Thomas Rappold
Cisco gehört zu den Urgesteinen des Silicon Valleys und hat schon zahlreiche Hochs und Tiefs durchlaufen. Anfang 2000 war Cisco für kurze Zeit sogar das wertvollste Unternehmen der Welt. Ohne Cisco gäbe es das Internet in seiner heutigen Form nicht. Das erste Netzwerkprodukt von Cisco war ein Router und ein dazugehöriges Betriebssystem zur Steuerung eines Computer-Netzwerks. Entwickelt von drei Ingenieuren an der Stanford University.

Kontinuierlicher Akquisitionshunger

Über einen Zeitraum von fast zwanzig Jahren prägte John Chambers als CEO Cisco. In seiner Amtszeit konnte er den Umsatz von 1,2 Mrd. Dollar auf knapp 50 Mrd. Dollar steigern. Cisco erreichte seine Größe insbesondere durch seinen kontinuierlichen Akquisitionshunger auf kleine innovative Unternehmen, meist Startups, in den Segmenten Cloud Computing, Netzwerktechnologie und Cyber Security.

Vertriebswunderkind an der Spitze

Inzwischen hat Chambers den Vorsitz des Verwaltungsrats übernommen und mit Chuck Robbins ist seit zwei Jahren das Cisco Vertriebswunderkind als CEO für die neue Strategie verantwortlich. Robbins Plan ist, Cisco als den „Konnektor“ von „Dingen“, nicht nur von Netzwerken zu positionieren. Das bedeutet Menschen, Prozesse, Daten und Objekte miteinander zu verbinden, nicht nur Computer. Die Herausforderung für Cisco besteht nun, neue Kompetenzen zu entwickeln, um diese transformative Ära der Konnektivität einzuleiten. Ähnlich wie Chambers, als er Ende der 90er Jahre als CEO kam, als das Internet "neu" war, trat Robbins ein, als das Internet of Everything "neu" war.

Führend im Internet der Dinge

Als Verkaufsgenie weiß Robbins, dass er so Cisco eine Frischzellenkur verschaffen und das Unternehmen auf eine neue Wachstumsstory polen kann. Denn der gesamte adressierbare IoE-Markt wird bis 2016 auf 27 Milliarden US Dollar geschätzt und wächst mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 42 Prozent. Derzeit sind nur 1 Prozent der "Dinge" auf der Welt durch intelligente Systeme verbunden. Geht die Strategie von Robbins auf, könnte Cisco der führende intelligente Infrastruktur- und Netzbetreiber von Strom, Wasser, Telekommunikation, Internet und Mobilfunk werden. Die Deutsche Bank rechnet denn auch bis 2021 im optimistischen Szenario mit einem Kursziel von 75 Dollar. Damit wäre Cisco wieder so wertvoll wie einst im Jahr 2000, auf dem Höhepunkt des Dot.com Booms.
Thomas Rappold, geboren 1971, ist Internetunternehmer und Investor. Bereits mit 14 Jahren erlernte er die ersten Programmiersprachen im Selbststudium auf dem damaligen Kultcomputer Commodore C64. Als einer der ersten Absolventen des europaweit ersten Studiengangs Medieninformatik trug er als Mitarbeiter der Strategiegruppe Internet bei Allianz SE maßgeblich zu damals bahnbrechenden neuen Finanzportalen für Privat- und Geschäftskunden bei.
Seit über zehn Jahren erfolgreicher Unternehmer einer Internet-Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft und Gründer von zahlreichen Internet-Start-ups ist Thomas Rappold ein profunder Kenner des Silicon Valley und dort als Investor an verschiedenen Start-ups beteiligt. Mehr über Thomas Rappold und das Silicon Valley finden Sie auf seiner Homepage www.silicon-valley.de.
Im Finanzbuchverlag München veröffentlichte Thomas Rappold jüngst "Silicon Valley Investing. Investieren in die Superstars von heute, morgen und übermorgen".

       

 

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