Naoki Kamiyama, Amova AM

Nikkei erklimmt Rekorde, TOPIX bildet Japans Wirtschaft ab

Der jüngste Anstieg des Nikkei-Index über die Marke von 60.000 Punkten hat für Aufsehen gesorgt. Doch der breitere TOPIX bildet Japans Wirtschaft genauer ab.

Naoki Kamiyama, Amova AM

Halbleiteraktien treiben den Nikkei

Die wichtigste Triebfeder hinter der Rally des Nikkei ist die Entwicklung der Halbleiteraktien. Japanische Unternehmen, die vom globalen Technologiezyklus abhängen, haben nach einer Marktkorrektur im März den anschließenden Aufschwung vorantrieben. Dazu gehören Hersteller von Halbleiterausrüstung sowie von Test- und Messgeräten. Die Entwicklungen in Japan spiegeln die Bewegung des Philadelphia Semiconductor Index wider, der sich ebenfalls nach einem Rückgang im März kräftig erholte.

Leichte weltpolitische Entspannung

Der zweite Faktor ist die leichte weltpolitische Entspannung, insbesondere beim Iran-Konflikt. Die Gewinne des TOPIX fielen im Vergleich zum Anstieg des Nikkei bescheiden aus; dies liegt zum Teil daran, dass ein dauerhafter Waffenstillstand noch lange nicht gesichert ist.

Topix hinkt hinterher

Im Gegensatz zum Nikkei liegt der TOPIX immer noch deutlich unter seinem Rekordhoch vom Februar. Dies zeigt, warum der TOPIX der bessere Indikator für den breiteren japanischen Aktienmarkt ist. Der jüngste Anstieg des Nikkei ist eine vom Halbleitersektor angeführte Entwicklung. Zudem wird der Nikkei als kursgewichteter Index überproportional von hochpreisigen Aktien beeinflusst – von denen viele derzeit aus dem Halbleiterbereich stammen.

Das Ende der Deflation, ein stetiges Lohnwachstum und robuste Investitionsausgaben – das alles spricht für Japan. Die Rally des Nikkei ist jedoch weniger Ausdruck der gesamtwirtschaftlichen Stärke des Landes, sondern zeigt vielmehr die Übertragung der verbesserten globalen Stimmung gegenüber Halbleitern – insbesondere in den USA – auf japanische Aktien. Das soll Japans Stellung in der sich ständig wandelnden globalen Ordnung nicht schmälern.

Japan beheimatet eine Reihe von Unternehmen, die am globalen Halbleiterboom teilhaben. Da der Trend von generativer KI hin zu agentischer KI und schließlich zu physischer KI geht, scheinen japanische Firmen gut positioniert zu sein, um weiterhin am Boom der Branche teilzuhaben.

Naoki Kamiyama

Naoki Kamiyama ist Chief Strategist bei Amova Asset Management. Amova AM ist ein globaler Asset Manager mit Sitz in Japan. Unsere Geschichte begann 1959 mit dem Ziel, Privatanleger und institutionelle Investoren weltweit dabei zu unterstützen, ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Unsere über 200 Anlageexpertinnen und -experten managen eine breite Palette von Strategien mit einem verwalteten Vermögen von 260,3 Milliarden US-Dollar (konsolidert). Wir gestalten gemeinsam mit unseren Stakeholdern eine bessere Zukunft durch fortschrittliche Investmentlösungen. Amova Asset Management ist stolzes Mitglied der Sumitomo Mitsui Trust Group. Nikko Asset Management wurde mit Wirkung zum 1. September 2025 in Amova Asset Management umbenannt.