Roberta Caselli, Global X
Restriktivere Fed-Signale sorgen für Druck an Metallmärkten
Roberta Caselli, Global X
Gleichzeitig bleiben die Angebotsrisiken hoch: bei Kupfer durch den anhaltenden Mangel an Kupferkonzentrat, bei kritischen Mineralien durch die starke Abhängigkeit von chinesischen Verarbeitungskapazitäten und bei Öl und Gas durch die weiterhin angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten.
Die wichtigsten Entwicklungen
- Nukleare Energie und Uran: Die weltweite Kernkraftkapazität dürfte in den kommenden zehn Jahren um 44 Prozent steigen. Treiber hierfür sind der wachsende Strombedarf sowie der Ausbau neuer Reaktoren, insbesondere in China und Indien. Auch die USA fördern nukleare Energie: Das US-Energieministerium kündigte Kredite in Höhe von 17,5 Milliarden US-Dollar für neue Reaktoren und langfristig benötigte Komponenten an. Am Uranmarkt blieb der Spothandel saisonbedingt verhalten.
- Kupfer und Basismetalle: Während die Aktivitäten im verarbeitenden Gewerbe, gestützt durch KI-bezogene Investments, weiter zunehmen, könnte hierdurch auch die Nachfrage nach kupferintensiven elektrischen Anlagen weiter steigen. Gleichzeitig bleibt das Angebot an Kupferkonzentrat knapp. Kurzfristig könnten mögliche US-Zölle auf raffiniertes Kupfer zusätzliche Schwankungen bei Handelsströmen und Lagerbeständen auslösen. Ein stärkerer US-Dollar und restriktivere Erwartungen an die US-Notenbank belasteten den Metallsektor im Juni.
- Gold und Silber: Die Signale der US-Notenbank fielen im Juni restriktiver aus als vom Markt erwartet. Steigende Zinserwartungen und der stärkere US-Dollar setzten Gold und Silber daraufhin unter Druck. Langfristig bleibt die Goldnachfrage der Zentralbanken jedoch eine wichtige Stütze: Im ersten Quartal 2026 kauften sie nahezu 244 Tonnen Gold. Zudem planen 45 Prozent der befragten Zentralbanken, ihre Goldbestände in den kommenden zwölf Monaten zu erhöhen.
- Kritische Mineralien, Batterietechnologie und Lithium: Die USA investieren verstärkt in heimische Verarbeitungs- und Raffineriekapazitäten für seltene Erden, Graphit, Lithium und Bor. Chinas jüngste Exportbeschränkungen gegenüber einzelnen US-Unternehmen verdeutlichen zugleich die Verwundbarkeit der Lieferketten. Derzeit finden in dem Land rund 71 Prozent der Lithium-, 78 Prozent der Kobalt-, 94 Prozent der Graphit- und 92 Prozent der Seltene-Erden-Verarbeitung statt. Damit bleibt der Aufbau von Trennungs-, Raffinerie- und Magnetproduktionskapazitäten außerhalb Chinas strategisch bedeutsam.
- Öl und Gas: Die Ölpreise reagieren weiterhin sensibel auf die Entwicklungen im Nahen Osten. Erneute Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Unsicherheit über weitere Waffenstillstandsverhandlungen halten das Risiko regionaler Lieferausfälle hoch. Laut Einschätzung der Internationalen Energieagentur könnten anhaltende Konflikte den Wiederaufbau der weltweiten Ölvorräte verzögern. Auch der europäische Gasmarkt bleibt anfällig für Angebotsrisiken und Nachfragespitzen, etwa durch einen höheren Stromverbrauch während Hitzeperioden.