Aprilwetter an der Börse
Im April fällt Deutschland nach Börsenumsätzen wieder auf den zweiten Platz zurück mit einem Anteil von nur noch 23 (26) Prozent, während die USA mit 31 (19) Prozent deutlich vorbeiziehen. Die beiden Aktienarten von Alphabet (A- und C-Aktien) machen allein fast 16 Prozent des Umsatzes mit US-Titeln aus. Kanada behauptet mit 11 (10) Prozent Rang drei mit Almonty Industrie, IAMGOLD und Sierra Madre Gold. Auf den weiteren Plätzen folgen Großbritannien mit Shell und Tungsten West sowie ARM Holdings, Frankreich mit Total Energies und AXA sowie die Niederlande mit ASML Holding, Nebius Group und ING Groep. Genau vor fünf Jahren bewegte sich der Anteil deutscher Aktien am Umsatz noch bei 40 Prozent!
Auch bei der Zahl der Orderausführungen, den Trades, schieben sich die USA im April auf Platz 1 mit 23 (19) Prozent Anteil, Deutschland verharrt zwar bei 18 (18) Prozent, belegt damit aber Rang zwei, weil Kanada mit nur noch 12 (21) Prozent deutlich auf Rang drei zurückfällt.
Die zehn meistgehandelten deutschen Aktien: Rheinmetall bleibt Spitze
Im April gibt es wenig Bewegung unter den ersten zehn Aktien, es handelt sich ausschließlich um Dax-Titel mit den beliebten Werten Rheinmetall und Siemens Energy an der Spitze. Als einziger Autotitel schafft es Mercedes-Benz unter die ersten zehn. Neu ist auch Adidas vertreten - vielleicht wirft hier die Fußball-WM bereits ihre Schatten voraus?
Bei der Zahl der Trades liegt im März SAP vorne, gefolgt von Siemens Energy und Rheinmetall. Die Werte decken sich größtenteils mit den umsatzstärksten Aktien, nur dass auf Platz neun und zehn Infineon und die Deutsche Lufthansa vertreten sind.
Die meistgehandelten US-Titel: Alphabet brilliert an der Börse
Bei den US-Titeln ist zumindest etwas mehr Bewegung als bei den deutschen Aktien: Mit deutlichem Abstand an der Spitze liegen die C-Aktien von Alphabet, die A-Aktien erringen Position 4. Auf Rang drei schiebt sich Western Digital, ein Hersteller von Datenspeichergeräten aus San Jose. Die beiden IT-Konzerne Oracle und Intel kommen ebenfalls neu unter die zehn meistgehandelten US-Aktien.
Die beliebtesten US-Titel nach Orderbuchvolumen:
Legt man bei den US-Titeln die Zahl der Trades zugrunde, schieben sich Microsoft und Strategy an die Spitze. Außerdem zählen einmal mehr D-Wave Quantum, SunHydrogen, Nike und Robinhood Markets ähnlich wie im Vormonat zu den meistgehandelten Werten.
Die zehn meistgehandelten Aktien ohne Deutschland und die USA: Kanada an der Spitze
Betrachten wir den Rest der Welt kommen fünf Unternehmen aus Europa. Kanada holt auf mit zwei Neulingen, Almonty Industry, einem Hersteller von Wolframkonzentrat mit Sitz in den USA und der Börsennotierung in Kanada, und dem Goldproduzenten IAMGOLD Corp. aus Toronto. Equinor aus Norwegen und ASML aus den Niederlanden sind alte Bekannte. Der auf Infrastrukturlösungen ausgerichtete Technologiekonzern Nebius Group kommt ebenfalls aus den Niederlanden.
