Wie Kriege die Börsen wirklich beeinflussen - Disziplin zahlt sich aus
Wir haben untersucht, wie sich globale Aktienmärkte nach geopolitischen Konflikten entwickelt haben, und kommen zu dem Ergebnis: Kurzfristige Marktschwankungen verhindern kein langfristiges Wachstum. Diese historische Perspektive kann Anlegern dabei helfen, sich auf ihre langfristige Strategie zu konzentrieren, anstatt sich von den täglichen Schlagzeilen ablenken zu lassen.
Obwohl sich der Krieg im Iran bislang auf die Region im Nahen Osten beschränkt, bestehen weiterhin Sorgen hinsichtlich weiterer Auswirkungen auf die Ölversorgung, die Energiepreise sowie die damit verbundenen Produktions- und Lieferketten.
Entwicklung der letzten 100 Jahre in den USA
Die Daten des US-Aktienmarkts der letzten 100 Jahre erfassen zahlreiche Phasen geopolitischer Spannungen. Dies bildet eine wertvolle Grundlage, um das Verhalten der Märkte und die Entwicklung von Aktien nach Beginn militärischer Auseinandersetzungen zu verstehen. Wir haben die Entwicklung von US-Aktien nach wichtigen globalen Ereignissen der letzten 100 Jahre untersucht und die Renditen drei Monate, ein Jahr und drei Jahre nach jedem Ereignis berechnet.
Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse: Über alle Zeiträume hinweg treten positive Marktrenditen häufiger auf als negative. Nach größeren geopolitischen Ereignissen kann es kurzfristig zu einer höheren Marktvolatilität kommen, da die Unsicherheit steigt und neue Informationen schnell eingepreist werden. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Märkte selbst nach drei Monaten fallen.
Disziplinierte Anleger werden für ihre Geduld belohnt
Entscheidend ist: Je länger der Betrachtungszeitraum nach einem Konflikt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit positiver Marktrenditen. In keinem der untersuchten Drei-Jahres-Zeiträume nach Kriegsbeginn traten negative Renditen auf. Im Durchschnitt lag die annualisierte Dreijahresrendite bei rund 13 Prozent. Mit zunehmendem zeitlichen Abstand zum Konflikt nimmt die ereignisgetriebene Unsicherheit ab und disziplinierte Anleger werden in der Regel für ihre Geduld belohnt.
Dies wird in der folgenden Abbildung veranschaulicht. Sie zeigt die untersuchten Konflikte im Vergleich zur langfristigen Wertentwicklung von 1 US-Dollar in US-Aktien seit 1926. Die Grafik verdeutlicht die langfristige Widerstandskraft der Märkte trotz zahlreicher Kriege und militärischer Auseinandersetzungen.
In Zeiten militärischer Konflikte ist langfristige Disziplin für Anleger entscheidend
Wertentwicklung von 1 US Dollar in US Aktien seit 1926
Reagieren die globalen Märkte ähnlich, wenn Konflikte ausbrechen?
Auch außerhalb der USA zeigen sich vergleichbare Muster. Zwar ist die Datenbasis für andere Regionen weniger umfangreich, doch das zentrale Muster bleibt bestehen. Wir haben die Renditeentwicklungen nach dem Beginn von Konflikten in Industrieländern und Schwellenländern ab 1990 untersucht. Wie in den USA schwanken die Ergebnisse kurzfristig, doch über einen Zeitraum von drei Jahren zeigten sämtliche untersuchten Märkte positive Renditen. Dies unterstreicht die Bedeutung langfristiger Disziplin für Anleger – weltweit.
Emotionen vs. Fakten: Was die Geschichte zeigt – und was nicht
Anleger sind Menschen mit Gefühlen. Ereignisse wie militärische Konflikte lösen starke Emotionen aus. Das ist verständlich. Historische Daten zeigen jedoch eindeutig, dass Anleger sich nicht von Emotionen oder Ängsten zu Veränderungen ihrer Anlagestrategie verleiten lassen sollten. Die Erfahrung spricht vielmehr mit Nachdruck dafür, gerade in solchen Zeiten dem langfristigen Finanzplan treu zu bleiben.