Naomi Fink, Amova AM

Positive Faktoren puffern Schocks

Das Basisszenario für Japan in den kommenden zwölf Monaten ist ein bescheidenes, aber über dem Potenzial liegendes BIP-Wachstum (zwischen 0,6 Prozent und knapp 1 Prozent im Jahresvergleich), wenn auch innerhalb eines breiten Risikobandes.

Naomi Fink, Amova AM

Löhne, Arbeitskräftemangel und die Aussichten auf fiskalische Impulse stützen bislang die Binnenkonjunktur. Der Ausschuss geht davon aus, dass die Inflationserwartungen weiterhin nach oben verzerrt bleiben, was mit der fortgesetzten Normalisierung der Bank of Japan (BoJ) im Einklang steht. Die Zentralbank verfügt aufgrund der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt nur über bescheidenen Spielraum, um Zinserhöhungen zu verschieben. Das Risiko besteht, dass sich die kürzliche Mäßigung des Verbraucherpreisindex (ohne frische Lebensmittel) schlagartig umkehrt.

Sorge vor hohem Inflationsdruck

Fiskalische Unterstützung zur Wachstumsförderung dürfte durch den Druck vom Anleihemarkt nicht übermäßig ausfallen; das mindert das Risiko fiskalischer Zügellosigkeit. Die Langfristrenditen dürften weiter steigen, voraussichtlich in geordneter Weise. Ein Hauptrisiko besteht darin, dass ein anhaltender Schock bei den Öl- und Logistikpreisen den Inflationsdruck erhöht. Das könnte die BOJ unter Druck setzen, schneller die Zinsen anzuheben.

Vorteile für Aktien

Japanische Aktien dürften kurzfristig Unterstützung durch einen schwächeren Yen erhalten. Auch Gewinnrevisionen nach oben und Erwartungen einer fiskalischen Expansion dürften helfen. Der anhaltende KI-Investitionsboom und Japans Rolle in den Bereichen Hardware, Infrastruktur und physische KI-Wertschöpfungsketten stützt ebenfalls.

Es hängt alles von den passenden Rahmenbedingungen ab

Dieses Basisszenario hängt in hohem Maße von den Rahmenbedingungen ab. Wenn der Iran-Krieg einen Schock bei den Terms of Trade auslöst, stünde die BOJ vor einem Dilemma: entweder die Zinsen schneller zu erhöhen oder das Risiko einzugehen, hinter der Kurve zurückzubleiben. Solide Reallöhne sind zwar ein gutes Zeichen für den Konsum, doch besteht für einige Sektoren weiterhin das Potenzial für inländische Angebotsschocks – zum Beispiel im Baugewerbe, das stark vom inländischen Arbeitskräftemangel betroffen sein dürfte, selbst wenn die Binnennachfrage anzieht.

Gegenwind für Gewinnwachstum

Das robuste Gewinnwachstum könnte in den kommenden Quartalen Gegenwind erfahren, ansteigende langfristige Zinsen das Gewinnwachstum belasten.Der schwache Yen könnte allmählich aufwerten, wenn sich die Zinsdifferenzen verringern. Im Laufe des kommenden Jahres dürfte der Dollar/Yen-Kurs auf unter 150 zurückfallen.

Naomi Fink

Naomi Fink ist Global Strategist bei Amova Asset Management. Amova AM ist ein globaler Asset Manager mit Sitz in Japan. Unsere Geschichte begann 1959 mit dem Ziel, Privatanleger und institutionelle Investoren weltweit dabei zu unterstützen, ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Unsere über 200 Anlageexpertinnen und -experten managen eine breite Palette von Strategien mit einem verwalteten Vermögen von 260,3 Milliarden US-Dollar (konsolidert). Wir gestalten gemeinsam mit unseren Stakeholdern eine bessere Zukunft durch fortschrittliche Investmentlösungen. Amova Asset Management ist stolzes Mitglied der Sumitomo Mitsui Trust Group. Nikko Asset Management wurde mit Wirkung zum 1. September 2025 in Amova Asset Management umbenannt.