Neue Woche - alte Themen
Rückblick: KI mit starken Kursverlusten
Darüber hinaus wurden die Notierungen auch von teilweise sehr starken Kursverlusten bei KI- und High-Tech-Werten in den USA und in Asien beeinflusst. Dass die ersten Unternehmensdaten im Rahmen der beginnenden Quartalsberichtssaison relativ gut ausgefallen sind, rückte angesichts dieser zwei übergeordneten Themen dagegen weitgehend in den Hintergrund.
Indizes zeigen nach Süden
Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab im Wochenvergleich 0,9 Prozent ab und wurde zum Börsenschluss am Freitag mit 24.830,98 Punkten ermittelt. Damit ist er wieder unter die 25.000-Punkte-Marke gefallen. Der MDax verlor 0,2 Prozent auf 31.864,73 Zähler. Der TecDax gab wie bereits in der Vorwoche erneut um 1,8 Prozent nach. Sein Wochenschluss lag bei 3.770,35 Punkten. Der m:access All Share rauschte mit einem Minus von 4,2 Prozent auf 1.006,67 Zähler deutlich nach unten.
Autowerte und Telekom legen leicht zu
Größter Verlierer unter den Dax-Werten waren Infineon. Die Aktien des Chip-Konzerns konnten sich dem weltweiten Druck auf Papiere aus diesem Bereich nicht entziehen und stürzten um 11,7 Prozent ab. Automobilwerte legten dagegen zu. So verbesserten sich beispielsweise Mercedes-Benz um 2,7 Prozent. Seit Jahresanfang hat der Titel aber immer noch rund ein Viertel seines Wertes verloren. Ebenfalls zu den Gewinnern zählten Deutsche Telekom mit einem Wochenplus von 3,2 Prozent. Die Papiere des Bonner Konzerns profitierten nach Auffassung von Marktteilnehmern davon, dass JP Morgan seine Overweight-Einstufung für den Titel bestätigt hat.
Im MDax rückten vor allem Delivery Hero ins Rampenplicht, nachdem bekannt wurde, dass Uber den Berliner Essenslieferdienst übernehmen will. Dies trieb den Delivery-Hero-Aktienkurs um 6,5 Prozent nach oben. Uber gaben dagegen um 3,0 Prozent nach.
Anleihen: Leichter tendiert
Die deutschen Anleihemärkte haben in der vergangenen Woche leichter tendiert. Maßgeblicher Grund waren hier die Inflations- und Konjunktursorgen aufgrund des Kriegs zwischen den USA und dem Iran. Daran konnte auch die Tatsache, dass die Inflationsrate in der Eurozone im Juni auf 2,8 Prozent gefallen ist – am Freitag bestätigten die Statistiker eine vor kurzem veröffentlichte erste Schätzung – nichts ändern. Insgesamt kletterte die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich um 6 Basispunkte auf 3,12 Prozent. Die Umlaufrendite erhöhte sich um 7 Hundertstel auf 3,10 Prozent.
USA: Erhebliche Kursverluste
Die US-Börsen haben in der vergangenen Woche merkliche Kursverluste verbucht. Dies war vor allem auf deutliche Rückschläge bei einigen Aktien aus dem KI- und dem IT-Bereich zurückzuführen. Am stärksten kamen dabei IBM unter die Räder. Die Papiere des Konzerns stürzten nach schwachen Zahlen vor allem des Software-Geschäfts um 26,2 Prozent ab. Insgesamt verlor der tech-lastige Nasdaq-Composite-Index im Wochenvergleich 2,9 Prozent. Er ging am Freitag mit 25.520,24 Zählern aus dem Handel. Der marktbreite S&P-500-Index gab um 1,6 Prozent auf 7.457,69 Punkte nach. Der Dow-Jones-Index rutschte um 0,9 Prozent auf 52.146,42 Punkte ab.
Ausblick: Iran-Krieg und Sorge um KI-Hype
Neue Woche – alte Themen. Der Iran-Krieg und dessen wirtschaftlichen Folgen sowie die Angst, dass der KI-Hype deutlich überzogen war, dürften nach Auffassung vieler Marktteilnehmer auch in dem kommenden Tagen das Geschehen an den Aktienmärkten nachhaltig beeinflussen. Allzu optimistisch zeigen sich die meisten Auguren dabei nicht – allerdings haben sich zumindest die KI- und die High-Tech-Aktien bereits in den vergangenen Wochen extrem volatil gezeigt. Nach starken Kursverlusten zogen sie fast ebenso deutlich wieder an. Ob dies jetzt auch wieder so sein wird, sei allerdings fraglich, betonen Beobachter. Denn auffällig sei, dass die Stimmung zuletzt gedreht habe.
Warten auf die EZB
Neben diesen Themen wird sich der Blick der Anleger auch verstärkt nach Frankfurt richten. Denn dort tagt am Mittwoch und am Donnerstag der Rat der EZB. Dabei gehen die meisten Marktteilnehmer zwar davon aus, dass die Notenbank in diesem Jahr noch die Zinsen anheben wird, für diese Woche rechnen sie allerdings noch nicht damit.
Berichtssaison nimmt Fahrt auf
Umso mehr wird wahrscheinlich die langsam Fahrt aufnehmende Quartalsberichtssaison die Aufmerksamkeit der Börsianer auf sich ziehen. Von den großen US-Unternehmen legen unter anderem General Motors am Dienstag sowie Tesla und Alphabet jeweils am Mittwoch ihre neuesten Zahlen vor. Aber auch in Deutschland startet die Quartalsberichtssaison nun richtig. So veröffentlicht die Deutsche Börse am Mittwoch nach Börsenschluss ihre Ergebnisse für das zweite Quartal. Am Donnerstag folgt ebenfalls nach Börsenschluss SAP. Ebenfalls am Donnerstag geht die für die Telekom so wichtige amerikanische Tochter T-Mobile US mit neuen Zahlen an die Öffentlichkeit; ehe am Freitag Volkswagen den Abschluss aus deutscher Sicht bildet.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
- Montag, 20.07: Erzeugerpreisindex für Deutschland; Bundesbank-Monatsbericht.
- Dienstag, 21.07: Bankkredit-Umfrage der EZB; ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone; ADP-Beschäftigungsänderungen für die USA.
- Mittwoch, 22.07: EIA-Ölbericht für die USA.
- Donnerstag, 23.07: Pressekonferenz zur Sitzung des Zentralbankrats der EZB; Erstanträge und Folgeanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA.
- Freitag, 24.07: GfK-Verbrauchervertrauen; HCOB-EMI-Gesamtindex für Deutschland und die Eurozone; Auftragseingang und Umsatz des Bauhauptgewerbes in Deutschland; S&P-Global-Emi-Indizes für die USA.