Japans Wachstum gewinnt im 1. Quartal an Breite
Die Breite der Nachfrage zeigte ein hochwertiges Wachstumsbild – womöglich ein Hinweis darauf, dass sich die Inflation ausweitet. Relevant ist dies angesichts der internen Debatte unter den Vorstandsmitgliedern der Bank of Japan (BOJ) darüber, ob Japan seine mittelfristigen Inflationsziele bereits erreicht hat, und damit auch hinsichtlich der Zinsnormalisierung der BoJ.
Binnennachfrage verbessert
Die Binnennachfrage stieg annualisiert um 1 Prozent, was auf den ersten Blick nicht außergewöhnlich erscheint. Sowohl der private Konsum als auch die privaten Nichtwohnungsbauinvestitionen legten um 1,1 Prozent auf Jahresbasis zu. Der größte Negativfaktor kam von den privaten Lagerbeständen (-0,1 Prozent). Dies könnte für anhaltend positive Investitionsausgaben im nächsten Zeitraum sprechen, solange die Nachfrageaussichten stabil bleiben. Auch die öffentlichen Investitionen (+5,7 Prozent annualisiert) stützten das Binnenwachstum.
Exporte als prozyklische Stütze
Der anhaltende globale Investitionsboom hat das Wachstum der japanischen Exporte beflügelt (+2,0 Prozent im Jahresvergleich). Allerdings begann das erste Quartal vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten im Iran; die Ausstrahlungseffekte des Rohstoffpreisanstiegs wirken sich möglicherweise erst mit einer gewissen Verzögerung auf die Weltwirtschaft aus. Es ist möglich, dass künftige Quartale anfällig für verschlechterte Terms of Trade sein werden, wegen der gestiegenen Rohstoffpreise, aber auch aufgrund der Yen-Schwäche.
Widerstandsfähig im konjunkturellen Aufschwung
Das Gesamtbild zeigt eine zunehmende Breite und damit eine Verbesserung der Wachstumsqualität. Offensichtlich war der Exportanstieg ein wichtiger Wachstumsmotor, doch die verbesserte Binnennachfrage lässt eine gewisse Widerstandsfähigkeit erkennen. Auch wenn auf den Lagerabbau im ersten Quartal in den kommenden Quartalen eine Wiederauffüllung der Lagerbestände folgen könnte, sollte das Verhältnis zwischen staatlichen und privaten Ausgaben beobachtet werden. Eine einzelne Veröffentlichung definiert noch keinen Trend, doch die Märkte werden aufmerksam auf anhaltende Signale achten, dass sich die staatlichen Investitionen auf den langfristigen Kapazitätsaufbau konzentrieren, anstatt private Investitionen zu verdrängen. Da die Renditen japanischer Staatsanleihen weiter steigen, ist zu erwarten, dass die Märkte die staatlichen Ausgabenprogramme genau unter die Lupe nehmen werden, um die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik zu beurteilen.