Dr. Ulrich Kater, DekaBank

Nachhilfe in Sachen Wirtschaft

Eine gemischte Woche liegt hinter dem Aktienmarkt. Sie begann mit positiven Vorzeichen. Vor allem Technologieaktien hatten einige der Verluste aus der Vorwoche wieder aufgeholt und wurden dabei von einer positiven Ansage bei Nvidia über die immense Nachfrage nach ihren Chips beflügelt.

Dr. Ulrich Kater, DekaBank

Aber auch Titel aus dem breiten Markt wurden fleißig gekauft, sodass der Dow-Jones-Index erstmals die Marke von 50.000 Punkten übertraf. Auch der DAX hatte vor diesem Hintergrund wieder über 25.000 Punkten gelegen. Edelmetalle stabilisierten sich auf ihrem erhöhten Niveau. Unterstützt wurde die kräftige Börse zur Wochenmitte durch starke Konjunkturdaten. Der US-Arbeitsmarkt überraschte mit einem kräftigen Beschäftigungsaufbau im Januar, die Arbeitslosenquote sank den zweiten Monat in Folge. Die Kehrseite einer guten Konjunktur ist eine straffere Geldpolitik, daher wurde der Höhenflug der Kurse bald durch Bankaktien gestoppt, die unter steigenden Leitzinsen leiden würden.

Favoritenwechsel bei Aktien

Im weiteren Wochenverlauf kamen noch andere Misstöne hinzu. Ausgelöst durch schwache Zahlen von Cisco Systems erhielten auch Tech-Aktien wieder einen Dämpfer, der sich zu einem breiteren Abverkauf ausweitete. Dies ist ein Zeichen für den ausgeprägten Favoritenwechsel, der sich an den weltweiten Aktienmärkten abspielt. Die Technologiewerte werden nicht mehr kollektiv in den Himmel gehoben, sondern mittlerweile deutlich nach ihren unterschiedlichen Geschäftsmodellen unterschieden. Auch werden die Auswirkungen von Innovationen im KI-Bereich auf andere Branchen sehr sorgfältig analysiert, wie die immer noch anhaltende Schwäche bei Softwareunternehmen zeigt. 

Diese Ausdifferenzierung ist insgesamt ein positives Zeichen, denn sie zeigt, dass der Markt nicht von blinder Euphorie getrieben wird

Ulrich Kater

Dr. Ulrich Kater ist seit 2004 Chef-Volkswirt der DekaBank. Er studierte an den Universitäten Göttingen und Köln Volkswirtschaftslehre und promovierte 1995 am Finanzwissenschaftlichen Lehrstuhl der Universität zu Köln. Von 1995 bis 1999 war Dr. Kater im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu den Themen Geldpolitik, Währungspolitik, internationale Kapitalmärkte, Finanzpolitik, Alterssicherungssysteme und internationaler Dienstleistungshandel.