Gebremste Zuversicht an den Märkten
Rückblick: Sinkende Ölpreise treiben Kurse
Maßgeblicher Grund dafür, dass die Anleger weiter zugriffen, waren unverändert vor allem Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Konflikts, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus – und die dadurch sinkenden Ölpreise. Gestützt wurden die Notierungen aber auch von einigen Konjunkturdaten, beispielsweise der niedriger als erwartet ausgefallenen Inflationsrate in Deutschland im Mai. Darüber hinaus profitierten die Notierungen in Teilen auch vom anhaltenden KI-Boom.
Dax überspringt 25.000 Punkte-Marke
Durch all dies kletterte der Deutsche Aktienindex (Dax) in der vergangenen Woche zwar wieder über die 25.000-Punkte-Marke, blieb allerdings noch leicht unter seinem Rekordhoch von gut 25.500 Punkten, das er am 13. Januar erreicht hatte. Konkret ging der Dax am Freitag mit 25.104,70 Punkten aus dem Handel. Damit hatte er im Wochenvergleich um 0,9 Prozent zugelegt. Insgesamt steht für ihn im Mai ein Plus von etwas über 5 Prozent zu Buche. Erneut deutlich besser als die Blue Chips entwickelten sich die Aktien der zweiten Reihe. So machte der MDax in der vergangenen Woche 3,9 Prozent auf 33.352,83 Zähler gut. Damit addiert sich sein Zuwachs allein im Mai auf mehr als 11 Prozent. Der TecDax verbesserte sich in der vergangenen Woche um 3,1 Prozent auf 4.160,08 Punkte – und im Mai damit um 15,2 Prozent. Der m:access All Share wiederum stieg im Wochenvergleich um 0,8 Prozent auf 1.218,13 Zähler.
Infineon bleibt auf der Gewinnerstraße
Unverändert zu den großen Gewinnern im Dax zählte auch in der vergangenen Woche der Halbleiterhersteller Infineon. Dessen Papiere legten um 12,1 Prozent zu. Dazu hatte auch eine Empfehlung der Deutsche Bank Research beigetragen. Diese hatte das Kursziel von Infineon von 70 auf 90 Euro erhöht. Gesucht waren zudem Konsumtitel. So verbesserten sich Adidas um 7,5 Prozent und Zalando um 12,5 Prozent – und dies obwohl die Berliner bei der für Mitte dieser Woche anstehenden Überprüfung der Dax-Zusammensetzung als Abstiegskandidat gelten.
Anleihen: Erholungskurs fortgesetzt
Die deutschen Anleihemärkte haben in der vergangenen Woche ihren Erholungskurs trotzt anhaltender Zins- und Inflationssorgen fortgesetzt. Wie auch an den Aktienmärkten wurden die Kurse dabei vor allem von der Hoffnung auf eine Friedenslösung im Iran-Krieg getrieben. Auch die überraschend niedrigen deutschen Inflationszahlen für Mai, die am Freitag veröffentlicht wurden, halfen dem Markt. All dies ließ die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich um 9 Basispunkte fallen. Sie lag am Freitag im späten Geschäft bei 2,94 Prozent. Dies waren 12 Hundertstel weniger als eine Woche zuvor. Die Umlaufrendite wiederum gab 10 Hundertstel auf 2,93 Prozent ab.
USA: Neue Höchststände
Die US-Aktienmärkte haben derweil erneut neue Höchststände erklommen. Dabei wurden die Notierungen unverändert von den Hoffnungen auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran sowie den KI-Boom getrieben. Der Dow-Jones-Index beendete den Handel am Freitag mit einem Wochenplus von 0,9 Prozent bei 51.032,46 Zählern. Der S&P-500-Index machte in der vergangenen Woche 1,4 Prozent auf 7.580,06 Punkte gut, und der Nasdaq-Composite-Index kletterte um 1,7 Prozent auf 26.972,62 Zähler. Damit hat er im Mai insgesamt über 8 Prozent gewonnen. Unter den Einzelwerten stachen in der vergangenen Woche vor allem Dell heraus. Der Computer-Hersteller präsentierte nicht nur sehr gute Quartalszahlen, sondern hob auch seine Jahresprognose an. Dadurch schossen die Aktien um insgesamt 42 Prozent in die Höhe.
