Der Wettlauf ins All intensiviert sich
Weltraumaktivitäten, die gestern noch allein den Staaten vorbehalten waren, verzeichnen heute dank einer hohen unternehmerischen und kommerziellen Dynamik ein rasantes jährliches Wachstum. Angetrieben wird dieses Wachstum vor allem von der Intensivierung der Erforschung des Weltraums, die gigantische strategische Herausforderungen beinhaltet und Anlegern ganz neue Perspektiven eröffnet.
Vom Mond an die Börse
Es geht nicht mehr darum, die Landesflagge zu hissen: Die Mission Artemis bedeutet die Rückkehr des Menschen auf den Mond, um auf Dauer zu bleiben. Der Mond ist auf dem besten Weg, zu einem industriellen Zentrum zu werden und künftig als Ausgangspunkt für Forschungsmissionen, insbesondere zum Mars, zu dienen. Das von der NASA initiierte Programm Artemis macht wieder den Weg in den Weltraum frei und nimmt auch dank der stark gesunkenen Kosten von Weltraummissionen die Entwicklung einer interplanetaren Wirtschaft vorweg. Der Wettlauf ins All wird immer intensiver – China will schon 2030 auf den Mond –, denn es kommen immer mehr private Akteure ins Spiel, wobei Aufträge im Umfang von mehreren Milliarden US-Dollar winken.
Das Anlageuniversum erlebt gerade einen Boom. Es ist reifer geworden und wächst ständig mit neuen Börsengängen. Allein der von SpaceX in diesem Sommer geplante Gang aufs Parkett dürfte das Anlegerinteresse an diesem Thema und damit auch an Raumfahrtunternehmen insgesamt weiter steigern, sodass zweifelsohne noch mehr Kapital in diese schnell wachsende Branche fließen dürfte. Wir erwarten, dass andere Raumfahrtunternehmen diesem Beispiel folgen und ebenfalls an die Börse gehen.
Billionen-Dollar-Einnahmen erwartet
Die Gelegenheiten, die sich durch die Erschließung des Mondes ergeben, erreichen ein enormes Ausmaß. Angesichts der Wachstumsaussichten des Raumfahrt-Ökosystems von 9 bis 10 Prozent pro Jahr dürfte der Markt bis 2035 auf 1,8 Billionen US-Dollar anwachsen. Außerdem könnten die Einnahmen der Raumfahrtindustrie im Jahr 2040 die 1-Billion-Dollar-Marke übersteigen.
Die Bedeutung der privaten Akteure innerhalb der Raumfahrtindustrie wächst auch dadurch, dass immer öfter Transportmissionen notwendig sind, um Astronauten, Waren und Infrastrukturen ins All zu befördern. Dieser Faktor wirkt als starke Stütze der Weltraumwirtschaft.
Attraktive Spezialisten abseits von SpaceX
Einige der Unternehmen, die im Bereich der Weltraumerkundung gut positioniert sind, notieren bereits an der Börse, sind also schon investierbar. Dazu gehört das „NewSpace“-Unternehmen Intuitive Machines aus den USA mit einer Börsenkapitalisierung von 7 Milliarden US-Dollar, das sich aufgrund seiner Kompetenzen im Bereich der Weltrauminfrastrukturen und Transportlösungen sowie der Monderkundung einen Namen gemacht hat. Die Mondlandung seines Moduls IM-1 im Jahr 2024 war die erste für die USA seit der Apollo-17-Mission 1972.
Ebenso konnte Firefly Aerospace, ein Spezialist für Trägerraketen und Mondlandefähren, 2025 seine Sonde „Blue Ghost“ erfolgreich auf dem Mond landen. Das Unternehmen hat für 2026 einen deutlichen Ergebnisanstieg angekündigt. Ausschlaggebend dafür ist das beschleunigte organische Wachstum des Herstellers von Trägerraketen und Satellitenkomponenten sowie der Beitrag der Übernahme von SciTec.
Ein weiterer Schlüsselakteur ist MDA Space. Auch dieser Spezialist für Weltraumrobotik und Satellitensysteme weist einen hohen Auftragsbestand von geschätzt 3,7 Milliarden kanadischen Dollar auf. Daher besteht mittelfristig eine hohe Prognosesicherheit.