Dr. Ulrich Kater, Deka Bank

Verschnaufpause

An den Kapitalmärkten war zu Beginn der vergangenen Handelswoche erst einmal Verschnaufpause angesagt. Nach dem ereignisreichen Jahresbeginn insbesondere bei den Themen Venezuela, Grönland und Iran mussten die Kapitalmärkte die geopolitischen Entwicklungen erst einmal verdauen.

Dr. Ulrich Kater, Deka Bank

Während im Fall Grönland angesichts der US-amerikanischen Forderungen Diskussionen um stärkere Sicherheitsmaßnahmen in Gang gekommen sind, ließen im Iran die Proteste nach der brutalen Niederschlagung durch das Regime etwas nach. Die Befürchtungen einer Blockade der weltweiten Rohölversorgung nahmen etwas ab, weil ein Eingreifen der USA vorläufig als weniger wahrscheinlich eingestuft wurde. Alles zusammen ließ die Aktienmärkte zunächst auf einen Konsolidierungspfad einschwenken.

Streit um die Fed

Wenig Auswirkungen auf die Kapitalmärkte hatte dagegen die wieder aufgeflammte Diskussion um die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Fed-Präsident Powell hatte sich zu Beginn der vergangenen Woche mit einer dramatischen Botschaft an die Kapitalmärkte gewendet, in der er eine Vorladung vor Gericht als Angriff auf die Unabhängigkeit der Fed wertete. Der weiter andauernde Druck der US-Regierung auf die Notenbank ist tatsächlich eine besorgniserregende Entwicklung. Die Kapitalmärkte dürften sicherlich mit Renditeanstiegen reagieren, wenn sich entsprechende Weichenstellungen in höhere Inflationsraten übersetzten. 

In Deutschland war die wichtigste Konjunkturnachricht der Woche die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts für 2025. Das Jahr brachte nur ein mageres Wachstum von 0,2 Prozent, also faktisch kein Ende der Stagnation. Für die im DAX notierten Unternehmen sind die Zahlen zum deutschen Wachstum jedoch wenig relevant, weil sie als internationale Konzerne sehr viel stärker an der Entwicklung der gesamten Weltwirtschaft als an der hiesigen Konjunktur hängen.

Ulrich Kater

Dr. Ulrich Kater ist seit 2004 Chef-Volkswirt der DekaBank. Er studierte an den Universitäten Göttingen und Köln Volkswirtschaftslehre und promovierte 1995 am Finanzwissenschaftlichen Lehrstuhl der Universität zu Köln. Von 1995 bis 1999 war Dr. Kater im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu den Themen Geldpolitik, Währungspolitik, internationale Kapitalmärkte, Finanzpolitik, Alterssicherungssysteme und internationaler Dienstleistungshandel.

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