Dr. Ulrich Kater, Deka Bank

Neuer DAX-Rekord

Die spektakuläre Militärintervention der USA in Venezuela wie auch die vielen weiteren geostrategischen Initiativen des US-Präsidenten, allen voran die öffentlichen Überlegungen zu Grönland, hatten in der vergangenen Woche keine weiteren negativen Nachwirkungen an den Finanzmärkten.

Dr. Ulrich Kater, Deka Bank

Die Weltwirtschaft wird aufgebaut

Im Gegenteil: Nicht nur in Deutschland, wo der DAX zum ersten Mal über 25.000 Punkte kletterte, sondern auch an vielen anderen Börsenplätzen gab es historische Höchststände. Das liegt daran, dass die neue Geoökonomie nicht nur Risiken mit sich bringt, sondern auch wirtschaftliche Dynamik entfacht. Das reicht von den staatlichen Rüstungs- und Infrastrukturprogrammen bis hin zum neuen weltweiten Technologiewettlauf um die beste KI. Die Weltwirtschaft wird nicht zertrümmert, sie wird umgebaut. Und das erzeugt Innovationen, Wachstum und höhere Unternehmensgewinne mit hohen Ausschüttungen für die Aktionäre. Allerdings werden die Risiken, die sich aus der hohen Dynamik der Weltpolitik ergeben, zurzeit an den Märkten ausgeblendet und die positiven Wirtschaftsdaten in den Vordergrund gestellt.

Inflation im Normalbereich

Nach den neuesten Zahlen muss die Prognose für das US-Wachstum nach oben revidiert werden. Zwar verzeichneten die aktuellen Einkaufsmanagerindizes weltweit einen leichten Rückgang, gemessen an der globalen Nachrichtenlage hat sich die Stimmung der Industrieunternehmen im vergangenen Jahr jedoch erstaunlich gut halten können. Gute Nachrichten gab es auch von der Entwicklung der Preise: Sinkende Preise für Energie und verarbeitete Lebensmittel hatten die Inflation in Deutschland im Dezember überraschend unter die Marke von 2 Prozent gedrückt. Insgesamt ist die Inflation im gesamten Jahr 2025 mit 2,2 Prozent wieder absolut im Normalbereich angekommen. Die Anleihemärkte interpretierten dies zumindest vorübergehend als Signal für sinkende Zinsen. Das half auch dabei, die hohen Emissionsvolumina zu Jahresbeginn reibungslos zu absorbieren.

Ulrich Kater

Dr. Ulrich Kater ist seit 2004 Chef-Volkswirt der DekaBank. Er studierte an den Universitäten Göttingen und Köln Volkswirtschaftslehre und promovierte 1995 am Finanzwissenschaftlichen Lehrstuhl der Universität zu Köln. Von 1995 bis 1999 war Dr. Kater im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu den Themen Geldpolitik, Währungspolitik, internationale Kapitalmärkte, Finanzpolitik, Alterssicherungssysteme und internationaler Dienstleistungshandel.

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