Politisch bedingte Schwankungen können Kaufgelegenheiten eröffnen

The Beat - Bonds, Equities, Alternatives, Transition von Morgan Stanley IM
Grafik: Morgan Stanley IM
Die Inflation und das Lohnwachstum verlangsamen sich im Gleichschritt. Das könnte Spielraum für Zinssenkungen schaffen. Vor diesem Hintergrund werfen die Experten der Portfolio Solutions Group von Morgan Stanley Investment Management einen Blick auf Hochzinsanleihen. Ebenso sehen sie Kaufgelegenheiten durch politisch bedingte Volatilität – beispielsweise in Frankreich. US-Aktien könnten ihrer Einschätzung nach mehr Potenzial bieten als zuletzt gedacht. Im aktuellen „The BEAT“ – Bonds, Equities, Alternatives, Transition – analysiert die Portfolio Solutions Group die Schlüsselthemen, die die Kapitalmärkte im Juli prägen, und leiten daraus konkrete Investmentideen ab.

Die Wahrscheinlichkeit einer weichen Landung steigt

Im vergangenen Monat ist die Inflation zurückgegangen und einige große Zentralbanken haben die Zinsen gesenkt. Indikatoren wie die Indeed Job Postings deuten darauf hin, dass sich das Lohnwachstum in den USA und in der Eurozone weiter verlangsamen dürfte. Dies sollte wiederum die Inflation im Dienstleistungssektor abschwächen und den Zentralbanken die Möglichkeit niedrigerer Zinsen eröffnen.

US-Aktien überraschen positiv

Es ist eine ‚enge‘ Rallye: Fast zwei Drittel der seit Jahresbeginn erzielten Renditen gehen auf weniger als zehn Aktien zurück. Ähnlich ist es bei den positiven Gewinnrevisionen und die Bewertungen spiegeln dies ebenfalls wider. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für den S&P 500 liegt basierend auf der Marktkapitalisierung bei 21x, aber nur bei 16x auf gleichgewichteter Basis. Somit gibt es reichlich Spielraum für eine Verbreiterung der Aktienmarkt-Performance. Dies setzt jedoch eine zyklische Erholung voraus.

Der US-Arbeitsmarkt befindet sich am Scheideweg

Der US-Arbeitsmarkt hat sich in geordneter Weise neu ausgerichtet. Die Zahl der offenen Stellen ist zurückgegangen, während die Arbeitslosigkeit insgesamt stabil geblieben ist. Ein schwächerer Arbeitsmarkt ist notwendig, damit die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) darauf vertrauen kann, dass die zurückgehende Inflation auf einem niedrigeren Niveau verankert bleibt. Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Daher ist der Arbeitsmarkt erstmals wieder anfällig für eine weitere wirtschaftliche Abkühlung. Wir beobachten dies genau.

Politisch gesteuerte Volatilität: Amuse-Bouche

Die vorgezogenen Wahlen in Frankreich und die vorherigen Abstimmungen in wichtigen Schwellenländern wie Indien und Mexiko sind erst der Anfang der politisch bedingten Volatilität im zweiten Halbjahr 2024. Derzeit scheint sich diese auf Frankreich zu beschränken und keine Auswirkungen auf EU-Ebene zu haben. Es gibt viele Zukunfts-Szenarien. Wir aber sind davon überzeugt, dass die Schwankungen Kaufgelegenheiten eröffnen können.

Vier aussichtsreiche Investmentideen

Hochverzinsliche Anleihen werden wieder übergewichtet
Der vergangene Monat hat die Argumente für eine weiche Landung gestärkt: Die Inflation ist zurückgegangen und einige große Zentralbanken haben die Zinsen gesenkt. Damit einher geht die Einschätzung, dass sich die Ausfallrisiken von Anleihen in Grenzen halten werden. Papiere insbesondere aus risikoreicheren Segmenten wie High Yield dürften im zweiten Halbjahr 2024 im Vergleich zu Aktien konkurrenzfähige Renditen bieten. Das gilt umso mehr auf risikobereinigter Basis.

Aktien: Weiterhin Large Cap gegenüber Small Cap bevorzugen
In der Vergangenheit hing die Outperformance von Small Caps in erster Linie von der Beschleunigung des Wirtschaftswachstums ab. Nun sehen wir eine inverse Zinskorrelation. Zwar sind Phasen der Wachstumsbeschleunigung mit niedrigeren Zinsen plausibel (z. B. Ende 2023), doch halten wir diese Kombination im aktuellen Inflationsumfeld für relativ unwahrscheinlich. In der Zwischenzeit dürften Small Caps sowohl in Szenarien mit hartnäckiger Inflation als auch mit Rezessionsrisiken wahrscheinlich schlechter abschneiden als Large Caps.

Französische Aktien: Buy the dip
Wir gehen davon aus, dass sich die jüngste Underperformance französischer Aktien umkehren wird.
Kurzfristig dürften die Schwankungen infolge der Wahl erhöht bleiben. Wir sehen aber nicht, dass die Fundamentaldaten der wichtigsten Unternehmen und Sektoren im französischen Large-Cap-Bereich beeinträchtigt werden, da die Erträge überwiegend im Ausland erzielt werden. Die aktuellen Bewertungen bieten einen attraktiven Einstiegspunkt in einen Index, der nach wie vot Qualität bietet.

Europäische Banken: Langfristig denken
Europäische Banken sind nach den Wahlen zum Europäischen Parlament unter Druck geraten. Vor allem die daraus folgenden vorgezogenen Wahlen in Frankreich sorgten für Bedenken, dass sich der Wahlausgang auf die Finanzierungs- und Eigenkapitalkosten von Banken auswirken könnte.
Dennoch sollten diese Ereignisse den Blick auf europäische Banken nicht allzu stark beeinflussen: Sie bieten nach wie vor attraktive Kapitalrenditen und Neubewertungspotenzial im Umfeld höherer Zinsen.
Experten der Portfolio Solutions Group von Morgan Stanley Investment Management

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

UC S&P 500 5.507,99 N.A.
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