Diversifikationspotential: Japan bietet breitere Marktstruktur als konzentrierter US-Markt
Naomi Fink, Amova
- Die Konzentration am US-Aktienmarkt hat ein historisches Extrem erreicht: Der S&P 500 ist heute fast doppelt so konzentriert wie auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase und weist die höchste Konzentration seit 36 Jahren auf. Diese Beschreibung ist weitgehend konsistent mit der Schumpeterschen Sicht auf Innovation, in der Innovation der primäre Treiber wirtschaftlicher Entwicklung ist. In dieser Sichtweise beginnt technologischer Fortschritt mit konzentrierten Investitionen und Marktführerschaft, bevor Wellen von Wettbewerb, Adoption und Produktivitätsdiffusion die Gewinne breiter über die Wirtschaft verteilen.
- Unabhängig von ihrer Rolle im Innovationszyklus kann Konzentration jedoch eine Herausforderung für Investoren darstellen. Beispielsweise schafft Indexkonzentration ein praktisches Portfolioproblem. Investoren, die über kapitalisierungsgewichtete Indizes ein breites Marktengagement anstreben, übernehmen automatisch dieselben Konzentrationsrisiken, die im Index eingebettet sind.
Effektive Aktien-Anzahl auf Rekordtief
- Die effektive Anzahl der Aktien im S&P 500 ist auf ein Rekordtief von etwa 45 bis 50 gefallen; der Index bietet damit ein deutlich geringeres Diversifizierungsprofil als seine Überschrift von 500 Bestandteilen vermuten lässt. Natürlich spiegeln die hohen Bewertungen der heutigen Marktführer wahrscheinlich ihre Position als Hauptnutznießer des laufenden Investitionszyklus wider. Die Geschichte zeigt jedoch, dass es Zeit braucht, bis die breitere Wirtschaft vollständig von innovationsgetriebenen Investitionen profitiert. Es ist möglich, dass sich Produktivitätsgewinne in den USA noch nicht weit verbreitet haben und dass das Land die Disruptions- und Reallokationsphasen noch erleben muss.
Japanische Markt breiter aufgestellt
- Im Gegensatz dazu bleibt der japanische Markt (TOPIX) mit einer effektiven Anzahl von 105 bis 110 Aktien deutlich breiter aufgestellt und bietet eine ausgewogenere Marktstruktur. Obwohl die Konzentration im TOPIX damit leicht gestiegen ist, bleibt sie deutlich innerhalb ihrer jüngeren historischen Bandbreiten. Darüber hinaus liegt sie erheblich unter der Konzentration, die während der Boom-Ära der 2000er Jahre beobachtet wurde, als Telekommunikations-, Mobilinternet- und technologiebezogene Namen eine schmale Erholung in einem ansonsten von Deflation geplagten japanischen Markt anführten.
- Japan könnte als diversifizierter Markt profitieren, wenn sich Produktivitätsgewinne breiter verteilen, besonders vor dem Hintergrund der erstmaligen Reflationierung der Wirtschaft seit 30 Jahren. Die Frage ist dann nicht, ob Konzentration von Natur aus schlecht oder gut ist. Stattdessen geht es darum, ob die aktuellen Konzentrationsniveaus eine frühe Phase des Zyklus widerspiegeln eine, die in Zukunft breitere Produktivitätsgewinne und die Adoption innovativer Technologien erfordert.