Ein Ass mit klarem Kopf
Energieschock trifft Wirtschaft“, titelt das Handelsblatt und beschäftigt sich mit den „wirtschaftlichen Folgen des Ölpreisschocks“. Die Redaktion kommt dabei zu dem wenig erfreulichen Urteil: „Die deutsche Industrie (könnte) zu den großen Verlierern zählen“. Die Bundesregierung will gegensteuern, „Entlastung dringend gesucht“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Wir drücken die Daumen, dass die Suche erfolgreich verläuft. Auch Donald Trump rudert kräftig, nicht durch den Persischen Golf, sondern zurück. Was den Ölpreis kurzfristig wieder senkt und die WirtschaftsWoche zum Handeln motiviert: „Der Preisrutsch am Ölmarkt animiert die Börsen zum Turnaround“.
Nervenkrimi in der Buchhandlung
München steht im Zeichen der Wahl und der Stichwahl zwischen rot und grün. „Nerven-Krimi um München“, nennt es der Münchner Merkur. Eher als Abstieg denn als Champions League wurde das Engagement des roten Oberbürgermeisters bei den Roten von den Wählern gedeutet und so zieht er die Konsequenzen: „Münchens OB Reiter tritt von Ämtern beim FC Bayern zurück“, atmet die Süddeutsche Zeitung auf. Ob das für die Stichwahl ausreicht und ihm jetzt die Stimmen der 1860er Fans zutreibt? Zuletzt lernen wir gerade, dass nicht Bahnhofsvorplätze oder dunkle Unterführungen wahre Gefahrenherde sind und sich Terroristen nicht in anonymen Plattenbauten verstecken, sondern Buchläden über ungeahntes Gefahrenpotenzial verfügen! „Hinter Weimers Verfassungsschutz-Aktion steckt ein größerer Plan“, erläutert die Süddeutsche Zeitung, denn künftig sollen Buchhandlungen flächendeckend vom Verfassungsschutz überprüft werden. Vielleicht findet jetzt sogar die Jugend Buchhandlungen spannend?
Spiel mir das Lied vom Gold
Mit einer goldenen Pik-Ass-Karte auf dem Titel macht Börse Online auf. Es geht aber nicht um Gaming-Aktien, sondern: „Qualität gewinnt – 10 Aktien gegen die Krise: Stark – Profitabel – Günstig“. Öl, das auf einen Goldklumpen fließt, damit bebildert Der Aktionär die aktuelle Lage: „Öl – Das neue Gold“. Vormals war es ja „nur“ das „schwarze Gold“. Weiter heißt es: „Jetzt die nächste Welle reiten und 80 Prozent Gewinn einstreichen“. Das müsste dann auch für die nächste Tankfüllung reichen. Dramatisch hingegen gibt sich das Titelbild von Focus Money mit einer qualmenden Ölraffinerie: „So legen Sie 50.000 Euro jetzt richtig an“, heißt es dazu. Ganz klar wurde uns der Text-Bild-Zusammenhang nicht unbedingt. Vielleicht hilft ein Text neben dem Bild weiter: „Mit Mut und klarem Kopf Rendite steigern, Depot schützen – Aktien, ETFs, Rohstoffe“. Nun, einen kühlen Kopf behalten an der Börse, dazu raten wir auch immer, wohl wissend, wie schwer das manchmal ist.
Riskante Getränke
Wir stolperten mal wieder über eine Überschrift, zogen uns dabei aber glücklicherweise keine Verletzungen zu: „Jeder sechste deutsche Mann trinkt riskant“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Vor unserem inneren Auge zeigen sich Bilder von Männern, die bei hoher Geschwindigkeit im Auto eine Flasche Wasser kippen und die Beherrschung über ihr Gefährt verlieren. Die beim Klettern eine kurze Pause einlegen, um ihren Durst zu stillen, und dabei jeden Halt verlieren. Die versunken ins Glas schauend eine vielbefahrene Straße überqueren… Tatsächlich ging es aber darum, dass hierzulande zwar der Alkoholkonsum sinkt, nicht aber im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarländern. Fast zwei Liter Flüssigkeit konsumieren die Deutschen pro Tag, obwohl die Zahl von zwei Litern als lebensnotwendige Ration pro Tag ein Mythos ist. Ein Blick in den Hörsaal reicht, um zu erkennen, dass es zwanzig Liter sein müssen. Ein halber Liter geht für Kaffee drauf, ob mit oder ohne Milch wurde nicht näher beleuchtet. Dann folgen an zweiter Stelle Erfrischungsgetränke und an dritter – gleichauf mit Wasser – alkoholische Getränke. Auch hier ist uns nicht klar, ob dabei das Wasser in den Getränken wieder abgezogen wurde, schließlich bestehen Kaffee und Bier überwiegend daraus. Zurück zum reinen Alkohol: Hier konsumieren wir im Schnitt 13 Liter pro Jahr, soviel wie die Letten und Litauer, aber sehr viel mehr als die Italiener oder Schweizer. Riskanter Alkoholkonsum beginnt bei 20 Gramm am Tag, bei Frauen die Hälfte. Das entspricht einem halben Liter Bier oder 0,25 Liter Wein. Am gebräuchlichsten ist das riskante Trinken in der Altersgruppe kurz vor der Rente und danach. Irgendwann muss man sich das Leben schöner trinken. Und zuletzt, trinkfreudige Ehen könnten sich zwischen Bayern und Sachsen anbahnen, denn im ersteren Bundesland trinken die Männer, im zweiten die Frauen am meisten Alkohol. Den größten Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt es in Bremen: Hier trinken die Männer am zweitmeisten Alkohol und die Frauen deutlich am wenigsten. Daraus wagen wir jedoch keine Schlüsse zu ziehen, wobei, nüchtern betrachtet war es lange nicht einfach, dem SV Werder Bremen beim Fußballspielen zuzusehen.