Werner W. Rehmet, AnlegerPlus

Ausschüttungen aus Down Under

Australische Unternehmen gelten als attraktive Dividendenzahler und eröffnen Investoren zugleich Zugang zum asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum. Anleger partizipieren damit an der Entwicklung der Region, tragen jedoch auch Wechselkursrisiken und sind stärker Abhängig von konjunkturellen Zyklen.

Werner W. Rehmet, AnlegerPlus

Australiens Wirtschaft profitiert von umfangreichen Rohstoffvorkommen und engen Handelsbeziehungen zu asiatischen Wirtschaftsmächten wie China und Japan. Dies macht das sechstgrößte Land der Erde jedoch zugleich anfällig für Schwankungen der Weltkonjunktur und der Rohstoffpreise. 

Für 2026 wird ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von rund 2 Prozent erwartet. An der Börse dominieren neben Rohstoffkonzernen vor allem die „Big Four“ des Bankensektors – die Commonwealth Bank of Australia, Westpac, die National Australia Bank und ANZ.

Dividende ohne Unterbrechung

Die Commonwealth Bank of Australia wurde 1911 gegründet und zählt zu den verlässlichsten Dividendenzahlern Australiens. Seit dem Börsengang 1991 hat die Großbank aus Sydney ihre Ausschüttungen nie ausgesetzt. Die Dividenden werden halbjährlich ausgezahlt. Zwischen 1992, als insgesamt 0,40 Australische Dollar (AUD) je Aktie ausgeschüttet wurden, und 2025 stieg die Jahresdividende auf 4,85 AUD. Das entspricht einem Plus von mehr als 1.100 Prozent.

Zuletzt zahlte die Commonwealth Bank of Australia Ende März für das erste Geschäftshalbjahr 2025/2026 eine Zwischendividende von 2,35 AUD je Aktie. Die Ausschüttungsquote lag damit bei knapp 72 Prozent und bewegt sich innerhalb der Zielspanne von 70 bis 80 Prozent. Auf Basis des Kursniveaus Ende Juni 2026 ergibt sich eine Dividendenrendite von rund 3,0 Prozent.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres steigerte die Commonwealth Bank of Australia ihren Nettogewinn um 6 Prozent auf den Rekordwert von 5,45 Mrd. AUD, nach 5,13 Mrd. AUD im Vorjahreszeitraum. Auch an der Börse entwickelte sich die Aktie stark. Zwischen Juni 2023 und Ende Juni 2026 legte der Kurs um knapp 67 Prozent zu. 
Risiken bleiben dennoch bestehen. Beispielsweise geriet die Aktie im Mai 2026 unter Druck und verlor an einem Tag zeitweise mehr als 10 Prozent, nachdem die Bank ihre Risikovorsorge erhöht hatte und zugleich Sorgen über die Entwicklung des australischen Immobilienmarktes zunahmen.

Profiteur des Kupferpreises

 

Die BHP Group  ist Australiens größter Industriekonzern und zählt weltweit zu den führenden Bergbauunternehmen. Zu den wichtigsten Ertragsquellen gehören Eisenerz und Kupfer. Deren Preisentwicklung beeinflusst den Geschäftserfolg maßgeblich und macht das Unternehmen zugleich abhängig von den Schwankungen der Rohstoffmärkte. Ein Umstand, den Investoren unbedingt im Blick haben müssen.

BHP zahlt seit 1984 eine Dividende und schüttet diese halbjährlich aus. Für 2025 summierte sich die Gesamtdividende auf 1,10 USD je Aktie, was Ende Juni 2026 einer Dividendenrendite von rund 2,7 Prozent entsprach. Die Ausschüttungsquote liegt bei 55 Prozent. Die im März 2026 gezahlte Zwischendividende wurde gegenüber dem Vorjahr von 0,50 auf 0,73 USD angehoben.

An der Börse entwickelte sich die Aktie zuletzt stark, angetrieben vor allem von steigenden Kupferpreisen. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 stieg der um Sondereffekte bereinigte Gewinn im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 6,2 Mrd. USD.

Australien im Fondsmantel

Wer den australischen Gesamtmarkt abbilden möchte, kann auf einen Indexfonds zurückgreifen. Der Amundi Australia S&P/ASX 200 UCITS ETF bildet den S&P/ASX 200 Index nach und bietet damit Zugang zu den 200 größten und liquidesten australischen Unternehmen.

Der ETF wurde im März 2010 in Luxemburg aufgelegt. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,40 Prozent pro Jahr, das Fondsvolumen bei rund 134 Mio. Euro. Die Ausschüttung erfolgt einmal jährlich, zuletzt im Dezember 2025 mit 1,53 Euro je Anteil. 

Zu den größten Positionen zählen unter anderem die bereits besprochende Commonwealth Bank of Australia und BHP Group. Auf Sicht von zehn Jahren lag die annualisierte Wertentwicklung Ende Juni 2026 bei rund 8,1 Prozent pro Jahr.

Der Artikel erschien zuerst in AnlegerPlus.

PS: An der Börse München können insgesamt 351 Titel aus Australien gehandelt werden, einfach zu finden im Aktien-Finder “Land hinzufügen”.

Werner Rehmet

Werner Rehmet war von 2009 bis 2024 Gründer und Herausgeber des angesehenen MyDividends Magazins. Der ausgebildete Banker ist inzwischen freier Autor beim Finanzmagazin AnlegerPlus. Das Magazin für Kapitalanleger. Verlag und Herausgeber ist die Kapital Medien GmbH, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.