der Zinsanstieg setzte sich über den letzten Monat zuerst im Zuge robuster Konjunkturdaten und falkenhafter Zentralbankkommentare fort.
  • Ende letzter Woche kam dann allerdings mit den Nachrichten um die Pleite der SVB die abrupte Wende und die Zinsen sicherer Staatsanleihen, allen voran US-Staatsanleihen, fielen kräftig. Zudem stiegen die Credit Spreads an.
Prof. Dr. Bernd Meyer ist Chefanlagestratege und Leiter Multi Asset im Wealth and Asset Management bei Berenberg.
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Datum: 13. März 2023

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