Naoki Kamiyama, AMOVA AM

Japanische Aktien: Wenn Tech-Rally und Politik zusammenwirken

Seit 2013 haben ausländische Investoren nicht mehr so viele japanische Aktien an der Tokioter Börse (netto) gekauft wie 2025 – über fünf Billionen Yen (€27 Mrd.). Offenbar konnten bestimmte japanische Faktoren im Ausland überzeugen.

Naoki Kamiyama, AMOVA AM

Führende Hersteller für den globalen Boom

Japan war Nutznießer des globalen KI- und Halbleiter-Booms. An der Tokioter Börse öffneten diese Sektoren den Blick globaler Investoren für die ebenfalls vorhandenen führenden Hersteller von Halbleiterfertigungsanlagen und Halbleitertestgeräten. Diese verliehen der Börse einen deutlichen Schub – neben den Unternehmen, die breit in KI investieren. Der Nikkei-Index stieg auf ein Rekordhoch von über 50.000 Punkten. Schätzungsweise 70 Prozent des Anstiegs war auf KI- und Halbleiter-bezogene Unternehmen zurückzuführen.

Solche Chancen können Anleger verpassen, wenn sie sich zu sehr auf Zinssätze und Wechselkursschwankungen konzentrieren. Entgegen der landläufigen Meinung steigen japanische Aktien nicht immer in Zeiten eines schwachen Yen. Japans Halbleiterunternehmen genießen eine starke Stellung mit reichlich Verhandlungsmacht. Selbst auf einen stärkeren Yen reagieren sie weit weniger empfindlich als andere Exporteure wie z. B. Autohersteller.

„Neuer Takaichi-Trade“

Aber auch andere Faktoren haben das Interesse ausländischer Investoren geweckt. So führte die Ernennung von Sanae Takaichi zur Premierministerin im Oktober 2025 zu Erwartungen einer expansiven Fiskalpolitik und niedriger Zinsen. Im neuen Jahr dürfte ein „neuer Takaichi-Trade” darauf setzen, dass die Regierungschefin Zinserhöhungen hinnimmt, um den Wertverlust des Yen zu begrenzen, und mit ihren Ausgabe-Prioritäten die Auswirkungen der Inflation abmildert, um den Konsum anzukurbeln.

Takaichi will in vorgezogenen Neuwahlen die Position ihrer Regierung festigen, solange ihre Zustimmungswerte hoch sind. Längerfristig wird jedoch eine verantwortungsvolle Fiskalpolitik entscheidend sein.

Naoki Kamiyama

Naoki Kamiyama ist Chief Strategist bei  Amova Asset Management. Amova AM ist ein globaler Asset Manager mit Sitz in Japan. Unsere Geschichte begann 1959 mit dem Ziel, Privatanleger und institutionelle Investoren weltweit dabei zu unterstützen, ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Unsere über 200 Anlageexpertinnen und -experten managen eine breite Palette von Strategien mit einem verwalteten Vermögen von 260,3 Milliarden US-Dollar (konsolidert). Wir gestalten gemeinsam mit unseren Stakeholdern eine bessere Zukunft durch fortschrittliche Investmentlösungen. Amova Asset Management ist stolzes Mitglied der Sumitomo Mitsui Trust Group. Nikko Asset Management wurde mit Wirkung zum 1. September 2025 in Amova Asset Management umbenannt.