Juli - Solide Performance in der Breite
Während sich der Favoritenkreis um Frankreich, Argentinien und Spanien bei der Fußball-WM bislang sehr gut präsentierte, kamen die Börsenfavoriten zuletzt etwas unter die Räder. Halbleiteraktien, die Performance-Champions des Jahres, haben im Juli zwischenzeitlich um knapp 10 Prozent an Wert verloren. Der KOSPI rutschte sogar kurzzeitig in einen Bärenmarkt ab. Doch trotz der strauchelnden Favoriten handeln die Leitindizes der Industrienationen weiterhin nahe ihrer Allzeithochs. Denn abseits der Indexschwergewichte performten die Märkte in der Breite relativ solide. Darüber hinaus konnten Software, Pharma und andere Sektoren, die sich dieses Jahr bislang etwas schwerer taten, bisher im Juli zulegen. Abseits der „Favoritenrotation“ dominierte die Lage am Persischen Golf zuletzt wieder das Marktgeschehen. Die erneuten Kampfhandlungen im Iran sowie der rückläufige Schiffsverkehr aus der Straße von Hormus führten zu einem ordentlichen Anstieg der Ölpreise. Auch die Anleihezinsen zogen zuletzt wieder spürbar an. Dennoch fühlen wir uns in unserem Aktienübergewicht weiterhin wohl. Solide Fundamentaldaten sowie anhaltende Zuflüsse dürften Aktien stützen – auch wenn die Volatilität am Markt weiterhin erhöht bleiben dürfte.
Kurzfristiger Ausblick
Die erneuten Angriffe des Iran auf den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus und die darauffolgenden Gegenangriffe der USA bestimmten die Schlagzeilen in der vergangenen Woche. Erneute Friedensgespräche geben zumindest Hoffnung auf eine nur kurzzeitige Eskalation. Abseits der Geopolitik dürfte nun zunehmend wieder die Berichtssaison für das zweite Quartal in den Fokus rücken. Morgen geben zunächst die Verbraucherpreise aus den USA (Jun.) neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Inflationsrate. Am Mittwoch werden neben dem BIP aus China (Q2) auch die Erzeugerpreise aus den USA (Jun.) veröffentlicht. Am Donnerstag dürften die Einzelhandelsumsätze aus den USA (Jun.) neuen Aufschluss über die Ausgabenfreude der amerikanischen Verbraucher geben. Am Freitag werden neben den finalen Verbraucherpreisen der Eurozone (Jun.) auch Daten zur Industrieproduktion aus den USA (Jun.) sowie das Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan veröffentlicht. In der nächsten Woche findet dann noch die EZB-Tagung statt, wobei mit keiner Leitzinsveränderung gerechnet wird.
Der Berenberg-Monitor erscheint zweiwöchentlich und gibt mithilfe wiederkehrender Abbildungen und Daten einen strukturierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten und beleuchtet jeweils eine wichtige Entwicklung näher.
- Zu Beginn des Sommers wurden die US-Leitindizes größtenteils von wenigen (Halbleiter-)Aktien getragen.
- Mittlerweile ist dies aber nicht mehr der Fall. Die Zahl der Aktien, die über die letzten Wochen besser performt haben als der US-Leitindex, liegt mittlerweile auf einem der höchsten Niveaus der letzten Jahre.
- Der Anstieg der Marktbreite hat dazu geführt, dass die US-Benchmarks von größeren Rücksetzern verschont blieben – obwohl Halbleiter- und KI-nahe Sektoren zuletzt schwächelten.
Ausgewählte Asset-Klassen aus dem Märkte-Monitor
- In den vergangenen vier Wochen waren Aktien, insbesondere jene der Frontier- und Industrienationen die klaren Gewinner und legten in Euro gerechnet rund 5 Prozent bzw. 3 Prozent zu.
- Gold und Industriemetalle verzeichneten leichte Verluste, nachdem zuletzt die erneute Eskalation am Persischen Golf in den Vordergrund rückte.
- Rohöl (Brent) gab in den letzten vier Wochen rund 10 Prozent ab, tendiert seit Jahresbeginn aber noch deutlich positiv.
- Über die letzten vier Wochen konnten die meisten Aktienmärkte weiter zulegen. Besonders positiv entwickelte sich dabei in Euro gerechnet Japan, die USA und Aktien aus Lateinamerika.
- Neben US Small Caps zeigten sich zudem Aktien aus Europa widerstandsfähig und legten ebenfalls moderat zu.
- Zu den Verlierern gehören über die vergangenen vier Wochen vor allem zyklische Werte der Eurozone sowie europäische Aktien exklusive UK Small Caps.
- Neben den Aktienmärkten zeigten sich auch die Anleihemärkte zumindest in Euro gerechnet von der positiven Seite. Am stärksten legten dabei Lokalwährungsanleihen der Schwellenländer zu, gefolgt von USD Hochzinsanleihen, die von einem stärkeren USD profitierten.
- Entgegen der positiven Wertentwicklung anderer Segmente hatten es vor allem Staatsanleihen aus Italien und Deutschland zuletzt schwer, wo die Renditen weiter gestiegen sind.
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Datum 14.07.2026