Naomi Fink, Amova AM

Marktreaktion auf die Zinspause: Wie glaubwürdig ist die Fed?

Die Fed pausiert – jüngst zum dritten Mal in Folge. Wie glaubwürdig ist die Fed noch, wenn die Zahl der abweichenden Stimmen so hoch ist?

Naomi Fink, Amova AM

Die Zahl der abweichenden Stimmen (4) war die höchste seit 34 Jahren. Wie erwartet sprach sich ein Abweichler wieder für eine Zinssenkung aus. Drei andere Abweichler nahmen die lockere Ausrichtung der Fed ins Visier. Insgesamt verschieben die abweichenden Meinungen die Haltung der Notenbank leicht weg von einer lockeren Ausrichtung. Stattdessen scheint die Fed zu einem zweigleisigen „Higher-for-Longer“-Regime übergegangen zu sein, bei dem eine Lockerung nicht mehr die Basisprognose darstellt. Die Märkte spiegeln diese Verschiebung wider. Die Fed-Funds-Futures implizieren jetzt eine geringere Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen im laufenden und eine steigende Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen ab dem kommenden Jahr. US-Staatsanleihen gaben über alle Laufzeiten hinweg nach, angeführt steigenden Renditen am kurzen Ende. Der Bloomberg-Dollar-Spot-Index gab leicht nach.

Märkte spiegeln höhere Glaubwürdigkeit der Fed

Gegenüber dem Yen blieb der Dollar aufgrund der Yen-Schwäche im Aufwärtstrend. Vor dem Hintergrund erheblicher Unsicherheiten sowohl für die US- als auch für die japanische Wirtschaft lässt sich die Marktreaktion als Bestätigung der Glaubwürdigkeit der Fed gegenüber der Bank of Japan (BOJ) interpretieren. Womöglich haben die Märkte mehr Vertrauen in die Entschlossenheit der Fed zur Inflationsbekämpfung als in die der BOJ.

Märkte bauen weiterhin aufs Inflationsziel der Fed

Der Fed-Vorsitzende Powell interpretiert die Markterwartung, dass sich die Inflation letztendlich um das 2-Prozent-Ziel der Fed einpendeln wird, als Bestätigung der Kompetenz der Fed bei der Inflationsbekämpfung – trotz der Meinungsverschiedenheiten im Offenmarktausschuss. Der Inflationsverlauf mag ungewiss sein, aber die Märkte haben weiterhin Vertrauen in das Ziel.

Glaubwürdigkeit wird sich langfristig auszahlen

Überlegungen zur Glaubwürdigkeit der Zentralbank haben laut Powell seine Entscheidung beeinflusst, als Vorsitzender im FOMC zu verbleiben, im Gegensatz zu vielen seiner Vorgänger. Die Industrieländer schützen die Unabhängigkeit ihrer Zentralbanken vor kurzfristigem politischem Druck durch gewählte Amtsträger, um das langfristige Ziel des Schutzes der realen Haushaltseinkommen zu erreichen, so Powell.

Naomi Fink

Naomi Fink ist Global Strategist bei Amova Asset Management. Amova AM ist ein globaler Asset Manager mit Sitz in Japan. Unsere Geschichte begann 1959 mit dem Ziel, Privatanleger und institutionelle Investoren weltweit dabei zu unterstützen, ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Unsere über 200 Anlageexpertinnen und -experten managen eine breite Palette von Strategien mit einem verwalteten Vermögen von 260,3 Milliarden US-Dollar (konsolidert). Wir gestalten gemeinsam mit unseren Stakeholdern eine bessere Zukunft durch fortschrittliche Investmentlösungen. Amova Asset Management ist stolzes Mitglied der Sumitomo Mitsui Trust Group. Nikko Asset Management wurde mit Wirkung zum 1. September 2025 in Amova Asset Management umbenannt.