Gut gefülltes Sommerloch
Die verbal brüske Absage an das Rahmenabkommen und die Gespräche mit dem Iran sowie die erneuten militärische Angriffe erwischten die Märkte auf dem falschen Fuß. Der Rohölpreis legte aufgrund neuer Sorgen um den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zu, Inflationsskepsis ließ die Märkte höhere Leitzinsanhebungen einpreisen, und die Renditen für längere Laufzeiten stiegen spürbar an. Die Aktienmärkte reagierten dagegen nur mit moderaten Kursabschlägen auf die Risiken im Nahen Osten. Am Ende des NATO-Gipfels lag aus amerikanischer Sicht wieder „Liebe in der Luft“. Letztendlich wurde jedoch unterstrichen, dass die Weltpolitik erratisch ist und wohl auch bleiben wird.
Erfreuliches für Deutschland
Vor dem NATO-Gipfel hatte der deutsche Aktienindex DAX noch ein Rekordhoch von knapp unter 26.000 Punkten erreicht. Sowohl das deutsche Reformpaket als auch die deutlich gesunkenen Rohölpreise dürften hierzu beigetragen haben. Zudem wurden für Deutschland fast durch die Bank erfreuliche Konjunkturindikatoren veröffentlicht: bei den Unternehmen Anstiege bei Auftragseingängen und Produktion, positive Signale vom Konsum und Aufwärtssignale vom Außenhandel. Angesichts dieser Zahlen dürfte hierzulande das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal gestiegen sein, was angesichts der strukturellen Schwäche der deutschen Wirtschaft und des Krieges im Nahen Osten eine gute Nachricht ist.
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