Berichtssaison im Dax auf Hochtouren
Rückblick: Berichtssaison mit Folgen
Daneben wurde das Geschehen aber auch maßgeblich von der laufenden Quartalsberichtssaison in Deutschland und den USA sowie den extremen Kursschwankungen bei KI- und Chip-Werten – vor allem auch an den asiatischen Börsen – beeinflusst. Gleiches gilt für einige Konjunkturdaten, wie z. B. das etwas besser als erwartet ausgefallenen ifo-Geschäftsklima, sowie für die Entscheidung der US-Notenbank Fed, die Leitzinsen unverändert zu lassen.
Dax-Familie im Plus
Der Deutsche Aktienindex (Dax) machte im Wochenvergleich 2,1 Prozent gut und beendete den Handel am Freitag bei 25.629,24 Punkten. Der MDax kam um 0,3 Prozent auf 31.980,52 Zähler voran. Auch der TecDax zog an. Er verbesserte sich um 1,5 Prozent auf 3.827,49 Punkte. Der m:access All Share rutschte dagegen um 0,5 Prozent auf 987,96 Zähler ab.
SAP und Rheinmetall legen zweistellig zu
Zu den großen Wochengewinnern im Dax zählten Reinmetall. Die Papiere des Düsseldorfer Rüstungskonzerns verbesserten sich nach über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen um 10,1 Prozent. SAP wiederum profitierten mit einem Plus von 13,4 Prozent von ihren Ende der Vorwoche vorgelegten Quartalszahlen. Auch die Deutsche Bank (+4,4 Prozent) erzielte bessere Quartalszahlen als erwartet. BMW machten dagegen trotz eines schlechten Zwischenberichts vor allem aufgrund der Ankündigung, bis Ende 2027 weltweit bis zu 8.000 Stellen abzubauen, 4,5 Prozent gut. Die neuesten Zahlen von Adidas sorgten dagegen für einen Kursverlust von 7,4 Prozent. Damit waren die Herzogenauracher der schwächste Dax-Wert der vergangenen Woche.
Anleihen: Minimale Schwankungen
Die deutschen Anleihemärkte haben in letzten 5 Handelstagen in engem Rahmen geschwankt. Belastet wurden die Kurse dabei vor allem durch steigende Ölpreise und zu einem gewissen Maß auch durch die neuesten Inflationszahlen für den Euroraum, die nach Auffassung mancher Ökonomen eine Zinserhöhung durch die EZB im September wahrscheinlicher gemacht haben. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe kletterte im Wochenvergleich um 2 Basispunkte auf 3,20 Prozent. Die Umlaufrendite sank um 4 Hundertstel auf 3,12 Prozent.
USA: Berichtssaison schürt Kursgewinne
Wie die deutschen, so haben auch die US-Aktienbörsen in der vergangenen Woche zugelegt. Neben der Zinsentscheidung der Fed und dem Iran-Krieg wurde das Geschehen dabei vor allem auch von der Quartalsberichtsaison, insbesondere von Zahlen aus dem Tech-Bereich, geprägt. Dabei reagierten die Anleger euphorisch auf den Zwischenbericht von Microsoft (+19,8 Prozent) und Amazon (+15,1) Prozent, straften andererseits aber Apple (-9,1 Prozent) und Meta (-7,8 Prozent) deutlich ab. Insgesamt verbesserte sich der tech-lastige Nasdaq-Composite-Index im Wochenvergleich um 1,6 Prozent auf 25.373,85 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index machte 1,1 Prozent auf 7.489,72 Punkte gut. Der Dow-Jones-Index wiederum gewann im Wochenverlauf 1,0 Prozent auf 52.485,03 Punkte. Dies bedeutete gleichzeitig, dass der Dow nun den vierten Monat in Folge gestiegen ist.
Ausblick: Irankrieg bleibt spielbestimmend
Auch in der neuen Woche wird der Iran-krieg wieder eines der dominierenden Themen an der Börse bleiben, heißt es am Markt. Dafür dürften alleine schon die permanenten Volten in dem Konflikt sorgen. Nachdem US-Präsident Donald Trump am Wochenende angekündigt hat, dass er die neuen geplanten Angriffe der USA abgesagt habe und die OPEC+ zudem eine höhere Öl-Förderung für September angekündigt hat, erwarten Marktteilnehmer, dass der Ölpreis in der aktuellen Woche fallen wird – und dies würde positive Auswirkungen auf die Kurse haben, heißt es von Börsianern. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Kämpfe doch nicht wieder aufflammen.
Inwieweit sich der Krieg auf die Wirtschaft auswirkt, zeigen zudem einige wichtige Konjunkturdaten. Dabei stehen vor allem zur Wochenmitte und zum Wochenausklag einige wichtige Barometer zur Veröffentlichung an. So werden am Mittwoch unter anderem der HCOB EMI Dienstleistungsindex für Deutschland und die Eurozone sowie der Erzeugerpreisindex für die Eurozone veröffentlicht, während am Freitag die chinesische und die deutsche Handelsbilanz sowie Zahlen zur Industrieproduktion in Deutschland publiziert werden.
Wie nachhaltig ist der KI-Boom?
Der Blick der Börsianer geht zudem unverändert Richtung KI- und High-Tech-Werte. Hier stellt sich gerade auch nach der Kursentwicklung der Vorwoche mehr denn je die Frage, wie nachhaltig der Boom bei diesen Aktien war bzw. ob es hier doch wieder zu einem teilweisen Ausverkauf kommt. Die laufende Quartalsberichtssaison dürfte dabei kaum mehr zur Antwortfindung beitragen, denn die meisten führenden Unternehmen in diesem Bereich haben bereits ihre neuesten Zahlen vorgestellt.
Berichte aus dem Dax
Unabhängig davon wird die Quartalsberichtssaison in der laufenden Woche gerade auch in Deutschland weiter im Mittelpunkt des Interesses der Marktteilnehmer stehen. Denn in den kommenden Tagen informieren erneut viele der größten hiesigen Unternehmen über ihre Geschäftsentwicklung. Dazu zählen aus dem Dax unter anderem Bayer und Zalando (jeweils am Dienstag), Infineon und Siemens Energy am Mittwoch sowie die Deutsche Telekom, Henkel, Scout24 und Siemens am Donnerstag. Am Freitag folgen dann noch unter anderem die Allianz, die Münchener Rück und Daimler Truck.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
- Montag, 03.08: HCOB EMI des verarbeitenden Gewerbes für Deutschland und die Eurozone; ISM Einkaufsmanagerindex für die USA; ISM Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA.
- Dienstag, 04.08: US-Handelsbilanz; Auftragseingänge der Industrie in den USA.
- Mittwoch, 05.08: HCOB EMI Dienstleistungsindex und -Gesamtindex für Deutschland und die Eurozone; Erzeugerpreisindex Eurozone; ADP Beschäftigungsänderung USA; ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen USA;
- Donnerstag, 06.08: Entwicklung der Werkaufträge in Deutschland; Einzelhandelsumsätze in der Eurozone; Entwicklung der Lohnstückkosten in den USA; Erstanträge zur Arbeitslosenunterstützung in den USA.
- Freitag, 07.08: Chinesische Handelsbilanz; deutsche Handelsbilanz; Entwicklung der Industrieproduktion in Deutschland; Entwicklung der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft in den USA; Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne in den USA.