Florian Heider und Alexander Hillert, SAFE

Positive Geschäftsergebnisse für 2025 sorgen für Optimismus bei Führungskräften

Starke Ergebnisse für 2025 und ein guter Start ins Jahr 2026 sorgen trotz eines schwierigen Umfelds für eine optimistischere Stimmungslage bei Analystenkonferenzen.

Im März stieg der SAFE-Index zur Manager-Stimmung von +0,51 auf +0,67 Punkte. Die zugrunde liegenden Daten, die den Zeitraum bis Ende Februar abdecken, enthalten Geschäftsergebnisse aus allen Branchen. Sie zeigen, dass börsennotierte Unternehmen in Deutschland trotz geopolitischer Herausforderungen im Durchschnitt zuversichtlich in das Jahr 2026 gestartet sind. Der aktuelle Indexwert spiegelt die Auswirkungen der zusätzlichen Konflikte im Nahen Osten noch nicht wider. Der Anstieg des Index wird durch positivere Aussagen der Managerinnen und Manager bei den Analystenkonferenzen getragen. Nach einem guten Start bestätigten viele Unternehmen ihre Prognosen für 2026, einige erhöhten sogar ihre Ziele, was den Optimismus hinsichtlich der Zukunft zeigt

Die starken Ergebnisse für das Berichtsjahr 2025 haben bei den Führungskräften zu Optimismus hinsichtlich des Ausblicks für 2026 geführt. Gleichzeitig verweisen Führungskräfte weiterhin auf ein schwieriges Umfeld, das von geopolitischer Unsicherheit geprägt ist. Die jüngste Eskalation im Nahen Osten, die sich zwar in unseren Daten noch nicht widerspiegelt, zeigt, dass diese vorsichtigen Einschätzungen durchaus begründet sind.

Rekordergebnisse beflügeln Optimismus

Die verbesserte Stimmung hängt größtenteils mit der Berichtssaison für die Jahresergebnisse zusammen. Unternehmen hoben häufig starke oder sogar Rekordergebnisse hervor. Dies spiegelt sich in Formulierungen wie „starke Ergebnisse“, „Rekordergebnisse“ und „gute Entwicklung“ wider. Eine Führungskraft erklärte: „Im Jahr 2025 haben wir Rekordergebnisse sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn erzielt, unsere Strategie erfolgreich umgesetzt und unsere Prognosen erfüllt.“

Führungskräfte betonten zudem wiederholt einen „guten Start“ in das Jahr 2026 und bestätigten ihren Ausblick für das kommende Jahr. Dies zeigt sich in häufig verwendete Formulierungen wie „guter Start“, „starker Start“ und „Prognose bestätigt“ aus. Eine Führungskraft erklärte dazu: „Nach unserem starken Start in das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir nun, das obere Ende unserer Umsatzwachstumsprognose zu erreichen …“

Herausforderndes Umfeld bleibt – und das bereits vor der jüngsten Eskalation

Gleichzeitig betonten Führungskräfte auf Analystenkonferenzen immer wieder, dass diese Ergebnisse trotz eines schwierigen Marktumfelds erzielt wurden. Unternehmen verweisen auf makroökonomische Schwierigkeiten, negative Währungseffekte im Zusammenhang mit dem schwachen US-Dollar sowie teilweise auf eine schwächere Nachfrage. So berichtete ein Unternehmen beispielsweise von einem „… währungsbereinigt deutlichen Umsatzrückgang von fast minus 21 % im vierten Quartal, was zu einem Umsatzrückgang im Gesamtjahr 2025 von rund 8 % führte.“ Das zeigt, dass sich der allgemeine Ton in der Finanzmarktkommunikation zwar verbessert hat, die Unternehmen hinsichtlich des allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds jedoch weiterhin vorsichtig sind.

Der SAFE-Index für März bietet einen ersten umfassenden Einblick in die Stimmung der Führungskräfte, nachdem Firmen aus allen Branchen ihre Ergebnisse für das Gesamtjahr 2025 berichtet haben. Das Bild ist überwiegend optimistisch, was auf starke Gewinne und die guten Geschäftsprognosen für 2026 zurückzuführen ist. Zugleich bleiben das geopolitische Umfeld und der Druck durch Wechselkursentwicklungen Unsicherheitsfaktoren, mit denen die Unternehmen weiterhin vorsichtig umgehen.
 

Der SAFE-Index zur Manager-Stimmung

Der SAFE-Index zur Manager-Stimmung (SAFE Manager Sentiment Index) misst monatlich, wie optimistisch oder pessimistisch sich Führungskräfte von börsennotierten Unternehmen in Deutschland äußern. Entwickelt von Alexander Hillert und seinem Team am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, basiert der Index auf einer automatisierten Textanalyse, die positive und negative Aussagen in Geschäftsberichten und Analystenkonferenzen auswertet. Der Index bietet Einblicke in die Investitionsbereitschaft sowie mögliche Trends bei Aktienrenditen. Der Index basiert auf einem rollierenden Dreimonatsfenster von Daten. 

Das Team misst außerdem seit Mai 2025 systematisch die in der Finanzmarktkommunikation geäußerte Unsicherheit der Unternehmen und verwendet dazu das Loughran and McDonald Dictionary of Uncertainty Words. Diese Analyse erfasst, wie oft Führungskräfte Unklarheit, Risiko oder Zweifel zum Ausdruck bringen und ermöglicht es, herauszufinden, worüber sich Manager:innen unsicher sind.
Veröffentlichungstermine

Die nächsten geplanten Veröffentlichungstermine sind:

  • Dienstag, 14. April 2026
  • Montag, 11. Mai 2026
  • Mittwoch, 10. Juni 2026
  • Donnerstag, 09. Juli 2026

Florian Heider

Florian Heider ist seit 1. Dezember 2022 Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE und Professor für Finance an der Goethe-Universität Frankfurt. In seiner Forschung befasst er sich vor allem mit Finanzintermediären, einschließlich ihrer Rolle für die Geldpolitik, sowie Marktdesign und Kapitalstruktur von Unternehmen. Seine akademischen Arbeiten sind in verschiedenen führenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften erschienen. Nach wissenschaftlichen Stationen an der London School of Economics und der New York University Stern School of Business übernahm er ab 2004 verschiedene Positionen in den EZB-Generaldirektionen Forschung, Marktinfrastrukturen und Zahlungsverkehr sowie Geldpolitik. 

Alexander Hillert

Prof. Dr. Alexander Hillert ist Co-Direktor der Abteilung „Financial Intermediation“ und Professor für Finance und Data Science am Leibniz-Institut für Finanzforschung SAFE. Vor seiner Tätigkeit am SAFE hatte Hillert die Professur für Nachhaltiges Asset Management am House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt inne. Er promovierte an der Graduate School of Economic and Social Sciences der Universität Mannheim. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen empirische Asset Pricing und empirische Unternehmensfinanzierung.