Mike Schäfer, Meike Töpperwien: Mein Geld, dein Geld. Von Mäusen, Kröten und Moneten

Eine Rezension von Ulrich Kirstein
Bild: Beltz Verlag
Ein Kinderbuch über Geld? War es nicht die schönste Zeit der Kindheit, als Geld noch keine Rolle spielte? Ja, war es, aber diese Zeit geht relativ schnell vorbei und schon bald wollen die Kinder nicht nur Kaufladen spielen, sondern sich ihre Wünsche zumindest teilweise selbst erfüllen, egal ob Fußballkarten oder Barbiekleider, Schokolade oder Kaugummi. Manchmal sind die Wünsche größer als das vorhandene Budget, also gilt es, mit ihnen über Geld zu sprechen, über Geld ausgeben und Geld sparen. Und das wiederum versprechen Autor Mike Schäfer, reizend illustriert von Meike Töpperwien, in ihrem Buch „Mein Geld, dein Geld. Von Mäusen, Kröten und Moneten“.

Und Taschengeld

In mehr als 40 Kapiteln (ich habe sie nicht gezählt) erklärt Schäfer mit einfachen Worten Begriffe wie „Währungen“, „Taschengeld“, „Konto“, „Bank“, „Zinsen“ oder „Aktien“. Sogar „elektronisches Geld“ wird behandelt, der Ein- und Ausgang auf dem Girokonto. Und so Dinge wie „wer bezahlt eigentlich meine Schule“ und „behalten meine Eltern alles Geld, das sie verdienen?“ finden ebenfalls Erwähnung. Beruhigend nahmen wir auf: „Es ist toll, dass Eltern ihren Kindern Geld geben. Doch ein Recht auf Taschengeld gibt es nicht“. Gewohnheitsrecht allerdings schon, wenn man einmal damit angefangen hat. Wenn man den Kindern Taschengeld gibt, auch das wird deutlich gemacht, dann dürfen diese es für was auch immer sie wollen ausgeben. Das ist für Eltern nicht immer ein großer Spaß und gibt Anlass für Diskussionen (vor und nach dem Kauf), aber das ist eben so. Außerdem klärt Schäfer die Kinder auf, dass sie ihr Geld entweder sofort ausgeben, sparen oder sogar investieren können.

Muscheln und Schnecken

Meine Tochter Lena, mit ihren zwölf Jahren bedeutend näher an der Zielgruppe als der Rezensent, fand besonders das Cover und die Illustrationen sehr ansprechend. Besonderes Interesse hatte sie für die Herkunft des Geldes und dass früher Schnecken oder Muscheln als Zahlungsmittel galten. „Dann müssen ja die Küstenbewohner besonders reich gewesen sein“, so ihre schlagfertige Antwort. Meinen älteren Sohn hat vielmehr das Kapitel „Wie können Kinder mehr Geld verdienen?“ interessiert. Die Möglichkeiten, Flohmarkt oder Müll der Nachbarin runtertragen, haben ihn allerdings weniger überzeugt. Aber der Phantasie sind da ja wenig Grenzen gesetzt und dass Geld bekommen auch etwas mit arbeiten zu tun haben könnte, ist keine schlechte Erkenntnis für Teenager.
 
Mehr wollen wir hier nicht verraten, das Buch kann von vorne bis hinten in einem Rutsch gelesen oder einfach anhand der einzelnen Kapitel durchgestöbert werden. Es ist einfach, aber nicht monoton geschrieben und mit sehr humorvollen Zeichnungen angereichert. Wie heißt es so schön, ein Genuss für Jung und Alt!
Mike Schäfer ist studierter Psychologe und betreut als Projektleitereine Grundschule. Mit seiner Frau Marielle betreibt er den Finanzblog für Paare www.beziehungs-investoren.de. Meike Töpperwien studierte Design an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und arbeitet als freiberufliche Illustratorin.
Mein Geld, dein Geld
Von Mäusen, Kröten und Moneten
Mike Schäfer
Mit Illustrationen von Meike Töpperwien
 
Buch, gebunden 90 Seiten
ISBN:978-3-407-75589-6
 
Erschienen: 19.08.2020 
 
Ab 7 Jahre