Cyberanschläge – Techkonzerne rüsten beim Datenschutz auf

Rahul Bhushan, Rize ETF

Rahul Bhushan, Rize ETF
Cyberkriminalität ist weiterhin allgegenwärtig, viele Angriffe sind besonders rücksichtslos und sogar lebensbedrohlich. So legte ein Anschlag Anfang Juni das irische Gesundheitssystem lahm und verhinderte den Zugriff auf Patientenakten. In der Folge mussten unzählige Arzttermine und Operationen abgesagt werden. Auch vor den beiden Techgiganten Microsoft und Google machen Kriminelle nicht halt. Die persönlichen Daten von Milliarden ihrer Nutzern wurden gestohlen oder sickerten online durch. Investitionen in mehr Datenschutz sind existenzsichernd und gewinnversprechend zugleich. Aktuelle Umfragen und Aktivitäten großer Techkonzerne wie Apple untermauern diese These.
Es vergeht kaum ein Tag ohne Negativschlagzeilen zu Cyberangriffen, die zumindest eines verdeutlichen: digitaler Datenschutz ist für Unternehmen und die Gesellschaft gleichermaßen unabdinglich. Allein die Angriffe auf Colonial Pipeline und den fleischverarbeitenden Riesen JBS in Brasilien zeigen die möglichen, durch Cyberangriffe drohenden Schäden: beide Unternehmen zahlten 4,4 Millionen, bzw. 11 Millionen US-Dollar an Lösegeld, um die Kontrolle über ihre Computersysteme wiederzuerlangen – Einbußen, die man mit angemessenen Sicherheitsstrategien hätte vermeiden können.
 
So sehr es viele Institutionen und Privatpersonen schmerzt, wenn Cyberangriffe Schwachstellen offenlegen - für Anleger bedeutet diese Situation letztlich große Investitionschancen.

Schwachstellen-Treiber IoT

Und die Risiken dürften angesichts des sich ausweitenden Internet der Dinge (IoT) sowohl für Unternehmen als auch Privatpersonen noch weiter zulegen. Erwartungen zufolge wird sich der IoT-Markt neben Smartphones, Tablets, Wearables und Smart-Home-Geräte demnächst auch auf Autos, Krankenhäuser und medizinische Geräte, Industrie- und landwirtschaftliche Maschinen und vieles mehr ausweiten. Bis 2025, wenn die 5G-Technologie weiter ausgebaut sein wird, wird die Anzahl der per IoT angeschlossenen Geräte voraussichtlich 30 Milliarden (derzeit 13,8 Milliarden) übersteigen, was bedeutet, dass der Datenschutz wichtiger denn je wird. Hinzu kommt die Gefahr der klassischen Methode der Cyberkriminalität, dem Datendiebstahl. So ist beispielsweise Anfang Juni dieses Jahres eine 100 Gigabyte große Textdatei mit 8,4 Milliarden Passworteinträgen online gestellt worden, die die bis dato die größte Datenpannen aller Zeiten darstelle. Ein weiteres prominentes Beispiel ist das irische Gesundheitssystem. Als es im Mai von Kriminellen lahmgelegt wurde, wurde der Zugriff auf Patientenakten unterbrochen, Covid-19-Tests verzögerten sich, und unzählige Arzttermine und Operationen wurden abgesagt.

Apple als Vorreiter im Datenschutz

Neue Untersuchungen legen nahe, dass der Wunsch, die eigenen persönlichen Daten zu schützen, sehr präsent ist. So fand das Datenschutz-Unternehmen Invisibly in Umfragen heraus, dass für 68 Prozent der Befragten digitale Privatsphäre wichtig ist und gleichzeitig 82 Prozent Maßnahmen begrüßen, die Unternehmen und Geräte daran hindern, ihre persönlichen Daten zu sammeln und zu teilen. Auch Techgigant Apple hat in der Vergangenheit einen ziemlich guten Job gemacht hat, wenn es darum ging, Kipppunkte bei den Verbrauchern zu erkennen und sie zu seinem Vorteil zu nutzen. Mit Anwendungen wie TouchID, Apple Wallet und die Einführung der App-Tracking-Transparenz-Funktion mit iOS 14.5, die verhinderten, dass Apps von Drittanbietern Apple-Nutzer über das Web verfolgen, konzentriert sich der Konzern schon seit einiger Zeit auf die Sicherung der digitalen Privatsphäre auf seinen Geräten.

