5G – Der Sputnik Moment

Thomas Rappold
Thomas Rappold
Donald Trump und sein Aussenminister Pompeo haben sich auf den chinesischen Hauptfeind namens Huawei eingeschossen. Aus dem Grundverständnis der USA und insbesondere der Republikaner ist es schwer zu verstehen, warum eine Technologie wie 5G, die nicht aus den USA kommt, besser sein soll. Die amerikanische Telekommunikationsindustrie angeführt von Lucent und Motorola ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Zu Lucent gehörten die renommierten Bell Labs, aus denen zahlreiche Nobelpreisträger wie William Shockley, der Erfinder des Transistors und damit der modernen Digitalelektronik, hervorgingen.

Kein einheitlicher Mobilfunkstandard in USA

Inzwischen wurde der einst mächtige Telekommunikationsausrüster nach vielen Krisen in seine Einzelteile seziert. Ein Teil lebt unter dem Markennamen Alcatel-Lucent weiter und gehört mehrheitlich dem chinesichen Konzern China Huaxin. Der Rest ging im finnischen Nokia Konzern auf. Während die Europäer in den 1990er Jahren auf den Mobilfunkstandard GSM setzten und so für einen homogenen und großen Telekommunikationsmarkt sorgten, gab es in den USA mehrere konkurriende Standards, mit der Folge, dass es an Größe und Skalierung für die Ausrüster fehlte.

Die Defizite der Technologienation USA

Mit dem Niedergang von Motorola und Lucent war der Aufstieg von Huawei verbunden. Die Chinesen starteten mit einfacher Technologie und Kampfpreisen in Entwicklungsländern und schwangen sich international zum führenden 5G Technologiekonzern auf. Nach Siemens meldete Huawei im vergangenen Jahr die meisten Patente am europäischen Patentamt mit Schwerpunkt 5G an. Trumps Direktive eines Huawei Embargos zeigt schonungslos die Defizite der führenden Technologienation.

Das Rennen um 5G

Im Februar widmete sich der US Senat unter der Überschrift „Siegen im Wettlauf zu 5G um Amerika international wettbewerbsfähig zu halten“ dem Thema. Die Senatoren waren sich einig, dass die USA das Rennen um 5G zwingend gewinnen müsse, ansonsten verlöre das Land dauerhaft seine wirtschaftlichen und sozialen Vorteile als weltweiter Technologieführer. Setzt die USA nun ein fokussiertes Investitionsprogramm vergleichbar der Mondmission für 5G auf, so dürfte das Silicon Valley angeführt von Cisco, Intel, Nvidia, Qualcomm und Xilinx profitieren. Letztere hob vergangene Woche seinen Umsatzausblick für 2020 nochmals an – wegen der anziehenden 5G Nachfrage.
Nachdruck aus Börse Online
Thomas Rappold, geboren 1971, ist Internetunternehmer und Investor. Bereits mit 14 Jahren erlernte er die ersten Programmiersprachen im Selbststudium auf dem damaligen Kultcomputer Commodore C64. Als einer der ersten Absolventen des europaweit ersten Studiengangs Medieninformatik trug er als Mitarbeiter der Strategiegruppe Internet bei Allianz SE maßgeblich zu damals bahnbrechenden neuen Finanzportalen für Privat- und Geschäftskunden bei.
Seit über zehn Jahren erfolgreicher Unternehmer einer Internet-Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft und Gründer von zahlreichen Internet-Start-ups ist Thomas Rappold ein profunder Kenner des Silicon Valley und dort als Investor an verschiedenen Start-ups beteiligt. Mehr über Thomas Rappold und das Silicon Valley finden Sie auf seiner Homepage www.silicon-valley.de.
Im Finanzbuchverlag München veröffentlichte Thomas Rappold jüngst "Silicon Valley Investing. Investieren in die Superstars von heute, morgen und übermorgen".

       

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Siemens 118,00 1,94%
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Nokia N 3,708 1,01%
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Cisco Systems Rg 44,55 0,50%
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Intel Rg 62,20 9,70%
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Motorola Soltn Rg 160,44 0,17%
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NVIDIA Rg 232,55 2,11%
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Qualcomm Rg 83,19 -0,44%
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