Bild: BlackRock

 

In vielen Veröffentlichungen wird gezeigt, dass ETFs die optimalen Bausteine für die Umsetzung von Anlagestrategien sind. Allerdings werden sowohl das ETF-Angebot als auch die darin enthaltenen Anlagestrategien zunehmend komplex. Eine hilfreiche Orientierungsmöglichkeit bieten hier ETF-Musterportfolios. In der Regel sind diese standardisiert als Multi-Asset-Portfolio aufgebaut und werden regelmäßig adjustiert.

Musterportfolios intelligent einsetzen

Die Musterportfolios dienen für manche Anleger lediglich als Marktausblick und dementsprechend als Ausgangspunkt und Benchmark für die eigene Anlage. Die eigene Markteinschätzung wird dann durch die Über- oder Untergewichtung verschiedener Märkte, Regionen et cetera umgesetzt.

Eine bisher noch wenig thematisierte Einsatzmöglichkeit bietet sich durch rein ETF-basierte Musterportfolios auch darin, die Allokationen zielorientiert zu fokussieren. Damit kann man Standardportfolios individualisieren und nach den jeweiligen Anlagepräferenzen und -zielen anpassen.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld steht die Suche nach Rendite im Vordergrund. Häufig basiert die Rentenallokation in Multi-Asset-Portfolios auf standardisierten Anleihen wie Staatsanleihen aus Industrieländern. Eine ETF-basierte Anlage – stärker fokussiert auf Unternehmens-, Schwellenländer- oder Hochzinsanleihen – kann, unter Beachtung des erhöhten Risikos, eine ertragreichere Alternative sein.

Faktoren statt Regionen

Das strategische Kernportfolio ist auf der Aktienseite mit ETFs einfach und transparent umzusetzen. In der Regel wird versucht, geografisch weitreichend über Europa, die USA und die Schwellenländer zu streuen. Um das Risiko noch weiter zu diversifizieren, ist es möglich, die eingesetzten breiten Standardmärkte durch Minimum-Volatility-Produkte oder auch andere Low-Volatility-Strategien zu ersetzen. Dies ist vor allem für relativ risikoaverse Anleger eine langfristige Alternative.
 
Es gibt aber noch andere Einsatzmöglichkeiten. Die Diversi¬fikation im Kernportfolio muss nicht zwingend geogra¬fisch erfolgen. Auf der Basis von Faktor-ETFs kann auch über verschiedene Gewichtungsansätze gestreut werden. Durch den Einsatz dieser Smart-Beta-Produkte wird gegebenenfalls nicht nur die Renditeerwartung erhöht, sondern es entsteht auch die Möglichkeit, das Portfolio in verschiedenen Marktphasen zu stabilisieren.
 
Wichtig ist hierbei, die verschiedenen Korrelationen der Faktoren untereinander bei der Anlageentscheidung zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt: Je längerfristig die Anlage ausgelegt ist, desto weniger spielt Timing beim Einsatz von Faktor-ETFs eine Rolle.

Dr. Stephanie Lang ist seit 2008 bei BlackRock tätig. Nach drei Jahren hat sie sich als Investment Strategist auf iShares-Produkte und seit 2011 im Speziellen auf Portfolioanalysen und Musterportfolien mit passiven Bausteinen fokussiert.

Zuvor war sie als Internal Consultant in den Bereichen Corporate Strategy and Governance für die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Osteuropa tätig.

Bereits nach ihrem Studium (Finanzierung, Marketing und Statistik) beschäftigte sie sich als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Finanzdienstleistungen in empirischen Kapitalmarktstudien und in ihrer Doktorarbeit schwerpunktmäßig mit dem Thema ETFs.