Anhaltende Hitzewellen treiben Ausbau von Kernenergie voran
Lösungsansatz: Verantwortungsvolle Bergbaupraktiken
Verantwortungsvolle Bergbaupraktiken helfen dabei, die Risiken durch eine verbesserte Wassereffizienz und Wasserwiederverwendung, zu steuern. Diese Maßnahmen allein können physische Einschränkungen der Wasserverfügbarkeit nicht beseitigen und erfordern möglicherweise anfängliche Investitionen. Sie könnten jedoch Betriebskosten, Produktionsunterbrechungen, Sanierungsaufwendungen sowie Risiken bei Genehmigungsverfahren verringern. Hierdurch würden langfristig die operative Widerstandsfähigkeit und die Margen der Bergbauunternehmen gestützt.
Kupfer und Lithium profitieren – Nachfrage übersteigt Angebot
Nach den jüngsten Prognosen könnte das erwartete Angebot aus bestehenden und angekündigten Projekten bereits in knapp zehn Jahren rund 25 Prozent unter dem Primärangebotsbedarf bei Kupfer und rund 30 Prozent unter dem Primärangebotsbedarf bei Lithium liegen. Wir sehen hier einen Engpass: Trotz der jüngsten Fortschritte bei Bergbauprojekten dürfte die Nachfrage nach beiden Rohstoffen das Angebot übersteigen. Die Kupfernachfrage könne zunehmend durch den Ausbau der Stromnetze, der erneuerbaren Stromerzeugung, der Elektromobilität und der KI-bezogenen Infrastruktur weiter angetrieben werden.
Ausbau Erneuerbarer Energien treibt Rohstoffnachfrage
Die Rohstoffnachfrage könnte mit dem Ausbau der Kapazitäten für Erneuerbare Energien deutlich steigen. In einem Netto-Null-Szenario könnten Erneuerbare Energien bis 2050 rund 84 Prozent der weltweiten Stromversorgung ausmachen. Treiber sind dabei vor allem Solar- und Windenergie, die im Allgemeinen mehr Mineralien benötigen als die Stromerzeugung mit Erdgas.
Mit dem Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie der Stromnetze dürfte auch die Kupfernachfrage steigen: Bis 2040 wird mit einer Zunahme der weltweiten Kupfernachfrage um insgesamt rund sieben Millionen Tonnen gerechnet. Der weitere Ausbau der Solarkapazitäten könnte die Silbernachfrage langfristig stützen, da Silberpaste den von Photovoltaikzellen erzeugten Strom sammelt und weiterleitet. Die gute Leitfähigkeit von Kupfer bei geringeren Kosten spricht für den Einsatz in Solaranlagen, Kabeln und Stromnetzen.
Effizienzsteigerungen könnten zwar den Silberverbrauch je Solarmodul reduzieren, doch die steigende Zahl der Installationen könnte die geringere Materialintensität ausgleichen.
Die Integration Erneuerbarer Energien erfordert zudem den Ausbau von Stromnetzen, Speichern und unterstützender Infrastruktur, wodurch die Nachfrage nach Kupfer, Lithium, Nickel, Kobalt, Grafit und Seltenen Erden steigen könnte. Insbesondere könnte sich die weltweite Kapazität von Batteriespeichern bis 2035 auf das 17-Fache erhöhen. Lithiumbasierte LFP-Batterien machen derzeit rund 90 Prozent der installierten Systeme aus, was die Lithiumnachfrage potenziell stützen könnte.
Aufwind für Kernenergie
Auch Kernenergie spielt im Zuge der Dekarbonisierung eine zunehmend wichtige Rolle. Reaktoren können große Mengen Strom mit sehr geringen Emissionen im Betrieb erzeugen und laufen in der Regel während des größten Teils des Jahres mit hoher Leistung. Diese zuverlässige Stromerzeugung könnte die Elektrifizierung des Verkehrs, von Gebäuden und der Industrie unterstützen und die schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie ergänzen, indem sie die Abhängigkeit von fossilen Reservekapazitäten verringert.
Bis 2050 rechnet die EU Nuclear Alliance mit einem Anstieg der Kernenergiekapazität um rund 50 Prozent auf 150 Gigawatt, während die Vereinigten Staaten eine Vervierfachung auf 400 Gigawatt anstreben. In China könnte die Kapazität nach Schätzung einer staatlichen Forschungseinrichtung auf mehr als 330 Gigawatt steigen und damit mehr als das Fünffache des derzeitigen Niveaus erreichen. Diese Zahlen deuten auf eine weltweit wachsende Dynamik zugunsten der Kernenergie hin.
Wasserverfügbarkeit ist Erfolgsfaktor
Wasserknappheit könnte bei einigen Kernkraftwerken zu standortspezifischen betrieblichen Herausforderungen führen, da Dürren und höhere Wassertemperaturen die Verfügbarkeit von Kühlwasser begrenzen, die Effizienz verringern oder vorübergehende Leistungsreduzierungen erforderlich machen. Die weltweiten Auswirkungen waren in der Vergangenheit jedoch begrenzt: Nach Schätzungen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) beeinträchtigten Einschränkungen bei der Kühlwasserversorgung und andere klimabedingte Ereignisse im Jahr 2022 rund 0,3 Prozent der Kernenergieerzeugung.
Eine geeignete Standortwahl, alternative Wasserquellen, fortschrittliche Kühlsysteme und eine klimaresiliente Auslegung können dazu beitragen, diese Risiken zu minderng.
Fazit: Die Wasserverfügbarkeit wird damit zunehmend zu einem wichtigen Planungsaspekt für den Ausbau der Kernenergie.