| April 2026 | Land | März 2026 | Land |
| Almonty Industry | Kanada | KGHM Polska Miedz | Polen |
| IAMGOLD Corp. | Kanada | SK Hynix | Republik Korea |
| SK Hynix | Republik Korea | Equinor | Norwegen |
| Total Energies | Frankreich | Droneshield | Australien |
| Equinor | Norwegen | Kioxia Holdings | Japan |
| Droneshield | Australien | Taiwan Semiconductor Manufactoring | Taiwan |
| Taiwan Semiconductor Manufactoring | Taiwan | Seagate Technology | Irland |
| ASML | Niederlande | Shell | UK |
| Nebius Group | Niederlande | Samsung Electric GDRS NV | Republik Korea |
| Seagate Technology | Irland | Total Energies | Frankreich |
Nach Zahl der Trades zeigen sich einige Änderungen: Wie im März liegt die australische Droneshield an der Spitze, gefolgt von Magyar Telekom aus Ungarn und Tungsten West aus Großbritannien. Ansonsten sind hier CD Projekt aus Polen, Kazatomprom aus Kasachstan sowie die beiden kanadischen Unternehmen Talent Infinity Resource Develepments und Redwood AI dabei.
Die beliebtesten Fonds: Renten, Geldmarkt, Aktien
Im April finden sich nur der S+H Substanzwerte Fonds und der Umweltbank-Fonds wieder unter den ersten zehn. Neben beliebten Fonds wie Vermögensmanagement Wachstum oder Balance handeln die Anleger im April an erster Stelle einen Renten-Fonds mit dem geographischen Schwerpunkt auf Europa. Daneben spielen Geldmarktinstrumente sowie weltweit investierte Aktien die Hauptrolle.
Auch hier stellen wir die 10 mit dem größten Umsatzvolumen vor:
Meistgehandelte ETPs: Aktien weltweit sind Gold wert
Bei den Exchange Traded Funds (ETFs) bewegt sich mit Blick auf die beiden Vormonate nur wenig, global diversifizierte Aktien spielen weiterhin die Hauptrolle, aber auch Anleihen, Gold und Silber werden gehandelt.
Die 10 ETPs mit dem größten Handelsvolumen vor:
Und Anleihen?
Anlegerinnen und Anleger an der Börse München investieren auch weiterhin sehr intensiv in Renten. Jenseits von Bundesanleihen, Obligationen sowie Staatsanleihen geben wir hier eine kurze Übersicht über die beliebtesten Anleihen - wir wählen hier die Anzahl der Orders mit Kupons von teilweise nahe 10 Prozent:
- Volkswagen Leasing 23/29, Zins: 4,625 Prozent
- Mercedes-Benz 24/30, Zins: 3,25 Prozent
- Mercedes-Benz 24/30, Zins: 3,25 Prozent
- Fresenius Medical Care 25/32, Zins: 3,75 Prozent
- EnBW 23/35, Zins: 4 Prozent
- Volkswagen Leasing 24/31, Zins: 4 Prozent
- RCI Banque 24/30, Zins: 3,875 Prozent
- General Electric 05/35, Zins: 4,125 Prozent
- E.ON 24/44, Zins: 4,125 Prozent
- Kion Group 26/31, Zins: 4,125 Prozent
Fazit: Fokus auf US-Aktien
Sowohl nach Börsenumsätzen als auch nach der Zahl der Trades liegt Deutschland im Ranking der Anleger im Monat April nur auf Platz zwei, währen die USA souverän mit 31 beziehungsweise 23 Prozent Anteil führen. Kanada liegt jeweils auf Platz drei, verliert zwar deutlich, trotzdem ist der Abstand zum vierten noch immer groß.
Bei ETPs wie Fonds stehen vor allem Aktien im Vordergrund, weltweit diversifiziert, mit Schwerpunkt MSCI und MCSI Emerging Markets sowie Aktien aus den USA. Doch wird Kapital auch in Geldmarktfonds geparkt und nicht zuletzt spielen Anleihen wieder eine Rolle.
Insgesamt wurden im April von allen Gattungen weniger verschiedene Finanzprodukte als noch im März an der Börse München gehandelt:
3.517 (3.752) Aktien aus 43 (63) Ländern, 818 (906) Staats- und Unternehmens-Anleihen, 607 (749) Fonds und 959 (1056) ETPs.