Sinkende Halbwertszeit
Dass die Halbwertszeit entsprechender Äußerungen des US-Präsidenten allerdings mittlerweile recht kurz ist, wurde im weiteren Wochenverlauf deutlich, als nach seiner Rede an die Nation viele Befürchtungen wieder zurückkamen. Die Preise für Öl und Gas hatten zwischenzeitlich spürbar nachgegeben, und das, obwohl die Befreiung der Schifffahrtswege anscheinend nicht mehr zu den Prioritäten Trumps gehört. Die Aktienindizes wie auch der Goldpreis verbuchten im Lauf der Woche ein solides Kursplus. Die Renditen von 10-jährigen Bundesanleihen rutschten unter die 3 Prozent-Marke, und die Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen gingen ebenfalls zurück.
Hoffnungsstiftende US-Konjunkturdaten
Unterstützt wurden die freundlichen Marktbewegungen durch hoffnungsstiftende US-Konjunkturdaten: Dort stieg das Verbrauchervertrauen überraschend an. Im Euroraum waren die Inflationsdaten der Hingucker der Woche. Während die Inflationsrate in Deutschland mit 2,7 Prozent höher als erwartet gemeldet wurde, lag der Wert für Euroland insgesamt im März bei vergleichsweise moderaten 2,5 Prozent. Der spürbare Anstieg der Inflationsraten ist ausschließlich den Energiepreisen zuzuschreiben. Wenn in den kommenden Monaten die steigenden Energiekosten auch für Preiserhöhungen bei anderen Gütern sorgen, könnten die Inflationsraten vorübergehend sogar über 3 Prozent steigen. Eine schwächere Konjunktur bei zugleich höherer Inflation, das dürfte den Aktienmärkten weniger gefallen. Je nach Ausmaß der weiteren Preissteigerungen wird die Europäische Zentralbank entscheiden, wie stark sie die Leitzinsen im Jahresverlauf erhöht. Würden sich die Transportbedingungen im Persischen Golf in den kommenden Wochen normalisieren, dann könnten die Inflationsrate im weiteren Jahresverlauf auch wieder fallen. Dies hängt jedoch vom weiteren Verlauf des Kriegs in Nahost ab.