Japanische Aktien: Wenn Tech-Rally und Politik zusammenwirken
Führende Hersteller für den globalen Boom
Japan war Nutznießer des globalen KI- und Halbleiter-Booms. An der Tokioter Börse öffneten diese Sektoren den Blick globaler Investoren für die ebenfalls vorhandenen führenden Hersteller von Halbleiterfertigungsanlagen und Halbleitertestgeräten. Diese verliehen der Börse einen deutlichen Schub – neben den Unternehmen, die breit in KI investieren. Der Nikkei-Index stieg auf ein Rekordhoch von über 50.000 Punkten. Schätzungsweise 70 Prozent des Anstiegs war auf KI- und Halbleiter-bezogene Unternehmen zurückzuführen.
Solche Chancen können Anleger verpassen, wenn sie sich zu sehr auf Zinssätze und Wechselkursschwankungen konzentrieren. Entgegen der landläufigen Meinung steigen japanische Aktien nicht immer in Zeiten eines schwachen Yen. Japans Halbleiterunternehmen genießen eine starke Stellung mit reichlich Verhandlungsmacht. Selbst auf einen stärkeren Yen reagieren sie weit weniger empfindlich als andere Exporteure wie z. B. Autohersteller.
„Neuer Takaichi-Trade“
Aber auch andere Faktoren haben das Interesse ausländischer Investoren geweckt. So führte die Ernennung von Sanae Takaichi zur Premierministerin im Oktober 2025 zu Erwartungen einer expansiven Fiskalpolitik und niedriger Zinsen. Im neuen Jahr dürfte ein „neuer Takaichi-Trade” darauf setzen, dass die Regierungschefin Zinserhöhungen hinnimmt, um den Wertverlust des Yen zu begrenzen, und mit ihren Ausgabe-Prioritäten die Auswirkungen der Inflation abmildert, um den Konsum anzukurbeln.
Takaichi will in vorgezogenen Neuwahlen die Position ihrer Regierung festigen, solange ihre Zustimmungswerte hoch sind. Längerfristig wird jedoch eine verantwortungsvolle Fiskalpolitik entscheidend sein.