Neue Hoffnung auf Entspannung
Rückblick: Irankonflikt und Sorge vor KI-Übertreibungen
Daneben wurde die Entwicklung auch durch die Angst vor Übertreibungen bei KI- und Chip-Aktien geprägt – was wie schon in den Vorwochen zu deutlich schwankenden, aber tendenziell nach unten gerichteten Kursen in diesem Segment führte. Eine wichtige Rolle spielte nicht nur in diesem Zusammenhang auch die laufende Quartalsberichtssaison.
Dax-Familie uneinheitlich
Der Deutsche Aktienindex (Dax) kletterte im Wochenvergleich um 1,1 Prozent auf 25.099,0 Punkte. Der MDax verbesserte sich um 0,3 Prozent auf 31.965,53 Zähler. Der TecDax gab minimal auf 3.769,97 Punkte nach, wohingegen der m:access All Share einmal mehr spürbar in Minus lag und die Woche bei 992,48 Zählern beendete. Das war ein Abschlag von 1,4 Prozent gegenüber dem Freitag der Vorwoche.
Airbus im Höhenflug
Wenig überraschend waren die schwachen Quartalszahlen von Volkswagen. Die Vorzüge des Konzerns verloren im Wochenverlauf 2,3 Prozent. SAP beendeten die Woche nach Bekanntgabe der jüngsten Zahlen dagegen mit einem Plus von 1,3 Prozent. Airbus wiederum kamen um 5,3 Prozent voran, nachdem der Flugzeugbauer seine Gewinnprognose bis 2029 deutlich erhöht hat. Die vorläufigen Zahlen der Münchener Rück, die besser als erwartet ausgefallen sind, wurden am Markt dagegen kaum beachtet. Der Titel gab im Wochenvergleich um 1,7 Prozent nach.
Anleihen: Renditeniveau wie 2011
Die deutschen Anleihemärkte haben in der vergangenen Woche erneut leichter tendiert und dadurch das höchste Rendite-Niveau seit 2011 verzeichnet. Als Grund für den anhaltenden Zinsanstieg verwiesen Händler unverändert auf den weiter steigenden Ölpreis und die daraus resultierenden Inflations- und Konjunktursorgen. Insgesamt kletterte die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich um 6 Basispunkte auf 3,18 Prozent. Die Umlaufrendite erhöhte sich um 6 Hundertstel auf 3,16 Prozent.
USA: Kursverluste bei High-Tech
Im Gegensatz zu den deutschen Aktienmärkten haben die US-Börsen in der abgelaufenen Woche erneut leichter tendiert. Dies war vor allem auf Kursverluste bei High-Tech und KI-Aktien zurückzuführen – wobei sich die Aktien des Sektors sehr unterschiedlich entwickelten. Zu den wichtigsten Verlierern zählte die Google-Mutter Alphabet. Sie verschreckte die Anleger, da sie im Rahmen ihrer Quartalsberichtserstattung noch höhere Investitionen in KI-Infrastruktur ankündigte. Dies „honorierte“ der Markt mit einem Kursabschlag von 7,2 Prozent. Auf noch weniger Gegenliebe stießen die Quartalszahlen von Tesla. Die Papiere stürzten im Wochenvergleich um 17,2 Prozent ab. Insgesamt verlor der tech-lastige Nasdaq-Composite-Index im Wochenvergleich 2,1 Prozent auf 24.975,82 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index gab dagegen nur um 0,6 Prozent auf 7.411,98 Punkte nach. Der Dow-Jones-Index wiederum hielt sich von den wesentlichen US-Indizes erneut am besten und verlor lediglich 0,4 Prozent auf 51.947,25 Punkte.
Ausblick: Hoffnung auf Entspannung im Iran-Krieg
Der Iran-Krieg und dessen Folgen dürften auch in der neuen Woche das zentrale Thema an den Börsen bleiben. Dabei hoffen die Marktteilnehmer darauf, dass die leichte Entspannung bei dem Konflikt, die bereits am Freitag zu nachgebenden Ölpreisen geführt hatte, anhält. Im positiven Fall, so die Hoffnungen, würden die Ölpreise dadurch weiter nachgeben und die Inflations- und Konjunktursorgen etwas dämpfen.
Zentrales Thema neben dem Iran-Krieg und den Ölpreisen wird nach allgemeiner Auffassung zudem die anstehende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed am Dienstag und Mittwoch sein. Dabei glaubt das Gros der Marktteilnehmer zwar, dass die Notenbanker den US-Leitzins dieses Mal trotz der Inflationsgefahren noch nicht erhöhen werden. Die Bank of America erwartet aber in einer nun veröffentlichten Studie eine äußerst knappe Entscheidung und prognostiziert zudem unverändert, dass die US-Notenbank in diesem Jahr noch dreimal die Zinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte erhöhen werde.
Wichtige Konjunkturdaten folgen
Darüber hinaus werden in der aktuellen Woche viele wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht, die ebenfalls die Märkte beeinflussen könnten. Dazu zählt bereits am heutigen Montag der ifo-Geschäftsklimaindex. Am Donnerstag gibt es unter anderem Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt und zur Inflationsrate. Und am Freitag folgen die neuesten Arbeitslosenzahlen.
Vierter großer Themenblock dürfte das Thema KI bleiben. In diesem Zusammenhang richtet sich der Blick der Börsianer vor allem auf den Mittwoch. Denn dann geben Microsoft und Meta ihre neuesten Quartalszahlen bekannt. Am Donnerstag folgt dann Apple.
Eine Flut von Quartalszahlen
Umrahmt werden diese drei Unternehmensberichte von einer Flut weiterer Quartalszahlen. So veröffentlicht an diesem Montag Hochtief seine neuesten Zahlen. Am Dienstag folgen unter anderem Mercedes-Benz, PayPal und Boeing, und am Mittwoch geben die Deutsche Bank, BASF und Porsche Einblick in ihre Bücher. Am Donnerstag informieren wiederum unter anderem Adidas, BMW, Heidelberg Materials und Infineon über ihren Geschäftsverlauf, und zum Abschluss der Woche folgen am Freitag z. B. Siemens Healthineers, Hensoldt und ExxonMobil.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
- Montag, 27.07: ifo-Geschäftsklimaindex; Bundesbank-Monatsbericht; Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA.
- Dienstag, 28.07: Entwicklung des Verbrauchervertrauens in den USA; Immobilienpreisindex in den USA; ADP-Beschäftigungsänderungen für die USA.
- Mittwoch, 29.07: Zinsentscheidung der Fed.
- Donnerstag, 30.07: Bruttoinlandsprodukt Deutschland; Verbraucherpreisindex für Deutschland; Bruttoinlandsprodukt der Eurozone; Geschäftsklimaindex Eurozone; Wirtschaftliches Vertrauen in der Eurozone; Bruttoinlandsprodukt USA; Entwicklung der Konsumausgaben in den USA; Entwicklung der Privatausgaben in den USA.
- Freitag, 31.07: Arbeitslosenquote Deutschland; Verbraucherpreisindex Eurozone; Uni Michigan Verbraucher-Stimmungsindex.