Ausblick: verhalten positiv
Verhalten positiv – was für die allgemeine Stimmungslage in Sachen Iran-Friedensverhandlungen gilt, gilt nach Auffassung etlicher Marktbeobachter auch für die deutschen Aktienbörsen. Vorausgesetzt, dass es in Sachen Iran und Ölpreis keine neue negativen Meldungen gibt, prognostizieren sie eine anhaltende Aufwärtstendenz an den Märkten. In diesem Zusammenhang rechnen sie auch damit, dass der KI-Boom in den USA die hiesigen Kurse weiter stützt. Auch Konjunkturdaten werden ihrer Meinung nach nun sukzessive wieder stärker in den Blickpunkt der Aktionäre treten als in der jüngeren Vergangenheit.
Wichtige Konjunkturindikatoren
In diesem Zusammenhang stehen in der aktuellen Woche zahlreiche wichtige Daten zur Veröffentlichung an. Den Auftakt machen an diesem Montag unter anderem die neuen Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen in Deutschland und zur Arbeitslosenquote in der Eurozone. Am Dienstag folgen beispielsweise Inflationszahlen für die Eurozone und am Mittwoch die neuesten Zahlen zu den Kfz-Zulassungen in Deutschland. Am Donnerstag dürfte dann unter anderem der Einkaufsmanagerindex für den Bausektor mit im Mittelunkt der Interesses stehen, und am Freitag trifft dies auf Zahlen zur Beschäftigungsänderung in der Eurozone zu.
Wenige Termine stehen dagegen im Unternehmenskalender. In diesem Zusammenhang wird der Blick der Anleger allerdings gerade auch aufgrund des anhaltenden KI-Booms mehrmals über den großen Teich gehen. Denn am Dienstag findet in San Francisco die Entwicklerkonferenz von Microsoft statt. Und am Freitag steht die Hauptversammlung der Google-Mutter Alphabet auf dem Programm. Am Mittwochabend wiederum, teilt die Deutsche Börse mit, ob sich bei der Zusammensetzung des Dax etwas verändert. Als Abstiegskandidaten nennen Händler dabei Zalando und Porsche SE. Sie könnten durch Hochtief und Lufthansa ersetzt werden.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
- Montag, 01.06: Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in Deutschland; Entwicklung der Geldmenge M3 in der Eurozone. Arbeitslosenquote in der Eurozone; Bauinvestitionen in den USA; ISM Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA.
- Dienstag, 02.06: Entwicklung des Verbraucherpreise in der Eurozone; Zahl der offenen Stellen in den USA.
- Mittwoch, 03.06: Überprüfung der Dax-Zusammensetzung; Kfz-Neuzulassungen im Mai in Deutschland; Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen für Deutschland (2. Veröffentlichung); HDE-Online-Monitor; Entwicklung der Erzeugerpreise in der Eurozone; ADP-Beschäftigungsänderung in den USA; Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen für die USA; Auftragseingänge der Industrie in den USA; ISM-Dienstleistungsindex für die USA. Fed Beige-Book.
- Donnerstag, 04.06: Einkaufsmanagerindex für den Bausektor in Deutschland; Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in der Eurozone; Erstanträge zur Arbeitslosenunterstützung in den USA; Entwicklung der Lohnstückkosten in den USA.
- Freitag, 05.06: Beschäftigungsänderung in der Eurozone; Arbeitsmarktbericht 5/26 für die USA; Entwicklung der Stundenlöhne in den USA; Entwicklung der Konsumentenkredite in den USA.