Neue Player machen bekannten Größen beim Datenschutz Konkurrenz

Auch der jüngst angegriffene Google-Konzern fügte seiner neuesten Android-Version kürzlich ein Datenschutz-Dashboard hinzu. Wer die Entwicklungen dieser Landschaft beobachtet, erkennt, dass Google mit seinem Kerngeschäftsmodell der Suchwerbung die entsprechenden Vorkehrungen offenbart hat. Es gibt jedoch eine Reihe von weiteren Unternehmen, die sich auf moderne Lösungen für den digitalen Datenschutz in der Cloud-Infrastruktur, die Verwaltung von Identitätszugriffen und Zero-Trust-Sicherheit konzentrieren. Beispiele hierfür seien Ping Identity, NortonLifeLock, IBM, Sailpoint, Avast, OneSpan und Okta. Außerdem treten neue Anbieter in den Markt ein, darunter ForgeRock, ein Unternehmen für Identitätsüberprüfungssoftware, das kürzlich bekannt gegeben habe, dass es seinen Börsengang vorbereite.  
 
Da Cybersicherheit und digitaler Datenschutz zunehmend verschmelzen und sich überlappen, wird die M&A-Aktivität zunehmen, da Unternehmen versuchen, Wettbewerbslücken und Produktlücken zu schließen. Kürzlich hat Okta die 6,5 Milliarden Dollar teure Übernahme der renommierten Identitätsauthentifizierungsplattform für Anwendungsteams, Auth0, abgeschlossen. Zweifellos werden ähnliche Aktivitäten in nächster Zeit folgen.

Verwandter ETF

Der Rize Cybersecurity and Data Privacy UCITS ETF (RCRS) versucht, den Foxberry Tematica Research Cybersecurity & Data Privacy Index zu replizieren, der börsennotierte Unternehmen erfasst, die erhebliche Einnahmen aus der Erbringung von Produkten und Dienstleistungen erzielen, die Einzelpersonen und Organisationen vor Cyber-Bedrohungen schützen. Er ist Europas erster ETF für Cybersicherheit und Datenschutz und bietet Anlegern die Möglichkeit, sich mit einer boomenden Branche auseinanderzusetzen, die von neuen Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes auf der ganzen Welt angetrieben wird.
Rahul Bhushan ist Mitgründer von Rize ETF, eines in London ansässigen, auf thematische ETFs spezialisierten Vermögensverwalters. Bhusan repräsentiert das Unternehmen in allen Fragen der Öffentlichkeitsarbeit. Davor war er bei Legal&General Investment Management in London als Senior Product Spezialist für die Entwicklung neuer, vor allem thematischer und nachhaltiger Anlagestrategien tätig. Der in London beheimatete Bhushan startete seine Karriere beim internationalen Finanzdienstleister Nomura. Zunächst war er dort als Analyst, kurze Zeit später bereits als Associate Director im Bereich Strukturierte Aktienderivate tätig. Weitere Stationen führten ihn zum britischen Finanzberater Portman Associates. 2016 stieg er als Direktor und ETF-Produktspezialist beim ETP-Anbieter ETF Securities ein. Bhushan absolvierte sein Masterstudium im Bereich Finanzen an der renommierten IE Business School in Madrid. Zuvor studierte er Internationales Management und Französisch an der Universität von Bath, Großbritannien. Seine Muttersprachen sind Englisch, Schwedisch und Hindi. Daneben spricht er fließend Französisch.

Eine Investition in Fonds ist mit Risiken verbunden, darunter Illiquidität, fehlende Dividenden, Investitionsverlust und Verwässerung, und sollte nur als Teil eines diversifizierten Portfolios erfolgen. Die Fonds können in einer oder mehreren europäischen Rechtsordnungen registriert oder anderweitig zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sein. Anleger sollten die Bedingungen für die Anlage in einen Fonds (oder eine Anteilsklasse) weiterhin sorgfältig prüfen und professionelle Anlageberatung einholen, bevor sie eine Entscheidung zur Anlage in einen solchen Fonds (oder eine Anteilsklasse) treffen.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Avast Rg 6,65 0,00%
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RIZE Cybersecurity And Data Privacy UCITS ETF USD Acc 6,662 0,27%
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Alphabet-A Rg 2.432,00 0,85%
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Apple 124,28 0,78%
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IBM Rg 124,65 2,47%
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JBS Sp ADR 11,70 0,00%
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Microsoft Rg 260,00 -0,08%
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NortonLifeLock Rg 21,695 0,63%
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Okta-A Rg 220,85 2,53%
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SailPnt Tch Hldg Rg 39,46 1,28%
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