Dr. Felix Schmidt, Berenberg

EZB wartet trotz Inflationsdrucks ab, Fed hat keinen Spielraum zum Senken

Zwar nimmt in der Eurozone aufgrund des Iran-Krieges und der damit einhergehenden steigenden Energiepreise der Inflationsdruck zu, doch die EZB zieht es derzeit vor, die Geldpolitik zunächst noch nicht zu straffen. Denn der Inflationsanstieg hält sich noch in Grenzen und die Daten, um die Auswirkungen des Krieges auf die Wirtschaft der Eurozone abzuschätzen, sind bisher noch recht dünn.

Dr. Felix Schmidt, Berenberg

Die Währungshüter aus Frankfurt werden daher in der anstehenden Aprilsitzung den Leitzins unverändert lassen und die Lage dann bei der übernächsten Sitzung am 11. Juni anhand von mehr Daten und aktualisierten Prognosen neu bewerten.  

Kein Eingreifen der EZB nötig

Wir rechnen damit, dass sich der Iran-Konflikt bis dahin weiter beruhigt und die Energiepreise weiter sinken werden, sodass ein Eingreifen der EZB nicht mehr nötig sein wird. Sollte der Konflikt jedoch erneut aufflammen und sich der Inflationsdruck ausweiten, wird die EZB möglicherweise doch genötigt sein, den Leitzins anzuheben. 

Fed: Keine Zinssenkung

Bei der US-Notenbank geht es derweil nicht um eine geldpolitische Straffung, sondern darum, ob der Leitzins weiter gesenkt werden kann. Die Inflationsrate lag jedoch bereits vor dem Iran-Krieg ein gutes Stück über dem Zweiprozentziel der Federal Reserve (Fed) und ist im März noch einmal deutlich auf 3,3 Prozent angestiegen. Bei ihrer Sitzung am Mittwoch wird es daher zu keiner Zinssenkung kommen.  

Auch für den weiteren Jahresverlauf besteht wenig Spielraum für die Fed, die Geldpolitik weiter zu senken. Denn nicht nur die Energiepreise, sondern auch die Zoll- und Migrationspolitik unter Donald Trump werden den Inflationsdruck in den kommenden Monaten weiter hochhalten. Eine weitere Zinssenkung in der zweiten Jahreshälfte ist zwar noch möglich, aber mit jedem Tag, den der Krieg länger andauert, wird sie unwahrscheinlicher.

Felix Schmidt

Dr. Felix Schmidt ist Senior Economist bei Berenberg. Berenberg. Berenberg wurde 1590 gegründet und gehört heute mit den Geschäftsbereichen Wealth and Asset Management, Investmentbank und Corporate Banking zu den führenden europäischen Privatbanken. Das Bankhaus mit Sitz in Hamburg wird von persönlich haftenden Gesellschaftern geführt und hat eine starke Präsenz in den Finanzzentren Frankfurt, London und New York.

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