Die Hauptversammlung - Zeit für Dividenden

Werner W. Rehmet, MyDividends
Werner W. Rehmet / Bild: MyDividends
Im Wonnemonat Mai findet eine Vielzahl an Hauptversammlungen statt. Allein im DAX lädt mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre Aktionäre zu diesem jährlich stattfinden Ereignis. Dabei wird auch über die Dividende abgestimmt.
Obwohl der DAX das Jahr 2018 mit einem Kursminus von rund 18,3 % abschloss, dürfen sich die Aktionäre über eine neue Rekordausschüttung freuen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die im DAX-Index gelistet sind, laden ihre Anteilsinhaber im Monat Mai zur jährlichen Aktionärsversammlung. Dabei wird auch über die Gewinnausschüttung (Dividende) für das letzte Jahr abgestimmt. Alle Konzerne aus dem DAX schütten in diesem Jahr eine Dividende aus. In Summe steigt die Gesamtausschüttung im Vergleich zum Vorjahr um fast 6 Prozent auf rund 38,6 Mrd. Euro (Quelle: Dividendenstudie Deutschland 2019, von Dividendenadel).

Stete Dividendenzahler

Betrachtet man die reine Höhe der Dividendenrendite sind Automobilfirmen weit oben zu finden. Unter langfristigen Gesichtspunkten ist für uns die Dividendenkontinuität aber sehr wichtig. Da Automobilfirmen von der konjunkturellen Entwicklung abhängig sind, muss man hinter die Dividendenkontinuität ein kleines Fragezeichen setzen. Unter dem Gesichtspunkt stetige Dividendenanhebungen zeichneten sich in der Vergangenheit andere Konzerne aus dem DAX aus.
 
So steigerte Henkel in diesem Jahr seine Dividende das neunte Jahr in Folge. Auch BASF erhöhte die Dividende das neunte Jahr in Folge. Europas größter Softwarekonzern SAP beteiligt die Aktionäre seit dem Gang an die Börse im Jahr 1988 über eine Dividende am Unternehmenserfolg. In diesem Zeitraum wurde die reguläre Dividende nie gesenkt. Ganz oben auf der Liste der konstanten Dividendenanheber stehen die DAX-Werte Fresenius und die Tochterfirma Fresenius Medical Care mit einer Serie von 26 bzw. 22 Jahren an Dividendenerhöhungen. Allerdings ist bei beiden Werten die Höhe der Dividendenrendite relativ niedrig und die Kursentwicklung fällt auf Sicht der letzten 12 Monate enttäuschend aus.

Ausblick auf 2019

Wer auf Firmen mit einer langen Historie an Dividendenerhöhungen setzen will, kommt an amerikanischen Firmen nicht vorbei. So gibt es in den USA fast 60 Firmen, die mindestens 25 Jahre in Folge ihre Dividende jedes Jahr angehoben haben (Dividendenaristokraten). Im marktbreiten S&P-500-Index schütten derzeit 418 Firmen eine Dividende aus. Seit dem Jahr 1926 tragen Dividenden zum Gesamtertrag einer Aktie (Total Return) rund ein Drittel bei. Die Aristokraten aus dem S&P-500-Index haben auf längere Sicht betrachtet den Gesamtmarkt (S&P-500-Index) outperformt. Insgesamt kletterte die Dividendensumme im Jahr 2018 um 8,7 Prozent auf den Gesamtbetrag von 456,3 Mrd. US-Dollar.

Langsameres Dividendenwachstum in USA

Doch wie geht es nun weiter? Im letzten Jahr profitierten die US-Werte noch von den Steuerreformen durch Präsident Donald Trump. Im ersten Quartal 2019 hat sich das Wachstum der Dividende bereits verlangsamt. So betrug der durchschnittliche Zuwachs der Dividende im ersten Quartal 2019 8,81 Prozent nachdem der Zuwachs im ersten Quartal 2019 noch bei 13,92 Prozent lag. Insgesamt rechnet der US-Experte Howard Silverblatt im Fiskaljahr 2019 mit einem Anstieg der Dividendensumme um 5,4 Prozent. Es wäre das achte Rekordjahr in Folge für Dividenden.

