Befreiungsschlag für die US-Tech-Giganten
Die Sommerpause scheint dieses Jahr auszubleiben – zumindest an der Börse. So setzten Aktien in Europa und den USA ihre starke Jahresperformance weiter fort und konnten zuletzt neue Rekordstände erreichen. Dabei verhalf den Aktienbenchmarks auf unserer Seite des Atlantiks neben starken Konjunkturdaten vor allem die Aussicht auf einen nachhaltigen Friedensvertrag am Persischen Golf zu Kursgewinnen. US-Aktien profitierten darüber hinaus von einer der stärksten Berichtssaisons der letzten 20 Jahre. KI-nahe Sektoren, die sich zuletzt etwas schwertaten, konnten sich dabei wieder als die Zugpferde des US-Marktes etablieren. Zusätzlich wurden Aktien auch von Seiten der Anleihemärkte gestützt, die, zumindest am kurzen Ende der Kurve, einen ordentlichen Zinsrücksetzer verzeichneten. Von den etwas niedrigeren Leitzinserwartungen am Markt konnte neben Aktien auch Gold profitieren, das wir erst jüngst wieder aufgestockt haben. Allein letzte Woche konnte das Edelmetall um fast 8 Prozent an Wert gewinnen. Trotz weiterhin starker fundamentaler Rückenwinde für Aktien und Gold bleibt die Positionierung in beiden Anlageklassen nur marginal erhöht. Daher haben wir im Moment keinen Bedarf, unsere beiden strategischen Übergewichte zu trimmen.
Kurzfristiger Ausblick
Nachdem die Fed den Leitzins auf ihrer letzten Sitzung Ende Juli unverändert belassen hat, die laufende Berichtssaison bislang ein sehr solides Bild der Unternehmen zeichnet und erneute Friedensgespräche am Golf geführt werden, dürfte sich der Fokus der Märkte in den nächsten Wochen wieder vermehrt in Richtung der Makrothemen verschieben. Neben der weiteren Fed-Politik unter Kevin Warsh dürfte hierzu auch die US-Zwischenwahl zählen.
In dieser Woche bleibt der Datenkalender überschaubar. Das größte Augenmerk dürfte am Mittwoch auf den Verbraucherpreisen aus den USA liegen (Jul.). Am Donnerstag werden neben den Erzeugerpreisen aus den USA (Jul.) und den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung (Aug.) auch Daten zur Industrieproduktion aus Europa (Jun.) veröffentlicht. Am Freitag dürften die Einzelhandelsumsätze aus den USA (Jul.) weitere Einblicke zum US-Konsumenten liefern. Zudem dürfte das vorläufige Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan (Aug.) Daten zur Stimmung unter den Konsumenten liefern.
Der Berenberg-Monitor erscheint zweiwöchentlich und gibt mithilfe wiederkehrender Abbildungen und Daten einen strukturierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten und beleuchtet jeweils eine wichtige Entwicklung näher.
- Für die drei großen US-Hyperscaler war die Berichtssaison ein voller Erfolg: Amazon, Microsoft und Alphabet verbuchten allesamt starke Kursgewinne nach ihren Q2-Ergebnissen.
- Hinter der Rallye stecken vor allem sehr starke Umsatzzuwächse in den Cloud-Segmenten der drei Giganten.
- Denn dies suggeriert, dass sich die massiven Kapitalausgaben für den Bau von Datenzentren rentieren – sogar mehr noch, als von den Analysten bislang erwartet. Dies dürfte auch andere KI-nahe Sektoren stützen.
Ausgewählte Asset-Klassen aus dem Märkte-Monitor
- Die Re-Eskalation am Golf hat dem Rohölpreis (Brent) zuletzt neuen Aufwind verliehen. Trotz wiederholter Friedensgespräche bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus fragil.
- Der Goldpreis zeigte zuletzt deutliche Stärke, gestützt durch die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende und niedrigeren Leitzinserwartungen.
- Im Gegensatz zu Aktien der Industrienationen gaben EM-Aktien zuletzt nach (3 Prozent in den letzten vier Wochen).
- Innerhalb der Aktienregionen entwickelten sich deutsche Aktien und Titel aus Europa sowie der Eurozone zuletzt am besten.
- US-Aktien konnten ebenfalls leicht zulegen, wobei sich Large Caps besser entwickelten als Small Caps.
- Das Nachsehen hatten jüngst EM-Aktien aus Asien. Diese gaben rund 4 Prozent nach, wenngleich die Region in Euro gerechnet seit Jahresstart den Spitzenplatz innehat.
- Anders als die Aktienmärkte gaben die globalen Anleihesegmente über die letzten vier Wochen tendenziell nach. Relativ am besten entwickelten sich neben deutschen Staatsanleihen vor allem EUR Finanz- und Hochzinsanleihen.
- Hartwährungsanleihen der Schwellenländer bilden auf Sicht der letzten vier Wochen und in Euro gerechnet hingegen das Schlusslicht. Ähnlich stark nachgegeben haben US-Staatsanleihen und USD-Hochzinsanleihen.
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Datum 10.08.2026