Schweizer Aktien: Attraktive Renditen mit Dividenden
Die Dividendensaison beginnt in der Schweiz traditionell Anfang März, wenn der Pharmakonzern Novartis die Dividende ausschüttet. Im globalen Vergleich kommen Schweizer Unternehmen auf eine Dividendenrendite von 2,8 Prozent, während der MSCI World Index nur etwa 1,8 Prozent Dividendenrendite bietet.
Ein wesentlicher Teil der langfristigen Rendite am Schweizer Aktienmarkt stammt aus Dividenden. Während die Kursentwicklung in den zurückliegenden 21 Jahren mit durchschnittlich 4,2 Prozent jährlich moderat ausfiel, konnte man durch eine Reinvestition der Dividende die Gesamtperformance auf 7,2 Prozent steigern.
Ein Hauch von Besserung
Mit einer Dividendenrendite von 2,4 Prozent gehört die Aktie von Givaudan nicht zu den Top-Ausschüttungstiteln. Im März wurden 72 Schweizer Franken pro Aktie ausgeschüttet. Dafür überzeugt das Unternehmen durch Kontinuität: Seit dem Börsengang im Jahr 2000 wurde die Dividende 25 Jahre in Folge erhöht. Givaudan ist der weltweit größte Hersteller von Aromen und Duftstoffen und verfügt über eine starke Position in der Branche. Große Markenhersteller wie Procter & Gamble, Unilever oder L’Oréal werden beliefert. Zu den größten Aktionären gehört auch Bill Gates.
Als Zulieferer für Markenartikel und Luxusgüter ist der Konzern jedoch nicht vollständig von der globalen Konjunkturentwicklung entkoppelt. Die Schwäche in den Abnehmerbranchen hat sich entsprechend im Aktienkurs niedergeschlagen. In den vergangenen elf Monaten verlor die Aktie von Givaudan mehr als 30 Prozent an Wert.
Einen Lichtblick lieferten die Zahlen zum 1. Quartal 2026. Der Konzern profitierte zum Jahresbeginn von einem starken Duftstoffgeschäft, das Rückgänge in der Lebensmittelsparte teilweise ausgleichen konnte. Der Umsatz sank dennoch um 5,2 Prozent auf 1,88 Mrd. Schweizer Franken, bereinigt legte er jedoch um 2,8 Prozent zu und lag damit über den Markterwartungen von 1,9 Prozent. Bis 2030 strebt Givaudan ein jährliches Umsatzwachstum von 4–6 Prozent auf vergleichbarer Basis an.
Weiter auf Kurs
Zu den Dividendenperlen auf dem Schweizer Kurszettel zählt Swiss Life, der größte Lebensversicherungskonzern der Schweiz, dessen Ursprung bis in das Jahr 1857 zurückreicht.
Im Geschäftsjahr 2025 konnte der Betriebsgewinn in lokaler Währung um 3 Prozent auf 1,83 Mrd. Schweizer Franken gesteigert werden. Der Reingewinn blieb mit 1,26 Mrd. Schweizer Franken auf dem Niveau des Vorjahres stabil. Gleichzeitig erhöhte sich die Eigenkapitalrendite von 16,6 Prozent auf 17,2 Prozent und liegt damit im angestrebten Zielkorridor von 17 Prozent bis 19 Prozent bis 2027.
Die solide Geschäftsentwicklung spiegelt sich im Aktienkursverlauf wider. Der Titel bewegt sich derzeit zwar in einer Seitwärtsphase, notiert jedoch weiterhin nahe seiner Höchststände. Am 13. Mai ist eine Dividendenausschüttung von 36,50 Schweizer Franken je Aktie geplant, nach 35,00 Schweizer Franken im Vorjahr. Das entspricht einer Dividendenrendite von knapp 4 Prozent. Über die vergangenen zehn Jahre hat sich die Ausschüttung damit mehr als verdreifacht.
Für Fondsanleger
Neben Einzelinvestments bietet sich auch ein breit diversifizierter Zugang zum Schweizer Markt an. Der iShares Swiss Dividend ETF investiert in die 20 dividendenstärksten Titel und bildet den SPI Select Dividend 20 Index nach. Die Gewichtung der enthaltenen Werte erfolgt auf Basis von Dividendenrendite und Marktkapitalisierung, wobei einzelne Positionen auf maximal 15 Prozent begrenzt sind.
Der ETF wurde im April 2014 in der Schweiz aufgelegt. Das Fondsvolumen beträgt rund 7 Mrd. Schweizer Franken. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,15 Prozent pro Jahr, die erzielten Dividendenerträge werden an die Anleger ausgeschüttet.
Seit Auflage erzielte der ETF eine annualisierte Wertentwicklung von rund 9 Prozent pro Jahr. Zu den größten Positionen zählen die Pharmaunternehmen Novartis und Roche sowie der Lebensmittelkonzern Nestlé. Auch die zuvor genannten Swiss Life und Givaudan gehören zu den zehn größten Positionen.
Grafik:
www.boerse-muenchen.de Fund Allocation. Hier werden nicht nur die größten Positionen (Grafik-Ausschnitt), sondern auch die Portfoliostruktur (hier 98,39 Prozent Aktien), Währungen, Branchen und Länder ausgeführt. Im Fall dieses ETF sind die beiden Hauptbranchen Finanzen und Gesundheitswesen.
Der Artikel erschien zuerst in AnlegerPlus, Ausgabe 4/2026