Dividenden bleiben den Prognosen zufolge also auch in diesem Jahr in der Erfolgsspur. Unverändert präferieren wir vor allem Firmen, die in der Vergangenheit in guten wie in schlechten Zeiten eine Dividende an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben. Hierzu zählen vor allem Konsumgüterfirmen sowie Nahrungsmittel- und Getränkekonzerne. Produkte wie Hygieneartikel oder Nahrungsmittel werden immer benötigt.

Kandidaten, die zu Dividendenperlen reifen können

Neben Traditionskonzernen wie Procter & Gamble oder auch PepsiCo achten wir auch auf Werte, die sich in der Zukunft zu Dividendenperlen entwickeln könnten. Hierzu zählen auch Technologiefirmen wie Microsoft, Texas Instruments oder Oracle und Apple. Auch Werte wie Nike oder Starbucks haben langfristig das Potential zu Dividendenaristokraten zu reifen. Bei diesen potenziellen Kandidaten werden wir auch in Europa fündig. Der französische Luxusgüterkonzern LVMH gab in diesem Jahr die zehnte jährliche Dividendenanhebung in Folge bekannt. Bei Luxusgüterfirmen müssen Investoren aber beachten, dass diese ebenfalls von der konjunkturellen Entwicklung abhängig sind.

Thema Gesundheit im Blickpunkt

Als Wachstumsbranche stufen wir auch den Markt für Duft- und Geschmacksstoffe ein. Der MDAX-Wert Symrise hebt die Dividende das neunte Jahr in Folge an. Symrise will im laufenden Geschäftsjahr stärker als der Markt wachsen. Schätzungen zufolge soll dieser weltweit um 3 bis 4 Prozent zulegen. Auch das Thema Gesundheit steht weiter im Blickpunkt. Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk gab in diesem Jahr die 21. Dividendensteigerung in Folge bekannt. Natürlich sollten Investoren beachten, dass die Entwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für die künftige Entwicklung darstellt. Wer aber auf gut aufgestellte Firmen mit einer soliden Dividendenhistorie setzt, die darüber hinaus in einem Wachstumsmarkt tätig sind, hat für den langfristigen Erfolg mit Dividenden schon vieles richtig gemacht.
Werner W. Rehmet ist der Gründer und Herausgeber von MyDividends. Nach seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium durchlief er mehrere Stationen bei renommierten Bankhäusern. In langjährigen Aufenthalten an der Wall Street und an wichtigen Finanzzentren wie Zürich setzte er sich intensiv mit verschiedenen Börsenthemen auseinander. Hier folgten auch erste Medienauftritte und Publikationen zu zahlreichen Börsenthemen. Seine umfangreichen Kenntnisse im Börsengeschäft führten schließlich zur Gründung der Börsenplattform MyDividends.de, die sich ausschließlich dem Thema Dividenden widmet, unter dem Motto „der Ertrag zählt“.
Auf der Website der Börse München finden Sie jederzeit aktuelle Dividenden-News unter der Sparte Nachrichten!
Hinweis: Werner W. Rehmet kann Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten und somit kann ein möglicher Interessenskonflikt bestehen.
 

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Fresenius Med Care 66,78 1,80 %
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Henkel I 82,50 1,41 %
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SAP 113,78 -0,33 %
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DB DAX 12.115,50 -0,44 %
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Fresenius I 47,00 N.A.
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BASF 60,57 -1,90 %
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Symrise I 88,26 -0,50 %
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Novo Nordisk -B- 45,69 -1,30 %
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LVMH 354,25 -0,30 %
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Apple 171,86 -0,82 %
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Microsoft Rg 118,00 0,87 %
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Nike -B- 74,47 0,50 %
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Oracle Rg 47,45 0,73 %
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Pepsico Rg 118,02 0,41 %
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Procter&Gamble Rg 99,49 1,83 %
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DB S&P 500 2.887,75 -0,18 %
Starbucks Rg 75,28 1,96 %
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Texas Instrument Rg 96,02 -2,35 %
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