Dr. Ulrich Kater, Deka Bank

Abermals Zoll-Chaos

Der Oberste Gerichtshof der USA hat am vergangenen Freitag Teile der von US-Präsident Trump verhängten Zölle wegen Überschreitung seiner Befugnisse für unrechtmäßig erklärt. Die Zölle müssen damit möglicherweise zurückgezahlt werden, was ein Loch in den US-Haushalt reißen würde.

Dr. Ulrich Kater, Deka Bank

Neue Zollankündigungen

Allerdings könnten die Zölle auch auf einer anderen Rechtsgrundlage beschlossen und umgesetzt werden. In einer ersten Reaktion hat Präsident Trump globale Zölle für alle Handelspartner in Höhe von 15 Prozent angekündigt, die per Dekret zumindest für ein paar Monate greifen könnten. Es gibt laut US-Regierungsverlautbarungen aber auch weitere Optionen, die ohne Zustimmung im Kongress – wenngleich nicht rechtssicher – möglich seien. Die Kapitalmärkte reagierten erstaunlich gelassen auf den erneuten Zollschock. Man hat sich mittlerweile an Trumps chaotischen Politikstil gewöhnt, und letzte Konsequenzen sind ohnehin noch nicht abzusehen.

Europas Geldpolitik in guten Händen

Ansonsten gab es Meldungen, dass EZB-Präsidentin Lagarde ihre Amtszeit vorzeitig beenden könnte, um angesichts unsicherer politischer Perspektiven im Euroraum in der Geldpolitik einen geordneten Übergang auf eine Nachfolge zu ermöglichen. Dies wurde unaufgeregt von den Marktteilnehmern aufgenommen, was ein gutes Zeichen ist, denn es signalisiert, dass die europäische Geldpolitik bislang in guten Händen lag und im Markt keinerlei Befürchtungen vorliegen, die die zukünftige Stabilität des Euros in Frage stellen.

An den Finanzmärkten steht in dieser Woche die Unternehmensberichtssaison im Fokus, wobei vor allem die Zahlen von NVIDIA am Mittwoch mit Spannung erwartet werden. Zudem werden in Europa erste Konjunkturdaten für Februar veröffentlicht: am Donnerstag zum europäischen Wirtschaftsvertrauen und am Freitag zur deutschen Inflation.

Ulrich Kater

Dr. Ulrich Kater ist seit 2004 Chef-Volkswirt der DekaBank. Er studierte an den Universitäten Göttingen und Köln Volkswirtschaftslehre und promovierte 1995 am Finanzwissenschaftlichen Lehrstuhl der Universität zu Köln. Von 1995 bis 1999 war Dr. Kater im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu den Themen Geldpolitik, Währungspolitik, internationale Kapitalmärkte, Finanzpolitik, Alterssicherungssysteme und internationaler Dienstleistungshandel.

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