Dr. Ulrich Kater, DEKA

Herausragende US-Berichtssaison

Mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten erwarten die Märkte nach wie vor, dass der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus in absehbarer Zeit wieder aufgenommen werden kann. Die Folge wären sinkende Energiepreise, rückläufige Leitzinserhöhungserwartungen, niedrigere Kapitalmarktrenditen und steigende Aktienkurse.

Dr. Ulrich Kater, DekaBank

Noch ist das geopolitische Umfeld aber höchst unsicher, und viele Stimmungsindikatoren der Unternehmen und der Privathaushalte fallen, während die realwirtschaftliche Aktivität überraschend robust ist. 

Konstruktive Ausblicke

Die Rentenmärkte bleiben verständlicherweise nervös, aber die Aktienmärkte sind überraschend freundlich. Denn die Quartalsberichte der US-Unternehmen für das erste Quartal 2026 waren herausragend gut und ließen die Anleger die aktuellen Probleme weitgehend vergessen. Entsprechend sprangen die US-Indizes, angeführt von Tech-Aktien, von Rekordhoch zu Rekordhoch. Nicht nur die Gewinn- und Umsatzzahlen für das abgelaufene Quartal treiben die Kurse, sondern auch die konstruktiven Ausblicke und die Aufwärtsrevisionen der Gewinnprognosen. Die positiven Überraschungen erfolgten durchaus auf breiter Basis, allerdings stammten dennoch 12,4 Prozentpunkte der insgesamt 22 Prozent Gewinnwachstum erneut aus dem IT-Sektor. Die europäischen Unternehmen konnten in der Berichtssaison zwar nicht mit den USA mithalten, aber doch positiv überraschen.

Preise in den USA als Gradmesser

In dieser Woche werden die US-Verbraucherpreise für April die Blicke auf sich ziehen. Deren absehbarer Anstieg dürfte den politischen Druck auf eine Einigung der USA mit dem Iran erhöhen. Denn die Bezahlbarkeit des täglichen Lebens, und nicht zuletzt der Spritpreise, ist für die US-Wähler ein sehr sensibles Thema. 

Ulrich Kater

Dr. Ulrich Kater ist seit 2004 Chef-Volkswirt der DekaBank. Er studierte an den Universitäten Göttingen und Köln Volkswirtschaftslehre und promovierte 1995 am Finanzwissenschaftlichen Lehrstuhl der Universität zu Köln. Von 1995 bis 1999 war Dr. Kater im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu den Themen Geldpolitik, Währungspolitik, internationale Kapitalmärkte, Finanzpolitik, Alterssicherungssysteme und internationaler Dienstleistungshandel.

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