Fußballweltmeisterschaft wird globales Schaufenster für künstliche Intelligenz
Zum Teil ist es die Werbung, denn laut der Agentur WARC werden Werbeausgaben in Höhe von etwa elf Milliarden Dollar erwartet. Doch dieser Betrag ist nicht wirklich bemerkenswert. Er liegt in derselben Größenordnung wie bei der letzten Weltmeisterschaft in Katar und ist sogar noch geringer als bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland.
Ist es also der Tourismus? Das ist durchaus möglich, denn die Tourismusausgaben im Zusammenhang mit der Veranstaltung dürften sich laut Prognosen der FIFA auf über sieben Milliarden Dollar belaufen, während es bei der letzten Weltmeisterschaft laut dem IWF zwei bis vier Milliarden Dollar waren. Laut der US Travel Association gehen ausländische Zuschauer davon aus, dass sie bei ihrem Aufenthalt im Durchschnitt 5.000 Dollar ausgeben werden.
Dieser Geldsegen ergibt sich aus dem enormen Umfang dieser WM: Sie wird zum ersten Mal in drei Ländern und 16 Gastgeberstädten ausgetragen, mit einer nie dagewesenen Zahl von 48 statt 32 Mannschaften. Dadurch kann eine Rekordzahl von 104 statt 64 Spielen stattfinden, was mehr Länder, mehr Tickets und mehr Fernsehzuschauer bedeutet.
Weltwirtschaft profitiert von der neuen Fußballökonomie
Betrachtet man die Dinge ganz allgemein, wird die Weltwirtschaft der Gewinner sein. Laut FIFA wird ein BIP-Zuwachs in Höhe von 40 Milliarden Dollar erwartet. Dabei sollen über 800.000 Vollzeitstellen entstehen und neun Milliarden Dollar an direkten und indirekten Steuern eingenommen werden. Der Großteil dieser zusätzlichen Wirtschaftstätigkeit wird zwar auf die USA entfallen, aber auch andere Länder werden einen großen Anteil daran haben. Laut einer Studie von Deloitte dürften die wirtschaftlichen Auswirkungen in Mexiko mit einem Plus von 0,14 Prozent beim BIP-Wachstum im Jahr 2026 übrigens am deutlichsten spürbar sein. In den USA und Kanada beträgt der Zuwachs nur etwa die Hälfte bzw. ein Drittel.
Bei genauerem Hinsehen zeichnet sich neben diesen rein quantitativen Aspekten jedoch ein anderer großer Gewinner ab: die Technologie. Denn diese Weltmeisterschaft wird die erste sein, bei der KI umfassend und auf allen Ebenen zum Einsatz kommt. Mithilfe des Analyse-Assistenten „Football AI Pro“ erhalten die Mannschaften entscheidende Informationen für das bevorstehende Spiel. Sind die Spieler einmal auf dem Platz, gesellt sich die KI zu den Schiedsrichtern und analysiert das Spiel. Wichtige Spielzüge werden in der Wiederholung mithilfe von 3D-Avataren der Spieler präzise dargestellt - das einfache Video-Replay hat ausgedient. Die Übertragung des Spiels selbst wird durch eine aus Schiedsrichtersicht positionierte Kamera erweitert, die mithilfe von KI stabilisiert wird und eine immersive Perspektive bietet. Außerhalb des Spielfelds erfolgt die Organisation über intelligente Kontrollzentren. Diese modellieren „digitale Zwillinge“ der Infrastrukturen und können verschiedene Informationsflüsse zentralisieren, um die Zuschauerströme zu steuern.
Künstliche Intelligenz verändert den Fußball grundlegend
Diese technologische Revolution basiert auf riesigen Datenströmen, die zum Großteil nicht durch das jeweilige Spiel selbst, sondern durch die digitalen Daten in dessen Umfeld generiert werden. Dazu zählen etwa Kommentare in sozialen Netzwerken und Streaming. Die Weltmeisterschaft wird somit auch eine Bühne für die Technologie sein.
Doch welches Unternehmen soll die Schlüsselrolle bei der KI-Architektur während der WM spielen? Kein Geringeres als Lenovo, ein chinesisches Unternehmen, zu dessen Aktionären eine Stiftung zählt, die eng mit den staatlichen Institutionen Chinas verbunden ist. Die FIFA rückt also einen chinesischen Akteur in den Mittelpunkt der weltweit größten Veranstaltung.
China behauptet sich übrigens nicht nur mit Lenovo. Über das Unternehmen Hisense ist es auch an der Übertragungsinfrastruktur beteiligt und über das Sponsoring von Mengniu, dem größten chinesischen Unternehmen der Milchindustrie, hat es auch einen Platz im Konsumsektor.
Die Weltmeisterschaft 2026 wird damit nicht nur ein sportliches Großereignis sein, sondern auch ein weltweites Schaufenster für künstliche Intelligenz und technologische Macht.
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