Positive Signale und politische Sorgen
Rückblick: Am Ende blieben Kursgewinne
Auch die relativen guten Zahlen zum Europäischen Einkaufsmanagerindex am Freitag stützten die Aktienbörsen. Belastend wirkte sich auf die Märkte dagegen weiterhin die Angst vor einem Krieg zwischen den USA und dem Iran aus. Auch die befürchteten negativen Folgen der KI für verschiedene Branchen sorgte nach wie vor für Sorgenfalten am Markt. Die Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied von EZB-Chefin Christine Lagarde wurde dagegen weitgehend ignoriert.
Dax-Familie im Gewinnermodus
Der Deutsche Aktienindex (Dax) schwankte während der gesamten Wochen um die 25.000 Punkte-Marke-Marke, schloss am Freitag mit 25.260,69 Punkten aber deutlich darüber. Damit verzeichnete der Dax einen Wochengewinn von 1,4 Prozent. Der MDax verbesserte sich um 1,7 Prozent auf 31.823,39 Zähler, und der TecDax machte 1,8 Prozent auf 3.721,50 Punkte gut. Der m:access All-Share verlor dagegen 1,2 Prozent auf 1173,43 Punkte.
Zu den großen Gewinnern im Dax zählten Heidelberg Materials, die sich um 9,47 Prozent verbesserten. Auch Rheinmetall machten nach vorangegangen Kursrückschlägen mit einem Plus von 7,34 Prozent Boden gut; ebenso wie Infineon (+4,6 Prozent), die sowohl von guten eigenen Nachrichten profitierten als auch Rückenwind aus der Branche bekamen. Ein extremes Auf und Ab erlebten derweil die Aktionäre von Bayer. Nachdem die Papiere zunächst nach der Nachricht über einen Milliarden-Vergleich in den USA in Sachen Glyphosat nach oben geschossen waren, ging es anschließend noch steiler bergab. Und auch die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump eine Verordnung unterschrieben hat, wonach Glyphosat entscheidend für die nationale Sicherheit und Lebensmittelversorgung der USA ist, sorgte nicht dafür, dass Bayer wieder in die Gewinnzone kam. Unter dem Strich verloren die Papiere auf Wochensicht 5,49 Prozent.
Anleihen: Unterm Strich zugelegt
Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten haben sich in der vergangenen Woche nur wenig bewegt. Zwar sorgten insbesondere die Ängste vor einem Krieg zwischen den USA und dem Iran für eine gewisse Nachfrage am Rentenmarkt, andererseits wirkten sich aber beispielsweise das schwächer als erwartet ausgefallene Wirtschaftswachstum in den USA im vierten Quartal 2025 und auch die Zollentscheidung des US-Verfassungsgerichts kaum auf den Markt aus. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe wurde am Freitag im späten Geschäft mit 2,74 Prozent berechnet. Dies war ein Hundertstel weniger als am Freitagabend in der Vorwoche. Die Umlaufrendite verlor 4 Basispunkte und wurde von der Bundesbank mit 2,66 Prozent angegeben.
USA: Ende der Talfahrt
Nachdem die Notierungen an den USA-Aktienbörsen in den Tagen zuvor auch aufgrund unterschiedlich ausgefallener Konjunkturdaten sowie der Angst vor einem Krieg zwischen den USA und dem Iran in relativ engem Rahmen geschwankt hatten, zogen sie am Freitag nach der Zoll-Entscheidung des US-Supreme Courts an. Insbesondere die Kurse von Unternehmen wie Amazon, die deutlich von Importen aus China abhängig sind, konnten zulegen. Der Dow-Jones-Index wiederum macht im Wochenverlauf 0,3 Prozent auf 49,625.97 Punkte gut. Der marktbreitere S&P-500-Index kletterte um 1,1 Prozent auf 6,909.51 Zähler, und der technologielastige Nasdaq-100 beendete seine zuvor fünf Wochen lang anhaltende Talfahrt und legte um 1,1 Prozent auf 25.012,62 Punkte zu.
Ausblick: Daten, Daten und Politik
Viele Konjunkturdaten, viele Unternehmensdaten – aber womöglich noch mehr Politik. So lässt sich die Einschätzung der Marktbeobachter darüber zusammenfassen, was in dieser Woche womöglich die Aktienmärkte bewegen wird. So schwebt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran nach wie vor über dem Markt; ebenso wie die Zollpolitik von Donald Trump. Hier stellt sich vor allem die Frage, wie es die Börsen aufnehmen werden, dass der US-Präsident als Reaktion auf seine Niederlage vor dem US-Verfassungsgericht die Einfuhrzölle pauschal mit 15 Prozent festgelegt hat. Auch die dadurch ausgelöste politische Debatte innerhalb und außerhalb der USA dürfte von den Börsianern sehr aufmerksam verfolgt werden.
Wichtige Konjunkturdaten
Unabhängig davon werden in der aktuellen Woche sehr viele wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht. Dazu zählt beispielsweise der Ifo-Geschäftsklimaindex am heutigen Montag. Am Dienstag folgen unter anderem Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt in Deutschland und am Mittwoch der neueste Verbraucherpreisindex für die Eurozone. Am Donnerstag wiederum dürften sich viele Aktionäre vor allem für die Entwicklung des Verbrauchervertrauens in der Eurozone interessieren. Und zum Wochenausklang werden die neuester Arbeitslosen- und Inflationszahlen für Deutschland veröffentlicht.
Berichtssaison läuft weiter
Auch die Unternehmensberichtsaison geht weiter. Hier wird es vor allem zur Wochenmitte spannend. So veröffentlichen beispielsweise am Mittwoch Bayer und E.ON ihre neuesten Geschäftszahlen. Noch stärker dürften sich die Anleger allerdings auf die Quartalszahlen von Nvidia fokussieren. Der Chipkonzern wird diese ebenfalls am Mittwoch offenlegen. Am Donnerstag folgen in Deutschland mit der Allianz, der Munich Re und der Deutschen Telekom gleich drei Dax-Schwergewichte. Abgeschlossen wird die Woche am Freitag mit den neuesten Zahlen von BASF.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
- Montag, 23.02.: Ifo-Geschäftsklimaindex, Auftragseingänge der Industrie in den USA.
- Dienstag, 24.02.: Immobilienpreis-Index (USA); Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland; US-Verbrauchervertrauen.
- Mittwoch, 25.02.: GfK Verbrauchervertrauen; Verbraucherpreisindex für die Eurozone.
- Donnerstag, 26.02.: Geschäftsklimaindex für die Eurozone; Verbrauchervertrauen in der Eurozone; Entwicklung der Geldmenge M3 in der Eurozone; Erstanträge zur Arbeitslosenunterstützung in den USA; Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA.
- Freitag, 27.02.: Arbeitslosenquote in Deutschland; Verbraucherpreisindex Deutschland; Erzeugerpreisindex USA.