Money Monster

Eine Filmkritik von Marile Glöcklhofer
Bild: Glöcklhofer

Die Voraussetzungen für einen idealen Kinoabend hätten nicht besser sein können: Regenwetter, fünfte Reihe Mitte im Lieblingskino und niemand vor mir, und der Film im Original mit Untertiteln. Doch hier fängt das Problem leider an - der Film. Es mag keine richtige Freude aufkommen, und es liegt nicht an den Hauptdarstellern, den Hollywood-Megastars Julia Roberts und George Clooney. Von beiden, und dazu unter der Regie von Jodie Foster, erwartet man einen guten Film, unterhaltsame Qualität und dazu ein bisschen kritisch. Doch der Reihe nach.

Eine Show mit Knalleffekten

Worum geht es? George Clooney mimt den Anchor Man einer Finanz-Show namens Lee Gates und das tut er nicht mal schlecht. Seriosität und Langeweile sind seine Stilmittel nicht, er lockert das Thema mit Tanzeinlagen, leicht bekleideten Girls und Knallereffekten auf.
 
Julia Roberts ist die professionelle Producerin, die sourverän die Sendung leitet und sich in dem Glauben wiegt, auch ihren Moderator im Griff zu haben. Unglaubwürdig wird das ganze, als ein junger, wütender Mann mit Knarre und Sprengstoffgürtel das Studio kapert. Er hat bei einer Investition auf einen todsicheren Tip in der Sendung seine ganzes Hab und Gut verloren, 60.000 ererbte Dollar. Doch der Moderator weiß heute nicht mehr, was er gestern versprochen hat, todsichere Tipps gibt es schließlich täglich neu und das »todsicher« war nicht so wörtlich gemeint.

Der Falsche liegt am Boden

Es kommen noch eine schwangere Freundin, ein habgieriger und skrupelloser Tycoon, ein koreanischer Programmierer und eine südafrikanische Verschwörung ins Spiel. Sorry, I don’t buy it. Total überzogen, wie der Geiselnehmer zum Rächer der Verlierer stilisiert wird und der windige Nachrichtenmann die Wahrheit herausfinden möchte.
 
Am (vorhersehbaren) Ende kommt der Schurke davon und der falsche liegt erschossen am Boden. Lee Gates alias George Clooney runzelt die Stirn und ist zerknirscht  – irgendwie komisch, hat ihm doch der Typ eine Sprengstoffweste umgeschnallt und ständig mit der Pistole vor seiner Nase herumgefuchtelt.In der Reihe der jüngsten Wall-Street-Streifen nach The Big Short (2015) und The Wolf of Wall Street (2013) meiner Meinung nach der schwächste Film.
 
Insofern, eher Flop als Top! Aber es wird sicher nicht der letzte Film dieses Genres sein.