Starke Rotation bei Einzelaktien
Auf Ebene der Einzelaktien spielt sich eine starke Rotation ab. Denn die Märkte bewerten in Rekordzeit, welche Unternehmen ein KI-festes Geschäftsmodell haben – und welche nicht. Der Effekt: Obwohl die Leitindizes relativ stabil bleiben, klafft die Performance der Einzelaktien unter der Haube weit auseinander. Kombiniert mit den Risiken einer Eskalation im Iran, einer eher schwachen Saisonalität im Februar sowie sich leicht ausweitenden Credit Spreads, zeugt dies von einem etwas fragilen Marktumfeld. Daher haben wir uns in unserer Vermögensverwaltung dazu entschieden, unser Aktienübergewicht etwas zu reduzieren. Unser mittelfristiger Aktienausblick bleibt dennoch positiv. Diese Einschätzung stützt sich neben einer starken Berichtssaison und einer robusten Weltkonjunktur auch darauf, dass Trump einen großen Anreiz hat, die Aktienmärkte vor den Zwischenwahlen zu stimulieren. Größere Rücksetzer erachten wir daher weiterhin als Chance, unsere Aktienquote wieder aufzustocken.
Kurzfristiger Ausblick
Die Berichtssaison für das vierte Quartal 2025 neigt sich zumindest in den USA langsam dem Ende zu. Bisher konnten rund 70 Prozent der Unternehmen die Schätzungen für das Gewinnwachstum und 82 Prozent der Unternehmen die Schätzungen für das Umsatzwachstum übertreffen. Mit einem Gewinnwachstum von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr bleiben die Fundamentaldaten für US-Aktien damit weiter stützend. In Europa ist die Berichtssaison derweil noch im vollen Gange.
Heute erschien zunächst der Ifo-Geschäftsklimaindex (Feb.) für Deutschland. Am Dienstag folgt aus den USA das Conference Board Konsumentenvertrauen (Feb.). Am Mittwoch stehen die finalen Verbraucherpreise (Jan.) für die Eurozone auf dem Datenkalender. Am Donnerstag richtet sich der Fokus der Märkte erneut auf die Erstanträge für Arbeitslosenunterstützung (Feb.) aus den USA, während am Freitag die Verbraucherpreise (Feb.) für Teile der Eurozone und Japan erwartet werden. Nächste Woche wird neben den ISM-Einkaufsmanagerindizes (Feb.) auch die Arbeitslosenrate (Feb.) für die USA im Fokus der Märkte stehen.
Der Berenberg-Monitor erscheint zweiwöchentlich und gibt mithilfe wiederkehrender Abbildungen und Daten einen strukturierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten und beleuchtet jeweils eine wichtige Entwicklung näher.
- Von Trumps „Make America Great Again“-Agenda ist an den Aktienmärkten weiterhin nichts zu spüren.
- Nach einer bereits relativ schwachen Performance 2025 verzeichnen US-Aktien 2026 im Vergleich zu den Leitindizes im Rest der Welt einen ihrer schwächsten Jahresstarts seit 1990.
- Konkret bremst die gegenwärtige Skepsis gegenüber Tech-Werten die softwarelastigen US-Indizes, während die robuste Weltwirtschaft den Aktien außerhalb der USA einen überproportionalen Auftrieb gibt.
Ausgewählte Asset-Klassen aus dem Märkte-Monitor
- Im Zuge der erhöhten Unsicherheit rund um die Lage im Iran legte der Ölpreis (Brent) über die letzten vier Wochen rund 11 Prozent zu. Damit gehört das schwarze Gold auch seit Jahresanfang zu einer der besten Anlageklassen.
- Zinssensitive Anlagen wie REITs profitierten zuletzt von der Anleihen-Rallye.
- Industriemetalle gaben über die letzten vier Wochen hingegen leicht nach.
- Trotz der starken Dispersion innerhalb der Aktienbarometer legten die meisten Indizes über die letzten vier Wochen in Euro gerechnet deutlich zu. Lediglich US-Aktien handeln nahezu unverändert.
- Neben lateinamerikanischen Aktien, welche seit Jahresbeginn mit rund 20 Prozent die stärkste Aktienregion darstellt, profitierten zuletzt insbesondere defensive Aktien aus der Eurozone sowie japanische Aktien.
- In den vergangenen vier Wochen legten alle hier dargestellten Anleihesegmente zu. Besonders profitieren konnten Lokal- und Hartwährungsanleihen der Schwellenländer sowie US-Staatsanleihen.
- EUR und USD Hochzinsanleihen bilden zusammen mit britischen Staatsanleihen in Euro gerechnet über die letzten vier Wochen hingegen das Schlusslicht.
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Datum 23.02.2016