Nachranganleihen von Banken: Rendite trotz aller Widrigkeiten

Jens Franck, nordIX AG
Jens Franck / Bild: nordIX AG
Auch wenn im Juli 2022 an den Kapitalmärkten eine Erholung eingesetzt hat, kann diese nicht darüber hinwegtäuschen, dass die gegenwärtige Krise noch lange nicht überwunden ist. Noch immer erweisen sich die hohe Inflation, Lieferengpässe und die Energiekrise als Belastungsfaktoren für Unternehmen und Verbraucher. Neben dem Ukrainekrieg droht Taiwan zum zweiten entscheidenden Konfliktherd heranzuwachsen. Für Anleger erweisen sich in dem gegenwärtigen Markumfeld somit Anlageformen als geeignet, die von möglichen neuen Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten nicht direkt betroffen sind und angesichts der hohen Inflation das Vermögen bewahren. Anleihen weisen durch den Zinsanstieg zwar eine höhere Rendite auf, aber bewegen sich noch immer auf einem niedrigen Zinslevel, das die Inflation nicht auszugleichen vermag. Eine Branche, die die meisten Anleger im Hinblick auf die genannten Kriterien wahrscheinlich gerade nicht auf dem Schirm haben, sind Banken. Hier bieten Nachranganleihen von renommierten europäischen Geldhäusern ein attraktives Rendite-Risiko-Profil.

Banken blicken auf hervorragende Berichtssaison zurück

Trotz eines herausfordernden makroökonomischen Marktumfelds blicken viele europäische Banken auf eine hervorragende Berichtssaison zurück. Die Bank Santander, die größte Bank der Eurozone, hat für das zweite Quartal 2022 einen Nettogewinn von 2,35 Milliarden Euro vermeldet. Deutschlands größte Bank, die Deutsche Bank, konnte ihren Gewinn zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro steigern . Auch der Nettogewinn des größten französischen Geldhauses BNP Paribas stieg im zweiten Quartal kräftig auf 3,18 Milliarden Euro.
 
Am 21. Juli 2022 läutete die Europäische Zentralbank das Ende der Nullzinspolitik ein. Das erste Mal seit 11 Jahren wurde der Leitzins angehoben, von 0,0 auf 0,5 Prozent. Es werden für dieses Jahr noch weitere Zinsschritte erwartet. Während die Zinswende für die Wirtschaftswelt als belastend empfunden wird, da sich dadurch die Kreditaufnahme für Investitionen verteuert, profitieren Banken von steigenden Zinsen. Denn Banken können durch höhere Zinsen ihre Einkünfte im Kreditgeschäft steigern und die Zinsmarge ausweiten.

Banken haben aus der Vergangenheit gelernt

Die vom Finanzsektor ausgelöste Finanzkrise von 2008 hat zu einem großen Vertrauensverlust in das globale Bankensystem geführt. Daraus wurden Lektionen gezogen. Um einem Zusammenbruch der Weltwirtschaft vorzubeugen, wurden die Auflagen für Banken deutlich verschärft. Und der Regulierungsprozess ist noch lange nicht abgeschlossen. So müssen Banken einen größeren Eigenkapitalpuffer zur Risikoabsicherung vorhalten. Die Einführung des sogenannten Output Floors soll dafür sorgen, dass intern berechnete Eigenmittelanforderungen nur zu einem bestimmten Prozentsatz von dem nach der Standardmethode Kreditrisikostandardansatz (KSA) ermittelten abweichen dürfen.
 
Die Basel-Reformen haben zu einer sichtbaren Stabilisierung des Bankensektors beigetragen. Beispielsweise offenbaren die quartalsweisen Veröffentlichungen der Europäischen Banken-Aufsichtsbehörde EBA, dass über die vergangenen Jahre das harte Kernkapital (CET1) der europäischen Banken deutlich gestiegen ist.
Quelle: European Banking Authority, nordIX AG
Der Anteil notleidender Kredite, also der Kredite, bei denen die Kreditnehmer den Kredit nur verzögert zurückzahlen oder gar nicht mehr bedienen können, ist laut der EBA im gleichen Zeitraum gesunken. Die NPL-Quote betrug zuletzt 1,9 Prozent, der niedrigste Wert seit Veröffentlichungszeitraum.
Quelle: European Banking Authority, nordIX AG

Nachranganleihen von Banken: attraktive Verzinsung bei geringem Risiko

Die skizzierte Entwicklung des Bankensektors wirkt sich positiv auf das Rendite-Risiko-Profil von Nachranganleihen von Banken aus. Nachranganleihen sind ein Segment des Fixed Income-Marktes, bei denen das höhere Risiko eines Kreditausfalls durch eine höhere Verzinsung belohnt wird. Denn im Falle einer Insolvenz des Anleiheemittenten wird der Besitzer der Nachranganleihe gegenüber vorrangigen Anleihegläubigern (sog. Senioranleihen) nachrangig aus der Insolvenzmasse bedient – nur noch die Ansprüche der Aktionäre kommen danach. Im schlimmsten Fall droht der Totalverlust. Bei ausgewählten Nachranganleihen von Banken beträgt die Verzinsung derzeit teilweise deutlich über sieben Prozent. Jedoch führen die strikten regulatorischen Maßnahmen dazu, dass das Risiko eines Totalausfalls der Banken-Nachranganleihen signifikant gesunken ist. Werden die Renditen nachrangiger Anleihen von Banken ins Verhältnis zu der höheren Kreditqualität der Emittenten gesetzt, zeigt sich das attraktive Rendite-Risiko-Profil dieses Anlagesegments. Selbst während den Marktverwerfungen infolge des Ausbruchs der Coronapandemie im März 2020 ist der Einstiegszeitpunkt nicht so attraktiv gewesen wie derzeit.
Quelle: European Banking Authority, nordIX AG

Fondslösung mindert Risiko

Nachranganleihen weisen komplexe Emissionsbedingungen auf, die für den Privatanleger oftmals nicht einfach zu durchschauen sind. Über eine aktiv gemanagte Fondslösung wird dem Anleger die herausfordernde Aufgabe der Titelselektion abgenommen und das Anlagerisiko durch die Auswahl eines breiten Portfolios aus Nachranganleihen gemindert. Ein Beispiel für solch eine Investmentfondslösung ist der nordIX Renten plus R Fonds. Neben Bankanleihen werden auch Nachranganleihen aus der Versicherungsbranche, die von der Solvency II-Regulierung profitieren, in den Fonds aufgenommen. Das Gewicht jedes Titels ist auf jeweils 3,50 Prozent begrenzt. Beispiele für Emittenten sind bekannte europäische private Großbanken wie die Deutsche Bank, Commerzbank, Barclays oder Santander, aber auch genossenschaftliche Bankinstitute wie die DZ Bank, die dem Sparkassensektor zugehörige Landesbank Hessen-Thüringen oder die österreichische Erste Bank. Neben der Bonität der Emittenten wird auch Nachhaltigkeit berücksichtigt. So weist der nordIX Renten plus ein ESG-Rating von AAA von der ESG-Ratingagentur MSCI ESG auf und ist als Artikel 8-Fonds („hellgrün“) nach der Offenlegungsverordnung gelistet. Somit können Privatanleger auch noch nachhaltig anlegen.
Jens Franck ist Leiter Portfoliomanagement und Partner bei der nordIX AG. Bevor Jens Franck das Team der nordIX ergänzte, war er mehr als 25 Jahre in verschiedenen Funktionen im Rentenhandel, Rentensales und im Fondsmanagement u.a. bei der Dresdner Bank, die DEKA-Investment GmbH und Bank of America Merril Lynch tätig
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