Börse am Donnerstag - Jahresendrallye und Fußballdrama

Manfred Schmid im Interview mit Ulrich Kirstein
Manfred Schmid und Ulrich Kirstein
Leider waren Manfred Schmid und Ulrich Kirstein in den ersten fünf Minuten so verschwommen, dass wir sie aus dem Interview geschnitten haben. Also die fünf Minuten! Aber, wir haben einen Text dazu, den wir hier liefern, zumindest zum Nachlesen:
 
Hallo Mani, was steht an? Heute kein Handel in den USA, es ist wieder der Tag des Truthahns, Thanksgiving in den USA, die Börse dort zu und bei uns ruhig, oder?
 
Manfred Schmid: Ja, seit unserem letzten Interview ging es an der Börse verhalten aufwärts, so eine Art positive Seitwärtsbewegung. Die Gründe sind vielfältig: Die meisten Indikatoren waren eher erfreulich, die Erzeugerpreise, vor allem die Energiepreise sind gesunken, das deutet darauf hin, dass auch die Inflationsraten ihren Gipfel bald überschritten haben dürften. Dann war da noch das Fed-Protokoll, pünktlich vor dem Feiertag, das den Hinweis gab, dass die Mehrheit der Fed mit einer Verlangsamung der Zinserhöhungen rechnet. Andererseits fiel gestern der Indes des Verbrauchervertrauens der Uni Michigan auf den niedrigsten Stand – in den USA ist der private Konsum aber sehr viel wichtiger als bei uns für die Konjunktur. Da ist es vielleicht gar nicht so schlecht, das in den USA Feiertag ist, normal kommen ja gegen 15:30 Uhr die Amerikaner und dann geht’s ab, heute also eher nicht, da gönnen die sich ihren Truthahn.
 
Oder einen Veghahn… Dafür ist am Freitag Black Friday, inzwischen ja auch bei uns, ähnlich wie Halloween, ist es über den großen Teich geschwappt. Gibt das auch den Aktien Zunder?
 
Mani: Was auch immer Du darunter verstehst, es wird auf jeden Fall ein nicht uninteressanter Indikator, wie so das Weihnachtsgeschäft ablaufen wird. Es heißt ja überall, die Menschen üben sich in Kaufzurückhaltung, sparen, sind vorsichtig. Nicht gut für die Konjunktur. Der Onlinehandel boomte während der Pandemie und fiel dann wieder zurück, scheint sich jetzt aber wieder zu erholen. Allerdings, wenn ich so in die Einkaufsstraßen schaue, dann ist das nicht so, wenigstens hier in München.
 
Olaf Scholz hat gesagt, „das ist eine Krise, von der wir heute sagen können: Unser Land hat sie im Griff“. Irgendwie kann man das so und so verstehen, wir kommen mit der Krise klar oder sie, die Krise, hat uns voll im Griff, oder nicht?
 
Mani: Nun ja, Wortklauberei ist ja Dein Geschäft! Ich denke, dass wir aktuell wohl mit der Krise ganz gut umgehen können, wobei ganz gut heißt, dass wir das mit einer hohen Verschuldung erkaufen. Wie es aber nächsten Winter und überhaupt längerfristig aussieht, das scheint mir noch keinesfalls gelöst. Aktuell und auch in den nächsten Jahren werden wir nur mit Sonne und Wind nicht auskommen – das heißt, entweder geht die stromintensive Industrie oder wir lassen die Kohlekraftwerke weiterlaufen auf Kosten der CO2-Reduzierung oder wir kehren doch wieder zur Atomkraft zurück.
 
Und die Frage zur Jahresendrallye gibts dann wieder im Video:
Das nächste Börse am Donnerstag - Live aus der Marktsteuerung findet am 6. Dezember  um 15:00 Uhr statt. Und richtig, das ist gar kein Donnerstag, aber Manfred Schmid ist nur am Dienstag abkömmlich und dann ist da ja auch noch Nikolaustag. Wenn Sie dabei sein und vielleicht Fragen im Chat stellen wollen, gerne hier anmelden!