Rohstoff-Tracker: Kupfer und Uran weiterhin attraktiv
Kupfer und Basismetalle
Der physische Kupferpreis bewegte sich im Februar weitgehend seitwärts, während Kupferminenaktien neue Höchststände erreichten. Trotz der starken Performance war die Korrektur des Kupferpreises nach der Eskalation im Iran nicht so ausgeprägt wie bei anderen Industriemetallen, was möglicherweise auf die starken Fundamentaldaten zurückzuführen ist. Der breitere Basismetallkomplex ist zweigeteilt: Kupfer, Zinn und Aluminium werden durch Elektrifizierung, den Ausbau von Rechenzentren und Investitionen in Stromnetze gestützt, während traditionellere Metalle wie Blei und Zink relativ gedämpfte Aussichten haben, da sie in den Narrativen zu neuen Energien und KI weniger vorkommen.
Nukleare Energie und Uran
Der Uranmarkt zeigte im Februar ein uneinheitliches Bild: Während die Spotpreise nach den Höchstständen vom Januar etwas zurück gingen, stiegen die langfristigen Uranpreise weiter. Gleichzeitig verschärfte sich das Bild auf der Angebotsseite, nachdem Kazatomprom die Produktionsprognose für 2026 gesenkt hat. Auf der Nachfrageseite stützen die Wiederinbetriebnahme des weltweit größten Kernkraftwerks in Japan, weitere Reaktorbetriebsverlängerungen in Südkorea sowie die anhaltend hohe Ausbaudynamik in China die Perspektive. Hinzu kommt neuer Rückenwind für ‚Small Modular Reactors‘, etwa durch Projekte in Rumänien und der Ukraine.
Gold und Silber
Beide Edelmetalle legten zunächst infolge des Iran-Schocks zu, trotz eines stärkeren US-Dollars. Investoren suchten gezielt Zuflucht in realen Vermögenswerten, während Staatsanleihen in diesem Umfeld an Attraktivität verloren. Unterstützend wirkte außerdem, dass steigende Inflationserwartungen die Realzinsen gedrückt haben – ein traditionell positives Umfeld für Gold und Silber. Silberminenaktien entwickelten sich dabei besonders stark, da sie neben einem Hebel auf den Silberpreis oft auch ein Exposure zu Gold bieten.
Kritische Mineralien, Batterietechnologie und Lithium
Nach der Erholung der vergangenen Monate verzeichnete Lithium im Februar zwar einen leichten Rücksetzer, dieser kann jedoch eher als Konsolidierung, denn als Trendwende interpretiert werden. Die angespannte Lage an den Energiemärkten stärkt vielmehr die strategische Bedeutung von Batterien, Stromspeichern und flexibler Energieinfrastruktur. Entsprechend hielten sich Aktien aus den Bereichen Batterietechnologie und Lithium besser als der Rohstoff selbst.
Öl und Gas
Die stärksten Marktreaktionen zeigten sich im Energiesektor. Nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran sowie Drohungen gegen die Schifffahrt im Persischen Golf legten die Öl- und Gaspreise kräftig zu. Zusätzlichen Druck brachten Angriffe auf wichtige Infrastruktur in Saudi-Arabien und Katar, welche die Verwundbarkeit konzentrierter Energieversorgung offenlegten. Der Ölmarkt dürfte 2026 grundsätzlich weiter von einem deutlichen strukturellen Überschuss geprägt sein: Das erwartete Angebotswachstum übersteigt die Nachfrage klar, sodass die jüngsten Preisbewegungen vor allem als geopolitische Risikoprämie interpretiert werden können.