Technologiefirmen entwickeln sich zu Dividendenwerten

Werner W. Rehmet, MyDividends
Werner W. Rehmet / Bild: MyDividends
Der Fokus der meisten Technologiewerte ist in der Regel nicht auf die Auszahlung einer Dividende gerichtet. Doch dies wandelt sich zunehmend. Microsoft und Texas Instruments sind hierfür zwei gute Beispiele. Auch Apple weist bereits eine kleine Dividendenhistorie auf.

Microsoft setzt auf eine neue Konzernstruktur

Microsoft mit Firmensitz in Redmond (Vorort von Seattle) im Bundesstaat Washington wurde im April 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet und ist heute der größte Softwarehersteller der Welt. Der Börsengang erfolgte am 13. März 1986 zu 21 US-Dollar. Seitdem kam es zu neun Aktiensplits. Neben den Office-Anwendungen und dem Betriebssystem Windows zählen auch die Spielekonsole Xbox, LinkedIn oder das Cloud-Geschäft zum Angebot von Microsoft.

Die Wurzeln von Microsoft liegen beim Windows-Betriebssystem. Am 20. November 1985 präsentierte Bill Gates dem Publikum Windows 1.0. Seit Juli 2015 ist mit Windows 10 die neueste Generation des Betriebssystems auf dem Markt. Doch Konzernchef Satya Nadella, der seit Februar 2014 am Steuer von Microsoft sitzt, schneidet alte Zöpfe ab und setzt künftig vor allem auf die Cloud, denn das Geschäft mit Personal-Computern ist rückläufig. Verbraucher setzen immer mehr auf Smartphones und Tablets.

Nadella informierte in einer E-Mai Anfang April 2018 über 110.000 Mitarbeiter des Konzerns über eine neue Konzernstruktur. In einer Zweiteilung will sich Microsoft künftig auf Cloud-Dienste und Künstliche Intelligenz (Cloud + AI Platform)) sowie als zweiten Bereich auf Geräte und das Nutzererlebnis (Experience & Devices) fokussieren.

Das Geschäft in der „Wolke“ ist ein Wachstumsmarkt

Die weltweiten Ausgaben für Public Cloud Services sollen sich bis zum Jahr 2021 auf knapp 266 Mrd. US-Dollar verdoppeln. Für Microsoft, aber auch Wettbewerber wie Amazon, IBM oder auch SAP stellen Software, Daten und Rechenkapazität, die in der Internet-Wolke (Cloud) bereitgestellt werden, daher einen sehr wichtigen Wachstumsfaktor dar. Der gesamte Bereich Intelligent Cloud wies bei Microsoft im vierten Quartal 2018 einen Umsatz von 9,6 Mrd. US-Dollar auf. Dies sind bereits über 30 Prozent des Gesamtumsatzes im letzten Quartal (30,1 Mrd. US-Dollar). Das klassische PC-Geschäft, das auch Windows, Surface oder Xbox beinhaltet, stieg um 17 Prozent auf 10,8 Mrd. US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr legte der Gesamtumsatz des Konzerns im vierten Quartal um rund 17 Prozent zu. Der operative Gewinn wuchs um 35 Prozent auf 10,4 Mrd. US-Dollar. Im Fiskaljahr 2018 lag der Umsatz bei 110,4 Mrd. US-Dollar nach 96,6 Mrd. US-Dollar im Jahr zuvor.

Auf dem Weg zur Dividendenperle

Seit Jahresanfang 2018 weist die Aktie an der Wall Street ein Kursplus in Höhe von rund 30 Prozent auf. Die aktuelle Marktkapitalisierung beträgt 859,8 Mrd. US-Dollar. Damit gehört die Aktie von Microsoft nach Apple und Amazon zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Im September 2018 gab der Konzern eine Dividendenerhöhung um 9,5 Prozent auf den aktuellen Betrag bekannt. Insgesamt war es die 15. jährliche Anhebung in Folge. Der Softwareriese zahlt seit dem Jahr 2003 eine Dividende. Seitdem erfolgte auch jedes Jahr eine Erhöhung.  Der im Dow-Jones-Index gelistete Konzern zahlt auf das Jahr gerechnet 1,84 US-Dollar (ca. 1,60 Euro) Dividende aus. Die derzeitige Dividendenrendite liegt beim aktuellen Börsenkurs von 112,13 US-Dollar bei 1,64 Prozent.

Texas Instruments zahlt seit 56 Jahren eine Dividende

Der Halbleiterkonzern Texas Instruments weist eine noch längere Dividendenhistorie als Microsoft auf. Der Konzern aus Dallas zahlt auf das Jahr gerechnet 3,08 US-Dollar (ca. 2,68 Euro) Dividende. Die derzeitige Dividendenrendite liegt beim aktuellen Börsenkurs von 103,28 US-Dollar bei 2,98 Prozent. Seit 1962, als Texas Instruments erstmals eine Dividende ausschüttete, erhielten die Investoren jedes Jahr eine Auszahlung. In den letzten 15 Jahren hat der Konzern ununterbrochen jedes Jahr die Ausschüttung erhöht. Die letzte Anhebung erfolgte im September 2018 um 24 Prozent auf den aktuellen Betrag. 

Früher kannte man Texas Instruments vor allem durch seine Taschenrechner. Die heutige Firma ist auf analoge und digitale Halbleiter-Lösungen fokussiert. Im zweiten Quartal des Fiskaljahres 2018 erwirtschaftete Texas Instruments 4,02 Mrd. US-Dollar an Umsatz (Vorjahr: 3,69 Mrd. US-Dollar) bei einem Nettoertrag von 1,41 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 1,06 Mrd. US-Dollar). In der Vergangenheit zeichnete sich der Markt für Halbleiterwerte immer wieder durch Schwankungen aus. Dies spürten Investoren auch zuletzt wieder aufgrund des Handelsstreits der USA mit China.

Übrigens entwickelt sich auch das weltweit teuerste Unternehmen Apple stetig zu einem Dividendenwert. Im Mai gab Apple die sechste jährliche Dividendenanhebung in Folge bekannt. Da Technologiewerte aber in den letzten Jahren einen rasanten Kursverlauf hingelegt haben, müssen Investoren mit Kurskorrekturen rechnen und sollten einen langfristigen Anlagehorizont mitbringen.
 
Werner W. Rehmet ist der Gründer und Herausgeber von MyDividends. Nach seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium durchlief er mehrere Stationen bei renommierten Bankhäusern. In langjährigen Aufenthalten an der Wall Street und an wichtigen Finanzzentren wie Zürich setzte er sich intensiv mit verschiedenen Börsenthemen auseinander. Hier folgten auch erste Medienauftritte und Publikationen zu zahlreichen Börsenthemen. Seine umfangreichen Kenntnisse im Börsengeschäft führten schließlich zur Gründung der Börsenplattform MyDividends.de, die sich ausschließlich dem Thema Dividenden widmet, unter dem Motto „der Ertrag zählt“.
Auf der Website der Börse München finden Sie jederzeit aktuelle Dividenden-News unter der Sparte Nachrichten!
Hinweis: Werner W. Rehmet kann Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten und somit kann ein möglicher Interessenskonflikt bestehen.
                             

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